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Der "kleine" Abschluss: Wie Bachelor reformiert wird

Bachelor nach sechs Semestern - zu vollgepackt sei das Studium, heißt es oft, zu verschult. Nun soll der Bachelor besser an die unterschiedlichen Bedürfnisse der Studenten angepasst werden.
Für viele Abiturienten geht es nach den Sommerferien mit der ersten Vorlesung los.

Für viele Abiturienten geht es nach den Sommerferien mit der ersten Vorlesung los.

© Thomas Frey

Berlin. Nach den Ferien beginnt für viele Abiturienten in Deutschland ein Bachelor-Studium. Der "kleine" Hochschulabschluss hat sich zwar als Brücke in den Beruf oder als Vorstufe zum höherwertigen Master-Grad bewährt. Doch finden viele den Bachelor zu schulisch und oft minderwertig. 

Nun haben sich die Hochschulen und die Bundesländer auf Reformvorschläge geeinigt - ein Überblick:

Warum soll es Änderungen am Bachelor-Studium geben?

Die Reformer wollen teils harscher Kritik begegnen. Der auf sechs Semester angelegte Bachelor wird gern geschmäht - als gerade mal dreijähriges "Schmalspurstudium", zu eng getaktet und mobilitätsfeindlich. Einige Schwachpunkte wollen Hochschulrektorenkonferenz (HRK) und Kultusministerkonferenz der Länder (KMK) jetzt ausräumen.

Um wie viele Bachelor-Studenten geht es in Deutschland?

Um sehr viele. Im Wintersemester 2014/2015 waren 88 Prozent aller Studiengänge Bachelor- und Masterstudiengänge, bei den Fachhochschulen lag der Anteil bei 99 Prozent, wie die neue Erklärung von KMK und HRK auflistet. An Musikhochschulen betrug er 84, an Kunsthochschulen 62 Prozent. Bei Lehramt, Medizin, Pharmazie und Rechtswissenschaften ist der Bachelor weniger weit verbreitet. Laut Statistischem Bundesamt studieren drei Viertel der 2,7 Millionen Studenten auf Bachelor oder Master. Die Reform für kürzere Studienzeiten, europaweite Vergleichbarkeit und Mobilität, ist also angekommen. Aber 28 Prozent brechen das Bachelor-Studium ab.

Was könnte konkret anders werden im Studienverlauf?

Studierende sollen mehr Freiräume erhalten. Hochschulen sollen mehr Flexibilität bei der Gestaltung von Studienverläufen bekommen. Angesichts der heterogenen Studierendenschaft soll die Lehre qualifizierter werden. Die "Übersättigung mit Inhalten" im knapp bemessenen Bachelor-Studium müsse aufhören, sagt HRK-Vize Holger Burckhart. Teilzeit-, Fern- oder berufsbegleitendes Studium sowie Studieren mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten soll gestärkt werden. Vorgaben zur Regelstudienzeit sollten flexibler gehandhabt werden.

Was soll sich bei den Noten ändern?

Um Druck vom Kessel zu nehmen, sollen Hochschulen insbesondere für die ersten beiden Semester von einer Einbeziehung von Noten in die Berechnung der Endnote absehen können. Auch "bestanden" oder "nicht bestanden" könne reichen. 

Soll ein Studium dann insgesamt länger dauern?

Das kalkulieren die Hochschulen ein. "Es sollte künftig keine starre staatliche Vorgabe für eine Gesamtstudienzeit Bachelor und Master von zehn Semestern mehr geben", sagt HRK-Chef Horst Hippler. "Ein Bachelor in Physik ist nie im Leben ein Physiker", sagte der Karlsruher Physik-Professor einmal. 

Wie sind die Berufsaussichten von Bachelor-Studenten?

"Bachelor-Absolventen machen Karriere", sagt Bundesbildungsministerin Johanna Wanka (CDU). Die Arbeitslosenquote von Fachhochschulabsolventen liegt bei etwa drei Prozent, unter Uni-Absolventen sind es sogar nur rund zwei Prozent. Der Bildungsbericht 2016 notiert: "Zwei Drittel der Bachelors von Universitäten und drei Viertel aus Fachhochschulen, die nach dem Bachelor erwerbstätig werden, sind (...) etwa ein Jahr nach dem Studium in Positionen tätig, für die ein Hochschulabschluss erforderlich ist." Die Praxistauglichkeit ist aber umstritten. 

Wie geht es jetzt mit dem Reformschub weiter?

Im kommenden Wintersemester ändert sich im Uni-Alltag wohl noch nichts. Nun ist eine Vereinbarung zwischen Hochschulen und Ländern fertig. Wie schnell es zur konkreten Umsetzung an den Hochschulen kommt, bleibt abzuwarten.

dpa


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