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Musik-Konzerne bremsen Apples Internet-Radio

Schwierige Verhandlungen Musik-Konzerne bremsen Apples Internet-Radio

Apple arbeitet an einem Internet-Radio, stößt aber auf Widerstand in der Musikbranche. Die Musik-Konzerne wollen der „Financial Times“ zufolge mehr Geld unter Hinweis auf das Milliarden-Vermögen des iPhone-Anbieters.

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Apple arbeitet an einem Internet-Radio, stößt aber auf Widerstand in der Musikbranche.

Quelle: dpa

New York. Das geplante Online-Musikradio von Apple verzögert sich laut einem Zeitungsbericht wegen schwieriger Rechteverhandlungen. Apple habe sich zwar bereits mit dem weltgrößten Musik-Konzern Universal Music über die Höhe der Lizenz-Zahlungen geeinigt, Gespräche mit Sony und Warner Music seien aber bisher erfolglos geblieben, schrieb die „Financial Times“ am Freitag.

Apple biete inzwischen 12,5 US-Cent pro 100 abgespielte Songs statt der ursprünglich vorgeschlagenen 6 Cent, berichtete die Zeitung. Das sei so viel, wie das Internet-Radio Pandora zahle. Aber die Musik-Konzerne wollten mit Blick auf das Milliarden-Vermögen und die Marktmacht von Apple mehr.

Ursprünglich habe Apple den Radio-Dienst bereits im vergangenen Herbst zur Markteinführung des iPhone 5 starten wollen, hieß es. Doch schon damals hatte ein Sony-Manager in einem Interview mehr Geld gefordert.

Der „Financial Times“ zufolge stellt Apple den Musik-Konzernen mehrere Erlösquellen in Aussicht: Zahlungen für abgespielte Songs, einen Beteiligung an den Werbeerlösen - sowie einen garantierte Mindestbeträge, falls bei diesen beiden Geschäftsmodellen zu wenig Geld zusammenkommt.

Apple ist mit seiner Online-Plattform iTunes der weltgrößte Musik-Verkäufer. Der Konzern nimmt mit dem Verkauf von Downloads mehrere Milliarden Dollar pro Jahr ein, von denen der Großteil an die Musik-Konzerne fließt.

Allerdings ist inzwischen immer mehr das Streaming auf dem Vormarsch, bei dem die Musik nicht mehr heruntergeladen, sondern direkt aus dem Internet abgespielt wird. Dabei gibt es zum einen Abo-Dienste wie Spotify, Juke oder Rdio, bei denen für eine Monatsgebühr uneingeschränkt Musik gehört werden kann. Ein solches Angebot soll Apple nach bisherigen Berichten ebenfalls erwogen, dann aber verworfen haben.

Ein weiteres Modell sind kostenlose Internet-Radios wie Pandora, bei denen der Nutzer die Titel aber nicht gezielt selbst auswählen kann. Bei dem Apple-Dienst soll nach früheren Informationen wie bei Pandora Werbung zur Musik angezeigt werden, hieß es. Er solle auf Apple-Geräten wie iPhones und iPads sowie möglicherweise auch auf Windows-PCs laufen.

Pandora hat nach jüngsten Angaben rund 70 Millionen aktive Nutzer. Dem Unternehmen machen seit Jahren die hohen Lizenz-Zahlungen an die Musik-Konzerne zu schaffen. Apple hätte mit den mehreren hundert Millionen iTunes-Nutzern eine viel größere Datenbasis, um in seinem Radiodienst die passende Musik für die Kunden auszuwählen. Der iTunes-Store hat inzwischen rund 26 Millionen Songs im Angebot. Unter anderem auch Google und der Online-Händler Amazon arbeiten laut Medienberichten an neuen Musik-Streamingdiensten.

dpa

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