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Fußball

Nach Seferovic-Ausfall: Trainer Veh stellt die Systemfrage

Wohin führt der Weg der Eintracht in dieser Saison? Die Partie gegen Hertha BSC könnte darüber Aufschluss bringen. Mit einem Sieg würden die Hessen den gut gestarteten Rivalen überflügeln, bei einer Niederlage müssten sie sich vorerst nach unten orientieren.
Frankfurts Trainer Armin Veh.

Frankfurts Trainer Armin Veh.

© Guido Kirchner/Archiv

Frankfurt/Main. Armin Veh grübelt. 48 Stunden vor dem Bundesliga-Heimspiel gegen Hertha BSC hatte der Trainer von Eintracht Frankfurt noch keine schlüssige Antwort auf die Frage, mit welcher Formation er den gut in die Saison gestarteten Rivalen aus Berlin an diesem Sonntag (15.30 Uhr/Sky) in die Knie zwingen will. "Es könnte sein, dass wir mit einem anderen System spielen. Ich weiß es aber selbst noch nicht", erklärte Veh am Freitag.

Der Ausfall von Stürmer Haris Seferovic, der wegen einer Oberschenkelverletzung mindestens zwei Wochen fehlt, tut der Eintracht weh. "Er ist ein Spieler, der uns sehr fehlt", meinte Veh. Seferovic-Vertreter Stefan Aigner passt eigentlich nicht in die Raute, mit der die Hessen in den vergangenen Spielen überzeugend agierten. Eine Systemänderung erscheint daher wahrscheinlich.

Zudem droht auch noch Mittelfeldspieler Stefan Reinartz auszufallen, was Veh vor weitere Probleme stellen würde. "Es steht nicht fest, ob er spielen kann", sagte der Eintracht-Trainer. Reinartz hatte nach der Partie bei Schalke 04 (0:2) über Wadenprobleme geklagt.

Immerhin hat sich Abwehrchef Carlos Zambrano fit zurückgemeldet. "Bei ihm müsste es gehen. Ob er 90 Minuten durchhalten kann, weiß ich aber nicht", erklärte Veh. Der Peruaner, der wegen drei angebrochener Rippen mit einem Brustpanzer spielt, war am Mittwoch kurz nach der Halbzeit auf eigenen Wunsch ausgewechselt worden.

Nach den zwei torlosen Auftritten in Hamburg und Gelsenkirchen erhofft sich Veh wieder mehr Kaltschnäuzigkeit beim Abschluss, wie das davor beim 6:2 gegen den 1. FC Köln der Fall gewesen war. "Wir hätten uns die Tore besser aufteilen sollen", witzelte Veh, um ernsthaft hinzuzufügen: "Wir hätten ein größeres Problem, wenn wir uns keine Chancen erarbeitet hätten. Aber das war nicht der Fall."

Ein ähnliches Tor-Spektakel wie vor zwei Wochen erwartet er aber nicht. "Hertha ist sehr laufstark, arbeitet gut gegen den Ball. Da haben sich schon Dortmund und Wolfsburg schwergetan", sagte Veh und prophezeite: "Wir haben eine harte Nuss zu knacken."

Trotz der Niederlage bei Schalke 04 sieht der Eintracht-Coach sein Team für die knifflige Aufgabe gegen die Berliner, die mit bisher sieben Bundesliga-Auswärtssiegen nirgendwo erfolgreicher waren als in Frankfurt, gerüstet. "Wir haben eine gute Mischung von Typen, die mit solchen Situationen umgehen können", erklärte Veh.

Zwar sei die Tabelle für ihn in der Regel erst nach dem 10. Spieltag aussagekräftig, aber natürlich "ist fast jedes Spiel wegweisend, weil sich entscheidet, in welche Richtung es geht", so Veh. Mit einem Sieg würden die Frankfurter (8 Punkten) die Hertha (10) überflügeln und könnten einen großen Sprung in der Tabelle machen. Bei einer Niederlage müsste sich die Eintracht nach unten orientieren. Das will Veh auf jeden Fall vermeiden: "Die Null muss dieses Mal auf der richtigen Seite stehen."

dpa


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