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Fußball

Fischer bleibt Präsident von Eintracht Frankfurt

Peter Fischer bleibt Präsident von Eintracht Frankfurt. Der 58-Jährige wurde am Sonntag auf der Mitgliederversammlung mit überwältigender Mehrheit wiedergewählt.
Peter Fischer, Präsident von Eintracht Frankfurt.

Peter Fischer, Präsident von Eintracht Frankfurt.

© Boris Roessler/Archiv

Frankfurt/Main. Herausforderer Reiner Schäfer zog seine Kandidatur unmittelbar vor der Abstimmung zurück, da die Stimmung im Saal eindeutig pro Fischer war. Danach bekam der Amtsinhaber 99,9 Prozent der Stimmen. Es gab lediglich zwei Gegenstimmen und neun Enthaltungen. Fischer steht seit 2000 an der Spitze des Vereins. Und er führt mit seinen Präsidiumskollegen die Eintracht nun drei weitere Jahre.

"Mit diesem Ergebnis konnte niemand in der Welt rechnen", sagte Fischer. "Ich bin unheimlich froh und stolz auf", sagte der Eintracht-Präsident. "Ich denke, Lösungen und Angebote für die Zukunft haben heute eine entscheidende Rolle gespielt."

Der ehemalige Geschäftsführer Schäfer hatte den Amtsinhaber im Vorfeld der Versammlung heftig attackiert und ihm unter anderem "Misswirtschaft" vorgeworfen. Allerdings gelang es ihm nicht, die Mitglieder zu überzeugen.

Fischer hatte in seiner sehr emotionalen Rede zu Beginn der fast achtstündigen Versammlung um eine weitere Amtszeit geworben. "Ich stehe heute zum 15. Mal vor Ihnen und ich mache keinen Hehl daraus, dass ich mich freuen würde, wenn ich im nächsten Jahr auch ein 16. Mal vor ihnen stehen dürfte", sagte er in der Wolfgang-Steubing-Halle am Riederwald.

Dass er auch im kommenden Jahr wieder als Präsident in die Versammlung gehen wird, lag auch am extrem schwachen Auftritt von Schäfer. Der 70-Jährige trug seine Kritik auf erschreckend trockene Art und Weise vor und ließ jegliche Visionen für die Zukunft vermissen. Allerdings kam Schäfer auch erst gegen 18.40 Uhr dazu, um Stimmen zu werben. "Ich fühle mich wie auf einer Bergfahrt und strample gegen das Präsidiums an", kritisierte Schäfer den Fahrplan. Die Stimmung im Saal war da längst pro Fischer. Nach dessen zweiter Rede am Abend gab es minutenlangen Applaus. Daraufhin machte Schäfer einen Rückzieher. "Ich war chancenlos."

Immerhin sorgte die Tatsache, dass Fischer erstmals überhaupt einen Gegenkandidaten hatte, dafür, dass der Andrang auf die Versammlung so groß war, dass diese mit rund 50 Minuten Verspätung begann. Insgesamt waren rund 1000 Mitglieder gekommen, durch Vollmachten betrug die Anzahl der Stimmberechtigten bei der Präsidentenwahl 1308 Mitglieder. Cheftrainer Thomas Schaaf war mit seinen Assistenten ebenso anwesend wie ein Großteil der Profis um Toptorjäger Alexander Meier.

Fischer hatte die Anschuldigungen Schäfers zuvor zurückgewiesen. Er sprach vielmehr von einer "beachtlichen und erfolgreichen" Entwicklung des Vereins und verkündete stolz, dass die Eintracht nun 30 533 Mitglieder habe. Der 58-Jährige vermied es in seiner rund einstündigen Rede, Schäfer persönlich zu attackieren. Stattdessen übernahm der für die Finanzen zuständige Vize-Präsident Thomas Förster die Abrechnung mit Schäfer. "Herr Schäfer wollte den Präsidenten Peter Fischer diskreditieren, aber er hat den Verein beschädigt. Und dafür gehört er abgestraft", sagte Förster. Er sprach sogar von der Möglichkeit einer Strafanzeige oder Unterlassungsklage.

Finanziell befindet sich der Verein nach Aussagen von Förster auf einem guten Weg. Im Geschäftsjahr 2013/14 sei ein Jahresüberschuss von rund 350 000 Euro erwirtschaftet worden. Das Vereinsvermögen sei dadurch auf rund 735 000 Euro gestiegen. Die Verbindlichkeiten seien hingegen von etwa 13,5 Millionen Euro auf etwa 10,5 Millionen Euro reduziert worden. Die den Verein belastenden Steuernachforderungen liegen nach Angaben von Förster bei 3,8 Millionen Euro. Davon seien allerdings bereits 2,7 Millionen Euro beglichen worden.

dpa


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