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Segeln

Misstöne beim America's Cup

Der 33. America’s Cup wird als Regatta der Superlative und der juristischen Scharmützel in die Geschichtsbücher eingehen. Mit Rekordbudgets, monströsen Mehrrümpfern und den besten Seglern, aber auch gerichtlichem Tauziehen liefern sich Verteidiger und Herausforderer eine erbitterte Schlacht.
© ap

Mehr als eine halbe Milliarde Euro haben die beiden Teams Alinghi und BMW Oracle Racingseit seit Sommer 2007 in ihren Kampf um die berühmteste Silberkanne des Segelsports investiert. Das Resultat: Mit dem Schweizer Katamaran „Alinghi 5“ und dem Trimaran „USA“ treffen zwei Segelgiganten aufeinander. Mit diesen bis zu 35 Meter langen und rund 60 Meter hohen Hightech-Geschossen segelt der America’s Cup in eine gefährliche Dimension. Mit den beiden Segelboliden können atemberaubende Geschwindigkeiten von 74 Stundenkilometer und mehr erreicht werden.

Die erbitterten Rivalen wissen um die Risiken und haben sich darauf eingerichtet. BMW-Oracles Steuermann James Spithill erklärt:
„Auf den bisherigen Cup-Einrümpfern hatte nicht jeder ein Messer dabei, aber bei uns an Bord wird jeder eines haben. So hat man wenigstens etwas, wenn alles schief geht.“ Auch Alinghis Chefdesigner Rolf Vrolijk bestätigt die allgegenwärtige Gefahr: „Schon bei 15, 16 Knoten Wind sind die Strukturen dieser Boote Risiken ausgesetzt. Bei 20 Knoten ist es ein Riesen-Risiko. Unter solchen Bedingungen werden wir nie im Leben segeln, denn dafür sind die Boote nicht ausgelegt.“

Die Yacht der Titelverteidiger wird möglicherweise vom 44-jährigen Alinghi-Chef Ernesto Bertarelli selbst gesteuert. Ihre offiziellen Crew-Listen wollen die Teams erst am Morgen ihres ersten von maximal drei Duellen bekannt geben. Zum Auftakt steht ein 20 Seemeilen langer Kurs auf dem Programm, der einmal abgesegelt wird. Es folgt ein 39 Seemeilen langes Dreieck am 10. Februar. Sollte eine dritte Begegnung nötig sein, ist die für den 12. Februar wieder als 20-Seemeilen- Rennen geplant. Gesegelt wird bis maximal 15 Knoten Wind, gemessen in 60 Metern Höhe.

Weil das 33. Cup-Duell wegen der Gerichtsentscheidungen im Winter stattfindet, ist aufgrund ungünstiger Wind- und Wetterbedingungen mit drastischen Zeitplan-Verschiebungen zu rechnen. Der Kampf könnte sich über Wochen hinziehen und findet voraussichtlich weitgehend „unsichtbar“ weit draußen vor der Küste Valencias statt. Einziger Trost für Fans vor Ort und in aller Welt: Die Duelle werden live im Internet übertragen (www.americascup.com). Deutsche Segler sind nicht am Start. Zuletzt hatte Jochen Schümann mit Alinghi 2003 und 2007 gewonnen.

Überschattet bleibt die Begegnung von ausstehenden Gerichtsentscheidungen. Die Urteile werden erst während oder nach dieser Cup-Auflage gefällt. Damit bleibt vorerst jedes sportliche Ergebnis mit einem Fragezeichen versehen.

dpa


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