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Bahnstreik: In Hessen bleibt das Chaos aus

Beeinträchtigungen ja, Chaos nein - der Auftakt zum bislang längsten Bahnstreik in der Geschichte der Deutschen Bahn ist in Hessen weitgehend ruhig verlaufen. Am Dienstagmorgen um 2.00 Uhr hatte die Lokführergewerkschaft GDL den Ausstand vom Güter- auf den Personenverkehr ausgeweitet.
Personenzug hinter Andreaskreuz.

Personenzug hinter Andreaskreuz.

© Jens Büttner/Archiv

Frankfurt/Main.  Im Fernverkehr fielen laut Bahn rund 70 Prozent der Züge aus, im Nahverkehr waren es etwa 40 Prozent. Der Ausstand soll noch bis zum Sonntag um 9.00 Uhr fortgesetzt werden.

Der Ersatzfahrplan gelte wie angekündigt und sei "stabil angelaufen", teilte die Bahn am Dienstag in Frankfurt auf Anfrage mit. Am Nachmittag wurde ein aktualisierter Fahrplan ins Internet gestellt, der für Mittwoch gilt. "Die Züge sind ein bisschen voller als sonst. Es ist aber nicht so, dass Reisende an den Bahnhöfen zurückbleiben müssten", sagte eine Bahnsprecherin.

Der Streik wirke sich auch auf den S-Bahn-Verkehr im Rhein-Main-Gebiet aus, teilte der Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV) auf seiner Internetseite mit. Zwei Linien entfallen demnach, andere wurden nur im Ein-Stunden-Takt bedient.

An den großen Bahnhöfen herrschte deutlich weniger Betrieb. Dienstleister und Einzelhändler klagten dort über Umsatzverluste.

Viele Pendler und Reisende hatten sich aber offensichtlich auf den erneuten Ausstand der Lokführer in dem seit zehn Monaten dauernden Tarifkonflikt vorbereitet. "Ich bin früh losgefahren und habe statt der S-Bahn den Bus genommen", sagte Uschi Kirchner, die in der Offenbacher Innenstadt auf ihren Anschluss wartete. "Mittlerweile habe ich Routine gewonnen, es ist ja schon der achte Streik."

Auch das Rentnerehepaar Traudel und Siegfried Stern, das von Frankfurt nach Dortmund fahren wollte, gab sich zuversichtlich: "Wir sehen das relativ gelassen, wir haben Zeit. Hauptsache wir kommen an."

Zum Teil verlagerte sich der Reise- und Berufsverkehr auf die Straße. Die Straßenverkehrsbehörde Hessen Mobil verzeichnete generell mehr Verkehr. Es gebe aber nicht erheblich mehr Störungen. "Es läuft ein bisschen schwieriger", hieß es dort am Morgen. Die Polizei Frankfurt beobachtete nach eigener Aussage zwar zum Teil deutlich mehr Verkehr. Größere Störungen und längere Wartezeiten seien aber nicht bekannt.

In dem Tarifkonflikt hatte die Bahn zuletzt angeboten, die Löhne vom 1. Juli an in zwei Stufen um insgesamt 4,7 Prozent anzuheben. Hinzu sollte eine Einmalzahlung von insgesamt 1000 Euro kommen. Die GDL fordert für die Beschäftigten fünf Prozent mehr Geld und eine Stunde weniger Arbeitszeit pro Woche. Die Gewerkschaft will vor allem Tarifverträge für alle Berufsgruppen des Zugpersonals durchsetzen.

dpa


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