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Wie werde ich..? Tattooentferner/in

Als der Laser auf seine Haut trifft, ballt der Mann die Hand noch ein bisschen fester zur Faust zusammen. Die Adern am Arm treten hervor, die Muskeln zeichnen sich ab.
Um ein Tattoo zu entfernen, werden heute in der Regel Laser benutzt. Lichtsignale zerkleinern die Farbpigmente in der Haut. Diese können dann über die Lymphe abtransportiert werden.

Um ein Tattoo zu entfernen, werden heute in der Regel Laser benutzt. Lichtsignale zerkleinern die Farbpigmente in der Haut. Diese können dann über die Lymphe abtransportiert werden.

© Inga Kjer

Berlin. "Geht's noch"?", fragt Dr. Carsten Philipp, bestimmt zum dritten oder vierten Mal. Ein leises Brummen.

Dann nimmt er einen neuen Eiswürfel, drückt ihn auf das Sonnen-Tattoo am Oberarm seines Kunden, setzt den Laser an und schießt. Die Haut des Mannes ist geschwollen und rot.

Sich ein kleines chinesisches Schriftzeichen tätowieren zu lassen, dauert zwei oder drei Sitzungen. "Es wieder zu entfernen, ist um ein Vielfaches aufwendiger", erklärt Dr. Philipp. Er ist leitender Arzt im Zentrum für Lasermedizin in der Evangelischen Elisabeth Klinik in Berlin. Wer sich wie der Kunde eine Sonne stechen lässt, die den ganzen Oberarm ziert, muss zwischen acht- und zwölfmal kommen. Eine Behandlung kostet zwischen 120 und 140 Euro.

Soll ein Tattoo entfernt werden, sendet ein Lasergerät Lichtimpulse aus und zerstört die Farbpigmente in der Haut, erläutert Prof. Wolfgang Bäumler, der zum Thema Tattoos an der Universität Regensburg forscht. Diese sind dann so klein, dass sie über die Lymphe abtransportiert werden können. Selten lässt sich der Körperschmuck spurlos entfernen. Mit den derzeit verfügbaren Lasern bekommt man manche Farben wie Gelb häufig nicht weg. Im schlimmsten Fall bleibt das Tattoo deshalb am Ende zum Teil stehen, erklärt Prof. Bäumler.

Im Prinzip kann die Dienstleistung jeder anbieten, der einen Laser und einen Gewerbeschein hat. Die Laser kosten ab 10 000 Euro aufwärts. Um so ein Gerät betreiben zu können, braucht es einen Laserschutzkurs. Der lässt sich an ein bis zwei Wochenenden absolvieren und kostet nicht mehr als ein paar hundert Euro.

So hat auch Markus Lühr angefangen. Er ist Geschäftsführer von Tattoolos, einer Entfernungs-Kette mit mittlerweile sieben Standorten in Deutschland. Eigentlich ist er gelernter Marketingkaufmann. Vor acht Jahren hat er sich mit seiner Frau zusammen selbstständig gemacht. Pro Tag behandeln sie in ihren Berliner Studios bis zu 60 Tätowierungen. "Wir sind selbst vom Erfolg überrascht."

Lühr und seine Frau haben sich die Tattooentfernung autodidaktisch beigebracht. Inzwischen bieten sie selbst einen Wochenendkurs zum Thema an. Zu ihnen kommen zum Beispiel Kosmetiker und Heilpraktiker, die das Entfernen von Tattoos als Zusatzgeschäft anbieten wollen. Lühr rechnet, dass sich ein eigenständiges Studio für Tattooentfernung ab einem Einzugsgebiet von rund 100 000 Menschen lohnt. Nach einem halben Jahr könne man damit etwa so viel verdienen, dass man die Miete wieder drinnen hat und circa 1500 Euro herausziehen kann.

Doch zu einfach sollte man sich das Handwerk nicht vorstellen. Wer beim Lasern Fehler macht, kann die Haut schwer schädigen. Es kann zu Schwellungen und Blasen kommen, und die Kunden können im schlimmsten Fall Schmerzensgeldforderungen stellen.

Das kann Dr. Philipp von der Laserambulanz nur bestätigen. Am liebsten erinnert er sich an die Geschichte mit der australischen Austauschschülerin. Sie hatte sich an ihrem ersten Wochenende in Berlin ein Tattoo stechen lassen - ohne Einwilligung ihrer Eltern. Entsprechend geschockt reagierte die Gastfamilie. Insgesamt ein Jahr war das Mädchen in Deutschland. Die restlichen zwölf Monate besuchte die Schülerin dann regelmäßig Philipp in der Laserambulanz. Als sie zu ihren Eltern zurückkehrte, war ihre Haut nahezu unversehrt.

dpa


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