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Banken

Commerzbank stoppt umstrittene "Cum-Cum"-Geschäfte

Wegen fragwürdiger Geschäfte mit der Dividenden-Besteuerung musste die Commerzbank reichlich Kritik einstecken. Nun stellt das Institut diese Aktivitäten ein - der politische Streit ums Thema geht weiter.
Das Commerzbank-Logo ist vor der Zentrale zu sehen.

Das Commerzbank-Logo ist vor der Zentrale zu sehen.

© Frank Rumpenhorst/Archiv

Berlin/Frankfurt. Die Commerzbank zieht sich nach massiver Kritik aus umstrittenen Dividenden-Geschäften zurück. Der Vorstand beschloss, sogenannte Cum-Cum-Transaktionen nicht mehr anzubieten, wie die "Bild"-Zeitung am Mittwoch vorab berichtete. "Wir ziehen uns aus diesem legalen Geschäft zurück, weil es gesellschaftlich nicht mehr akzeptiert ist", sagte der für die Kapitalmärkte zuständige Commerzbank-Vorstand Michael Reuther dem Blatt.

Auch im Ausland wolle die Commerzbank diese Geschäfte nicht mehr tätigen. Man nehme dabei in Kauf, "dass andere Banken weiter Cum-Cum-Geschäfte betreiben und sich damit einen Vorteil verschaffen können." Über die umstrittenen Deals konnten große Kunden aus dem Ausland Steuern auf Dividenden von deutschen Unternehmen umgehen. Die Commerzbank soll sich hierbei besonders hervorgetan haben, wie Recherchen mehrerer Medien ergaben. Die Bank hatte betont, sich an geltende Gesetze gehalten zu haben.

Das Finanzministerium hatte die Praktiken als "illegitim" bezeichnet und angekündigt, solche Geschäfte näher beleuchten zu wollen. Der Bund ist mit rund 15 Prozent an der Commerzbank beteiligt und mit zwei Vertretern in dem Kontrollgremium des Instituts vertreten.

Reuther sagte der "Bild"-Zeitung, die Commerzbank habe den Anspruch, "dass unsere Geschäfte gesellschaftlich akzeptiert sind. So haben wir uns ganz bewusst positioniert." Die Bank werde künftig noch genauer überprüfen, welche Produkte sie anbiete: "Wenn wir erkennen, dass aktuelle oder geplante Produkte und Dienstleistungen ein Problem für die Marke Commerzbank darstellen könnten, dann müssen wir uns die Frage stellen, ob wir das wollen oder nicht."

Im Bundestag kritisierte die Opposition die schwarz-rote Koalition wegen des Umgangs mit dem Cum-Cum-Thema. Die Weigerung des Haushaltsausschusses, sich mit den Geschäften näher zu befassen, sei nicht zu rechtfetrigen, sagte der grüne Haushaltsexperte Sven-Christian Kindler der "Welt": "Es ist schon bitter, dass CDU, CSU und SPD im Haushaltsausschuss die Aufklärung des Cum-Cum-Skandals bei der Commerzbank blockieren wollen." Eine Überweisung in das sogenannte Finanzmarktgremium des Parlaments reiche nicht aus.

dpa


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