Navigation:
Ticket-Shop Anzeigen- und Abo-Service

Agrar

Landwirte wegen Milchpreisen in Sorge

Der Unmut der Milchbauern über die geringen Erlöse wächst. Beim Hessischen Bauerntag fordern sie Politik, Molkereien, Lebensmittelwirtschaft und Verbraucher zum Handeln auf.
Milchkühe.

Milchkühe.

© Arne Dedert/Archiv

Bad Hersfeld. Nach dem "Milchgipfel" auf Bundesebene wird die Kritik der Landwirte immer lauter. Beim Hessischen Bauerntag am Mittwoch in Bad Hersfeld sagte Landesverbandspräsident Karsten Schmal, die in Aussicht gestellten Finanzhilfen von mindestens 100 Millionen Euro seien ein Schritt in die richtige Richtung. "Sie reichen aber bei weitem nicht aus und müssen um den Faktor zehn erhöht werden." Entscheidend sei auch, dass die Beschlüsse nun schnell umgesetzt werden. "Von Ankündigungen können unsere Milchbauern nicht leben."

Beim Bauerntag in Bad Hersfeld machten die Landwirte auf ihre prekäre Situation mit einer Demonstration aufmerksam. Rund 400 Teilnehmer beteiligten sich an dem Protestmarsch vom Veranstaltungsort, der Schildehalle, durch die Innenstadt bis zum Rathaus. Dort sorgten Mitglieder der Hessischen Landjugend mit einer besonderen Aktion für Aufsehen. Am Ende der Kundgebung sprangen sie angezogen in den Lullusbrunnen. "Wegen der zu niedrigen Erzeugerpreise geht die Landwirtschaft baden. Der Handel macht uns nass", verdeutlichte der Vorsitzende der Landjugend, Lars Döppner.

Die Preise in der aktuellen Milchmarkt-Krise sind für die Bauern teils unter 20 Cent je Liter gefallen. Um die Kosten decken zu können, gelten mindestens 35 Cent als nötig. Ursache des seit Monaten andauernden Preistiefs sind große Milchmengen auf den Märkten. Die Preise seien "unterirdisch und völlig inakzeptabel", sagte Schmal. "Sie treiben unsere Milchviehbetriebe in den Ruin."

Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU) hatte am Montag Vertreter von Bauern, Molkereien und Handel zu einer Krisensitzung nach Berlin eingeladen und danach ein Nothilfe-Paket skizziert. Neben den mehr als 100 Millionen Euro sind etwa auch Steuerentlastungen und Zuschüsse zur Unfallversicherung vorgesehen.

Hessens Agrarministerin Priska Hinz (Grüne) kritisierte Schmidt: "Der Milchgipfel war schon eine sehr gewöhnungsbedürftige Veranstaltung." Die Länderminister und einige Verbände seien nicht eingeladen gewesen. Und: Die 100 Millionen Euro seien "in den Wind geschossen", weil es an viel wichtigeren Strukturveränderungen fehle. Sie empfahl unter anderem: "Man muss mit den Molkereien härter verhandeln."

Hinz appellierte aber auch an die Verbraucher, ihrer Verantwortung beim Einkaufen gerecht zu werden. Sie müssten reelle Preise zahlen, um Milch von heimischen Betrieb bekommen zu können. Sie sollten im Laden nicht gleich zur billigsten Milch greifen.

Der Präsident des Deutschen Bauernverbandes, Joachim Rukwied, verdeutliche mit einigen Zahlen die dramatische Situation für die Betriebe. "Die Landwirte haben in zwei Jahren mehr als die Hälfte ihrer Einnahmen verloren." Er erklärte, dass nicht allein die deutschen Bauern mit ihrer Produktion für das Überangebot auf dem Markt verantwortlich seien. Auch die Milcherzeugung in anderen EU-Staaten habe Einfluss auf die Preise. Das Russland-Embargo habe ebenfalls die deutschen Bauern hart getroffen. Dadurch hätten sie eine Milliarde an Einnahmen verloren.

"Die Politik ist in der Pflicht, jetzt zu handeln. Es ist höchste Zeit. Die Bauern sind in Not", betonte Rukwied. Er forderte unter anderem Soforthilfen und Steuervorteile für die Milchbauern. Aber auch die Molkereien und die Lebensmittelwirtschaft müssten ihrer Verantwortung gerecht werden. "Es muss mit den Molkereien neu verhandelt werden über die Preise."

Der Parlamentarische Staatssekretär im Bundeslandwirtschaftsministerium, Peter Bleser, machte den Bauern Hoffnung auf zusätzliche Hilfen: "Wir sind dabei, weitere Mittel loszueisen." Die Marktlage sei dramatisch und Besserung nicht in Sicht.

dpa


Nächster Artikel
Nächster Artikel
Vorheriger Artikel
Voriger Artikel

Anzeige




Jubiläum




Wünsche




Terra-Tech




Lokschuppen-Sanierung

Lokschuppen-Sanierung: Sollten Marburger über die Umsetzung eingereichter Projektangebote abstimmen dürfen?

Sport-Tabellen




Spielerkader




zur Galerie

Fußballfotos vom Wochenende

Sonderveröffentlichungen




Spielplatz-Serie




LWL-Shop




Mit der OP durch das Gartenjahr




Blende 2016




Heimatprämie sichern!




Instagram

Meistgelesene Artikel

Schüler lesen die OP




Kommentare




OP kostenlos lesen




Der Online-Shop der OP




Städtewetter
Ihre Stadt/Ihr Ort
Tagestemperatur
°
Tiefsttemperatur
°
Regenprognose
%
Windstärke
km/h
Pollenflug
Ihre Wettervorschau
zur Galerie

Willkommen im Leben:

Die Transfers im Landkreis




Die OP-Serien

Mmmm, wie das duftet! Das Rezept für diesen saftigen Stollen finden Sie unten im Text. Foto: Hartmut Berge Besser Esser

Christstollen: Ein Gebäck fürs ganze Jahr

Als die OP Mike Schmidt in der Backstube besucht, riecht es nach Rosinen und Mandeln. Der 39-Jährige macht das, was seine Vorfahren schon vor rund 180 Jahren in der Vorweihnachtszeit praktizierten: Er backt Stollen. mehrKostenpflichtiger Inhalt

In 12 Schritten zum perfekten ChriststollenGalerie   



90 regionale Rezepte: Das Besser-Esser-Buch


Das Besser Esser Buch mit 70 regionalen Rezepten.

Die Grill-App der Oberhessischen Presse


Rostkost: Rezepte und Grilltechnik




  • Sie befinden sich hier: Agrar – Landwirte wegen Milchpreisen in Sorge – op-marburg.de