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Lokführerstreik beeinträchtigt Bahnverkehr viele Stunden lang

Erst rund acht Stunden nach Ende des Lokführerstreiks ist der Nah- und Regionalverkehr in Hessen am Mittwoch wieder im Takt gefahren. "Ungefähr seit 14.00 Uhr läuft alles wieder normal", sagte ein Bahnsprecher.
Der bundesweite Ausstand soll neun Stunden lang dauern.

Der bundesweite Ausstand soll neun Stunden lang dauern.

© Daniel Maurer

Frankfurt/Main. Im Fernverkehr könne es dagegen noch bis zum Abend vereinzelt zu Ausfällen und Verspätungen kommen. Die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) hatte bundesweit von Dienstagabend (21.00) Uhr bis Mittwochmorgen (6.00 Uhr) gestreikt.

Die vier S-Bahnlinien, die in Frankfurt die Station Messe anfahren, seien vorrangig wieder in den Takt gebracht worden und schon am frühen Morgen nach Plan gefahren, sagte der Bahnsprecher. Auf dem Messegelände hat am Mittwoch die Buchmesse mit rund 7000 Ausstellern begonnen. Die Situation am Frankfurter Hauptbahnhof wirkte schon kurz nach Streikende entspannt. Viele Regionalzüge fuhren wie geplant, auch die Verspätungen hielten sich in Grenzen. An den mobilen Informationsständen und am großen Beratungsschalter in der Bahnhofshalle gab es nur wenig Andrang.

Auf den Autobahnen rund um Frankfurt sorgten Messe und Streik für längere Fahrzeiten, viele waren für den Weg zur Arbeit vorsichtshalber auf das Auto umgestiegen. "Die Streiks und die Buchmesse, da kommt es auf der Autobahn schon zu Wartezeiten", sagte ein Sprecher der Autobahnpolizei Frankfurt.

Wie viele Verbindungen in Hessen von dem Ausstand betroffen waren, konnte die Bahn zunächst nicht sagen. Allein am Dienstagabend seien bundesweit bereits 200 Fernzüge stehen geblieben, sagte ein Konzernsprecher in Berlin. Nach Angaben der Gewerkschaft fielen insgesamt 80 bis 90 Prozent der Züge aus. Laut Bahn waren besonders der Regionalverkehr und S-Bahnen in Ballungszentren betroffen.

Mit dem Streik will die GDL ihre Forderungen nach mehr Einkommen und besseren Arbeitsbedingungen durchsetzen. Sie fordert fünf Prozent mehr Gehalt und eine um zwei Stunden verkürzte Wochenarbeitszeit.

Der Vorsitzende der größeren Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG), Alexander Kirchner, kritisierte den neunstündigen Streik. "Ich glaube es ist völlig falsch, wenn Gewerkschaften versuchen, populistisch über Streikaktionen oder andere Maßnahmen nur Öffentlichkeit herzustellen", sagte Kirchner dem Radiosender hr info. Ziel sei ein vernünftiger Tarifabschluss für die Mitarbeiter, nicht mediale Aufmerksamkeit.

dpa


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