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Arbeit

Wie werde ich..? Tiermedizinische/r Fachangestellte/r (TFA)

Sich den ganzen Tag um das Wohl von Hunden, Katzen & Co. zu kümmern und damit Geld verdienen: Das klingt für viele nach einem Traumjob. Doch der Alltag eines Tiermedizinischen Fachangestellten ist anspruchsvoller als viele denken.
Alles in Ordnung mit Maya? Melissa Schreckenberg kontrolliert den Zustand des Hundes nach der Kastration. Schreckenberg lernt den Beruf der Tiermedizinischen Fachangestellten im dritten Lehrjahr bei Dr. Gabriele Wiegand-Tripp in Borchen.

Alles in Ordnung mit Maya? Melissa Schreckenberg kontrolliert den Zustand des Hundes nach der Kastration. Schreckenberg lernt den Beruf der Tiermedizinischen Fachangestellten im dritten Lehrjahr bei Dr. Gabriele Wiegand-Tripp in Borchen.

© Ina Fassbender

Borchen. Ihren Berufswunsch entwickelte Melissa Schreckenberg mit zwölf. Damals lief der Nachbarin ein Eichhörnchenbaby zu, die es mit der Flasche aufzog. Schreckenberg lief so oft wie möglich nach nebenan, um bei der Pflege zu helfen.

"Das war für mich eine Art Schlüsselerlebnis", sagt die heute 18-Jährige. In ihr reifte der Wunsch,

Tiermedizinische Fachangestellte (TFA) zu werden. Inzwischen macht sie die Ausbildung in der Praxis für Kleintiere der Veterinärmedizinerin Gabriele Wiegand-Tripp im nordrhein-westfälischen Borchen.

"Ganz ehrlich, ich habe am Anfang meiner Lehre den Arbeitsalltag etwas unterschätzt", gibt Schreckenberg zu. Ein starker Bezug zu Tieren ist zwar ein absolutes Muss für die Tätigkeit. Das allein reicht aber nicht. Mindestens ebenso wichtig ist der freundliche Umgang mit den Tierhaltern. "Die Leute, die zu uns in die Praxis kommen, sind manchmal verzweifelt, weil es ihrem Tier so schlecht geht", erzählt die 18-Jährige. Dann muss die TFA einen kühlen Kopf bewahren, Einfühlungsvermögen zeigen und gleichzeitig den Praxisablauf im Auge behalten.

Doch obgleich sie inzwischen mehrere solcher Fälle erlebt hat, würde sie sich für die dreijährige Ausbildung zur TFA aufs Neue entscheiden. "Die Tätigkeit ist enorm vielseitig", sagt sie. Praxismanagement, Laboruntersuchungen, Schriftverkehr - das ist ein Teil der Aufgaben von TFA.

Von Bewerbern wird kein bestimmter Schulabschluss erwartet. Gern gesehen ist ein Realschulabschluss, die Fachhochschulreife oder Abitur. "Grundkenntnisse in Physik, Chemie und natürlich in Biologie sind sehr hilfreich", sagt Silke Agus. Sie ist beim Verband medizinischer Fachberufe Leiterin des Referats Tiermedizinische Fachangestellte. Das naturwissenschaftliche Wissen hilft, Abläufe bei Laborarbeiten und bei Röntgenaufnahmen zu verstehen.

TFA arbeiten in Tierarztpraxen, Kliniken oder in Zoos. Rund 95 Prozent von ihnen sind nach Verbandsangaben Frauen. Die meisten sind in einer Kleintierpraxis beschäftigt. Dort müssen sie Organisationstalent haben.

"Bevor man mit der Ausbildung loslegt, sollte man wissen, dass es besser bezahlte Berufe gibt", sagt Schreckenberg. Die Ausbildungsvergütung liegt nach BIBB-Angaben im Schnitt bei 580 Euro im ersten und steigt bis auf 700 Euro im dritten Ausbildungsjahr. "Das sind aber nur grobe Richtwerte", erklärt Gisela Mettin vom Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) mit Sitz in Bonn. Die genaue Höhe der Vergütung kann je nach Bundesland und Arbeitgeber variieren. Gleiches gilt auch für das Einstiegsgehalt nach der Ausbildung. "Die Tarifgehälter liegen bei zwischen 1572 und 1886 Euro brutto im Monat", erklärt Agus. Bei nicht tariflich gebundenen Arbeitsverhältnissen kann das Gehalt deutlich niedriger sein.

Melissa Schreckenberg geht es erst einmal darum, ihre Ausbildung gut zu Ende zu bringen. Den Jugendlichen, die die Tätigkeit von TFAs als Traumjob ansehen, empfiehlt sie, erst einmal ein mehrwöchiges Praktikum in einer Tierarztpraxis zu machen. "Der Alltag sieht anders aus als in Filmen", sagt sie.

dpa


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