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Arbeitsmarkt

Firmen im strukturschwachen Harz wollen Hunderte Stellen streichen

Eine der strukturschwächsten Regionen des Landes verliert Hunderte von Arbeitsplätzen. Vier Unternehmen im Kreis Goslar haben die Stilllegung ihres Betriebes oder Entlassungen angekündigt.

Goslar. Hunderte von Arbeitsplätzen könnten verloren gehen. Noch in der vergangenen Woche hatte die Bundesagentur für Arbeit vermeldet, dass das Wintertief auf dem Arbeitsmarkt wegen der guten Wirtschaftsaussichten und des milden Wetters vorzeitig beendet ist - im Harz sieht das aber anders aus.

Die Arbeitslosenquote, die im Kreis Goslar mit 9,3 Prozent schon jetzt weit über dem niedersächsischen Landesdurchschnitt von 7,0 Prozent liegt, werde weiter steigen, sagt der Geschäftsführer der Arbeitsagentur Braunschweig-Goslar, Harald Eitge. Goslar muss befürchten, schon bald die niedersächsischen Landkreise mit den höchsten Arbeitslosenquoten einzuholen - das sind derzeit noch Wittmund in Friesland (10,1) und Lüchow-Dannenberg (11,7 Prozent).

Besonders die Schließung des Nahrungsmittelwerkes des US-Ketchupherstellers Heinz GmbH in Seesen treffe die Region hart, sagt Landrat Thomas Brych (SPD) am Dienstag. Dort gehen 190 Arbeitsplätze verloren. Das Chemieunternehmen H.C.Starck in Goslar und der Autozulieferer Mann+Hummel wollen je 70 Mitarbeiter entlassen.

Zudem habe ein Unternehmen in Bad Harzburg intern Entlassungen im großen Stil angekündigt, berichtet Arbeitsagentur-Chef Eitge - den Namen des Betriebes will er aber noch nicht nennen. "Wenn man bedenkt, dass der Harz mit Beschäftigungsmöglichkeiten ohnehin nicht gesegnet ist, sind Stellerstreichungen in dieser Größenordnung für den Landkreis Goslar eine Katastrophe."

Auch beim Allgemeinen Arbeitgeberverband Harz macht man sich große Sorgen. "Wir bauchen die Industrie, ohne Industrie können wir hier nicht überleben", sagte der Vorsitzende Torsten Janßen der "Goslarschen Zeitung". Es sei beängstigend, in derart kurzer Zeit so viele Arbeitsplätze zu verlieren.

Arbeitsagentur-Geschäftsführer Eitge spricht von einer "schwierigen Situation" mit problematischen Folgen. "Wenn keine Arbeitsplätze da sind, läuft die Bevölkerung weg. Und wenn die Bevölkerung wegläuft, gibt es weniger Fachkräfte. Entsprechend bekommt man dann nur schlecht neue Betriebe in die Region." Schon in der Vergangenheit seien viele junge Leute aus dem Harz Leute abgewandert. "Das wird in Zukunft nicht besser werden."

Goslars Landrat Brych hadert unterdessen damit, dass Konzernzentralen fernab der Region die Entscheidungen zum Stellenabbau im Harz treffen. "Das ist sicher nicht von heute auf morgen zu kompensieren." In der kommenden Woche will Brych aber Gespräche mit regionalen und überregionalen Interessenvertretern führen, um die Chancen seiner Region auszuloten. Klar ist für ihn aber schon vorher: Alleine kann die Region die nötigen strukturellen Verbesserungen nicht erreichen. Das gehe nur gemeinsam mit Land und Bund.

Auch in anderen niedersächsischen Regionen gibt es Sorgen um Arbeitsplätze.

OSTFRIESLAND: Seit Anfang 2013 sind in der Offshore-Branche rund 1000 Industriearbeitsplätze verloren gegangen, unter anderem bei Siag und beim Offshore-Pionier Bard.

PAPENBURG/LEER: Die letzten niedersächsischen Mitarbeiter der Gardinen-Traditionsmarke Ado gehen unsicheren Zeiten entgegen. Nach dem Verkauf der Markenrechte musste der Produktionsbetrieb Deutsche Textilfabrik (DTF) Insolvenz anmelden, in der vergangenen Woche wurden die letzten Mitarbeiter freigestellt. Für die rund 270 Beschäftigte bedeutet das höchstwahrscheinlich Arbeitslosigkeit, da es für Textilarbeiter in der Region kaum Ersatzarbeitsplätze gibt.

OSNABRÜCK: Im Herbst kündigte der Kupferproduzent KME einen Stellenabbau an. Arbeitsplätze sind auch beim Autozulieferer Valmet in Gefahr. Beim Autositzhersteller Lear fallen in wenigen Monaten 170 Jobs weg, das Werk wird geschlossen.

BREMERHAVEN/BREMEN: Areva in Bremerhaven wollte 480 Stellen streichen. Nach Protesten aus der Politik gibt es derzeit Kurzarbeit für die Festangestellten. Ob und wie viele Mitarbeiter gehen müssen, ist noch unklar. Die Becks's Brauerei streicht etwa 150 Stellen in Bremen. Grund: Preisdruck und zu hohe Kosten.

DELMENHORST: Der Linoleumhersteller Armstrong DLW will sparen. Das Geschäft mit den Bodenbelägen läuft schlecht. Entweder müssen 60 Arbeitsplätze gestrichen werden oder es findet sich ein Weg über Arbeitszeitverkürzung für alle etwa 430 Beschäftigte.

SALZGITTER: Die Salzgitter AG will bis Ende nächsten Jahres 1500 Stellen abbauen, um sich zu sanieren. 300 Stellen wurden bereits gestrichen, die meisten der Betroffenen konnten aber auf andere Arbeitsplätze im Konzern umgesetzt werden.

dpa


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