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Arbeit

Der bewegte Job: Im Sportstudium früh Schwerpunkte setzen

Wer sich gerne bewegt, kommt im Sportstudium voll auf seine Kosten. Aber das allein reicht nicht. Setzen Hochschüler nicht rechtzeitig Schwerpunkte, haben sie es später auf dem Arbeitsmarkt mitunter schwer.
Klaus Sarsky ist stellvertretender Stützpunktleiter und Laufbahnberater am Olympiastützpunkt Bayern.

Klaus Sarsky ist stellvertretender Stützpunktleiter und Laufbahnberater am Olympiastützpunkt Bayern.

© Klaus Sarsky

Köln. Schwimmen, laufen, turnen: Wer an der Deutschen Sporthochschule Köln (DSHS) Sport studieren will, muss erst einmal den Eignungstest bestehen. Einen ganzen Tag lang müssen die Bewerber ran. Wer sich gerne bewegt, ist hier voll in seinem Element.

"Man muss kein Leistungssportler sein, um den Sporttest zu bestehen", winkt Prof. Jens Kleinert von der DSHS ab. Aber trotzdem: Ganz ohne Vorbereitung klappt es oft nicht. Bei anderen Hochschulen ist es ähnlich.

Den ganzen Tag Sport treiben - für sportbegeisterte Schüler klingt das verlockend. Sie gehen mit einem Sportstudium ihrer Leidenschaft nach - und haben danach auch noch einen Hochschulabschluss in der Tasche. Rund 28 000 Studenten haben 2014 im Bereich Sport studiert. Mehr als 300 grundständige Bachelorstudiengänge gibt es zum Thema. Sie reichen von Sportwissenschaft über Rehabilitationsport bis hin zu Sport auf Lehramt. Doch wie sind - abseits vom Lehramt - eigentlich die Chancen auf dem Arbeitsmarkt? Was wird man damit? Und wie bereitet man den Einstieg in den Arbeitsmarkt bestmöglich vor?

"Die Chancen auf dem Arbeitsmarkt sind nicht schlecht", sagt Franz Riedmiller vom Hochschulteam der Agentur für Arbeit München. Nach dem Abschluss hätten viele erst einmal eine Phase der Suche von drei bis sechs Monaten. Dann kommen die meisten aber unter. Trotzdem empfindet mancher den Einstieg als mühselig. "Mit Sport ist es anders als mit Medizin, das Studium mündet nicht in einem bestimmten Beruf", erklärt Klaus Sarsky. Er ist stellvertretender Stützpunktleiter und Laufbahnberater am Olympiastützpunkt Bayern. Wer nicht rechtzeitig Schwerpunkte setzt, könne am Ende von allem etwas und nichts richtig.

Zu den Berufsfeldern, die nach dem Abschluss infrage kommen, gehört etwa der Bereich Sportmanagement. Karriereziele im Non-profit-Bereich sind etwa die Posten als Geschäftsführer oder Sportdirektor bei Vereinen, Verbänden oder Olympiastützpunkten, erläutert Sarsky. Im Profit-Bereich sind potenzielle Arbeitgeber etwa Sponsoring-Agenturen und Fitness-Center. Oder man strebt beispielsweise den Geschäftsführerposten in einem Golfclub an.

Dann gibt es die Möglichkeit, als hauptamtlicher Trainer zu arbeiten. "Das ist allerdings ein sehr übersichtlicher Bereich und meist auf den Spitzensport beschränkt", sagt Sarsky. In vielen Sportarten wie zum Beispiel Judo kommen häufig nur die Bundesligavereine für eine Festanstellung in Frage oder der Spitzenverband mit seinen Bundestrainerposten. Geht man auf die Ebene der Landesverbände, kommen nur noch sehr wenige dazu. "Gemessen an den Tausenden Sportabsolventen jedes Jahr, ist das ein verschwindend geringer Bereich."

Weiter gibt es den Bereich Trainingswissenschaft. Absolventen mit diesem Schwerpunkt sind Spezialisten für Themen wie Leistungsdiagnostik und Bewegungsoptimierung. Solche Fachkräfte gibt es an allen Olympiastützpunkten, aber auch in großen Fitnessstudios und an den entsprechenden Instituten der Universitäten. Und es gibt Sporttherapeuten, erklärt Riedmiller. Sie arbeiten zum Beispiel in Reha-Kliniken und kommen zum Einsatz, wenn bei jemandem nach einem Kreuzbandriss die Kniemuskulatur wieder aufgebaut wird.

Schließlich besteht noch die Möglichkeit, in Firmen im Betriebssport tätig zu sein, ergänzt Sarsky. Die Experten konzipieren beispielsweise Sportprogramme für Mitarbeiter. Und es gibt die Tätigkeitsfelder Sportmarketing, Sport-Journalismus und natürlich Sport auf Lehramt.

"Wichtig ist im Sportstudium, sich möglichst früh durch Praktika ein Profil zu erarbeiten", sagt Prof. Kleinert. Es sei gar nicht so selten, dass später genau über diese Praktika aus dem Studium der Berufseinstieg klappt. Das klare Profil sei spätestens im Master entscheidend. Aber längst nicht alle kümmern sich ausreichend darum.

Und längst nicht alle wissen, worauf sie sich in diesem Studium eigentlich einlassen: "Wer nur am Sporttreiben interessiert ist, ist im Sportstudium verkehrt", sagt Prof. Kleinert. Es gehe viel um Theorie, also darum, sich fundiert und wissenschaftlich mit dem Thema Sport auseinanderzusetzen. Typische Fragestellungen sind etwa: Wie bleibt man gesund? Wie motiviert man Menschen? Das alles wird in der wissenschaftlichen Auseinandersetzung mit dem Thema Sport behandelt.

Wer jedoch von Anfang an seinen Weg konsequent geht, hat gute Chancen, mit einem Sportstudium schnell eine Anstellung zu finden. Und eins ist dabei sicher: Wer sich gerne bewegt, hat im Sportstudium sehr viel Spaß.

dpa


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