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Hochschulen

Mit 14 an die Uni: Wie fühlt man sich als jüngster Student?

Bastian Eichenberger hat die Schule hinter sich und beginnt sein Studium. Klingt eigentlich nicht ungewöhnlich. Ist es aber: Er ist gerade mal 14. Und damit der jüngste Student in Baden- Württemberg.
Der jüngste Student in Baden-Württemberg: Der 14-Jährige Bastian Eichenberger hat sich an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg eingeschrieben.

Der jüngste Student in Baden-Württemberg: Der 14-Jährige Bastian Eichenberger hat sich an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg eingeschrieben.

© Patrick Seeger

Freiburg. Die Suche nach Gleichaltrigen kann Bastian Eichenberger vergessen. "Ich bin es gewohnt, der Jüngste zu sein, war und bin beim Lernen immer von Älteren umgeben", sagt der 14-Jährige. Seinen Schulabschluss und damit die Hochschulreife hat er vor einem Jahr gemacht, als er gerade 13 war. Nun startet der Teenager aus der Schweiz sein Studium. An der

Albert-Ludwigs-Universität Freiburg ist er im Bachelor-Studiengang Chemie eingeschrieben. Und damit nach Angaben des Wissenschaftsministeriums in Stuttgart der jüngste Student in Baden-Württemberg.

 

"Ich freue mich, dass es jetzt losgeht und kann es kaum erwarten, im Labor zu stehen", sagt der junge Mann, als er mit anderen Erstsemestern die Uni besucht. Dass er Rekorde aufstellt, ist er gewohnt. Mit zwei Jahren konnte er bereits lesen. Als er fünfeinhalb Jahre alt war, wurde er positiv auf Hochbegabung getestet. Die Schule hat er seither im Rekordtempo hinter sich gelassen, heute spricht und versteht er neun Sprachen. Und ist der jüngste Student der vor 557 Jahren gegründeten Freiburger Universität.

Eichenbergers Ziel: Er will in der Forschung arbeiten und neue Medikamente entwickeln. Freiburg ist für den Hochbegabten aus dem Schweizer Ort Oberwil bei Basel die erste Adresse, weil er noch zu Hause bei den Eltern wohnt. Er pendelt täglich mit dem Zug die 80 Kilometer vom Elternhaus an die Hochschule. Zeit für Sport und andere Freizeitaktivitäten bleiben kaum. "Ich möchte mich jetzt eigentlich auch auf mein Studium konzentrieren", sagt er: "Forschen und Lernen sind die Bereiche, die mir am meisten Spaß machen."

Für die Freiburger Uni ist Eichenberger ein Aushängeschild. "Wir werden ihn aber nicht als Werbeträger nutzen", sagt Uni-Rektor Hans-Jochen Schiewer. "Wir werden ihm, wie allen anderen Studenten auch, den richtigen Rahmen fürs Studium bieten."

Ihr Sohn sei so wie die meisten Hochbegabten, sagt seine Mutter Renate Eichenberger. "Das Umfeld, das ihn unterstützt, ist enorm wichtig." Hochbegabte Kinder und Jugendliche sollten gezielt gefördert werden, dadurch steige auch die Akzeptanz - und zudem die Entwicklungsmöglichkeiten.

"Der Lerneifer sollte nicht gebremst werden", sagt auch Hans-Ulrich Greiner, Präsident der

Deutschen Gesellschaft für das hochbegabte Kind in Berlin. Alleine seien Hochbegabte aber meist überfordert. "Gerade das hochbegabte Kind, dessen intellektuelle Lernfähigkeit vielfach nicht voll beansprucht wird, bedarf in besonderer Weise Förderung sowie Geduld, Toleranz und Ermutigung, wenn es zu sich und seinen Fähigkeiten Vertrauen finden soll." Die zur Be passende Schule und Hochschule sei daher wichtig - und zwar unabhängig vom Alter.

 

Mit 14 an die Uni - eine Premiere ist das nicht, sagt Arndt Oschmann vom Wissenschaftsministerium in Stuttgart. Im Wintersemester 2012/2013 gab es schon einmal einen 14-Jährigen an einer Hochschule im Südwesten, ein Jahr später drei 15-Jährige. Ob Bastian Eichenberger auch bundesweit der Jüngste ist, bleibt indes ungewiss. Da Hochschulen Ländersache sind, gibt es keinen deutschlandweiten Überblick.

Durch frühe Einschulung und die um ein Jahr verkürzte Gymnasialzeit gibt es inzwischen einige Studenten, die noch nicht volljährig sind, wenn sie ihr Studium starten. Ihr Anteil ist zwar gering, liegt laut Ministerium unter einem Prozent. Das Land musste trotzdem handeln: Durch im Sommer 2012 wirksam gewordene Gesetzesänderungen ist es möglich, dass Minderjährige am Studienort eigenständig lernen und wohnen können - ohne dass sie jedes Mal die Eltern fragen müssen.

dpa


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