Navigation:
Ticket-Shop Anzeigen- und Abo-Service

Arbeit

Wie werde ich...? Konditor/in

Sie sind die Künstler am Kuchenblech, zaubern mit reichen Cremes und fluffigen Teigen die leckersten Torten. Doch um als Konditor genussvolle "Mmmh's" hervorzurufen, müssen Lehrlinge erst einmal das Handwerk an der Spritztüte lernen - rechnen inklusive.
Ohne reichlich Creme schmeckt der Frankfurter Kranz nicht: Antje Popp hat während ihrer Ausbildung alles über seine Herstellung gelernt.

Ohne reichlich Creme schmeckt der Frankfurter Kranz nicht: Antje Popp hat während ihrer Ausbildung alles über seine Herstellung gelernt.

© Markus Scholz

Hamburg. Antje Popp wollte nicht ins Büro. Sie wollte mit ihren Händen arbeiten, etwas Kreatives machen. Also entschied sie sich für eine Ausbildung zur

Konditorin. Ihre Vorstellungen vom Job haben sich größtenteils bewahrheitet, erzählt die Gesellin aus Hamburg. "Aber natürlich arbeitet man auf Kundenwunsch und kann nicht immer alles umsetzen." Heute steht die 33-Jährige hauptsächlich in der kalten Konditorei, wo nicht gebacken werden muss. Sie kümmert sich darum, Sahne und Cremes anzuschlagen oder mit Marzipanmasse zu dekorieren. Dafür braucht sie eine ruhige Hand.

 

Grobmotorisch sollte ein angehender Konditor daher nicht sein, weiß Gerhard Schenk. Er ist Präsident des

Deutschen Konditorenbundes. Gut sei, vor der Entscheidung zur

Ausbildung ein Praktikum zu machen. So erfahren Jugendliche nicht nur, ob ihnen die Arbeit gefällt. Sie können auch gleich Kontakt zum Betrieb knüpfen, in dem sie die Ausbildung machen möchten.

 

Bei Popp lief es genau so. Erst machte sie ein einwöchiges Praktikum, dann bekam sie den Ausbildungsplatz im gleichen Betrieb. Ein- bis zweimal in der Woche lernte sie außerdem in einer Berufsschule - da vor allem die Theorie.

Dazu gehört zum Beispiel die Lebensmittelkunde. Sich mit den Inhaltsstoffen auszukennen, ist etwa wichtig, wenn Kunden Nahrungsmittelunverträglichkeiten haben, erklärt Johanna Telieps. Sie ist beim

Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) für ernährungswissenschaftliche Berufe zuständig. Außerdem müssen Hygienestandards und Hintergründe von der Lagerung bis zur Verarbeitung gelernt werden.

 

Auch Mathematik gehört zum Konditorenalltag, erklärt Schenk. Zum Beispiel, wenn ein Konditor ein Rezept auf eine andere Menge anpassen möchte. Außerdem brauchen Konditoren einen Sinn für Formen und Farben.

Für Schenk ist auch noch etwas anderes Voraussetzung: ein gewisser Grad an Fitness. "Wir sind den ganzen Tag auf den Beinen", beschreibt er. Der Konditor arbeite nun einmal in einem Handwerksbetrieb, da sei Körpereinsatz gefragt. Langschläfer werden in dem Beruf übrigens voraussichtlich nicht glücklich. Etwa um 6.00 Uhr geht es los, sagt Schenk. Popp erzählt, sie stehe häufig auch schon um 4.30 oder 5.00 Uhr in der Konditorei.

2012 entschieden sich - trotz des frühen Weckerklingelns - rund 1800 Auszubildende für eine Lehre als Konditor. Frauen sind mit etwa 1300 dabei deutlich in der Mehrheit.

Ohne Teamarbeit ist es schwierig, die vielen verschiedenen Torten und Gebäcke von der Backstube hinter die Theke und zu den Kunden nach Hause zu bekommen. "Man muss Hand in Hand arbeiten", erzählt Popp aus ihrem Alltag. Jeder macht zwar einzelne Schritte selbstständig - zum Beispiel die Dekoration einer Torte - aber das fertige Produkt ist meist ein Gemeinschaftswerk.

Nach der Ausbildung stehen Konditoren mehrere Möglichkeiten offen: Zum einen können sie als Geselle im Betrieb bleiben, wenn sie übernommen werden. "Ein Teil macht auch eine zweite Lehre", sagt Schenk - zum Beispiel als Koch oder Bäcker. Über Fortbildungen können sie sich auch für die Lebensmittelindustrie oder -überwachung qualifizieren. Möglich sei außerdem, als Patissier auf einem Schiff zu arbeiten.

Den Meister müssen Gesellen machen, wenn sie ihre eigene Konditorei führen wollen. Antje Popp hat sich dagegen entschieden. "Für mich hätte es nicht viele Vorteile", sagt sie. Die schönen Seiten des Jobs erfährt sie auch so: Dazu gehören besondere Aufträge wie Hochzeits- und Geburtstagstorten. "Wir haben einmal einen ganzen Freizeitpark nachgebaut mit Figuren." Und wenn der Kunde mit den essbaren Kunstwerken zufrieden ist, mache sie das stolz.

dpa


Nächster Artikel
Nächster Artikel
Vorheriger Artikel
Voriger Artikel

Anzeige




Jubiläum




Wünsche




Terra-Tech




Lokschuppen-Sanierung

Lokschuppen-Sanierung: Sollten Marburger über die Umsetzung eingereichter Projektangebote abstimmen dürfen?

Sport-Tabellen




Spielerkader




zur Galerie

Fußballfotos vom Wochenende

Sonderveröffentlichungen




Spielplatz-Serie




LWL-Shop




Mit der OP durch das Gartenjahr




Blende 2016




Heimatprämie sichern!




Instagram

Meistgelesene Artikel

Schüler lesen die OP




Kommentare




OP kostenlos lesen




Der Online-Shop der OP




Städtewetter
Ihre Stadt/Ihr Ort
Tagestemperatur
°
Tiefsttemperatur
°
Regenprognose
%
Windstärke
km/h
Pollenflug
Ihre Wettervorschau
zur Galerie

Willkommen im Leben:

Die Transfers im Landkreis




Die OP-Serien

Mmmm, wie das duftet! Das Rezept für diesen saftigen Stollen finden Sie unten im Text. Foto: Hartmut Berge Besser Esser

Christstollen: Ein Gebäck fürs ganze Jahr

Als die OP Mike Schmidt in der Backstube besucht, riecht es nach Rosinen und Mandeln. Der 39-Jährige macht das, was seine Vorfahren schon vor rund 180 Jahren in der Vorweihnachtszeit praktizierten: Er backt Stollen. mehrKostenpflichtiger Inhalt

In 12 Schritten zum perfekten ChriststollenGalerie   



90 regionale Rezepte: Das Besser-Esser-Buch


Das Besser Esser Buch mit 70 regionalen Rezepten.

Die Grill-App der Oberhessischen Presse


Rostkost: Rezepte und Grilltechnik