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Wie werde ich..? Kaufmann/-frau für Tourismus und Freizeit

Beim Kaufmann für Tourismus und Freizeit denken viele erst einmal an den Verkäufer im Reisebüro. Doch weit gefehlt. Die Fachkräfte schicken Menschen nicht an exotische Ziele. Sie wollen sie vielmehr herlocken.
Nichts für Schüchterne: Als angehende Kauffrau für Tourismus und Freizeit ist Kommunikation für Janina Vogel das A und O. Sie lernt bei der Agentur Visit Berlin. Ihre Aufgabe ist etwa, Kooperationen mit örtlichen Partnern wie Hotels, Theatern oder Restaurants auszuhandeln.

Nichts für Schüchterne: Als angehende Kauffrau für Tourismus und Freizeit ist Kommunikation für Janina Vogel das A und O. Sie lernt bei der Agentur Visit Berlin. Ihre Aufgabe ist etwa, Kooperationen mit örtlichen Partnern wie Hotels, Theatern oder Restaurants auszuhandeln.

© Klaus-Dietmar Gabbert

Berlin. Eigentlich ist es doch ein Selbstläufer, Besucher nach Berlin zu holen. Die Hauptstadt zieht Touristen an wie ein Magnet. 2014 kamen 11,9 Millionen Besucher. Trotzdem muss das Produkt Berlin aktiv verkauft werden, sagt Janina Vogel.

Die 23-Jährige macht bei der Tourismus-Marketingagentur Visit Berlin die Ausbildung zur Kauffrau für Tourismus und Freizeit. Die junge Frau kennt die Vorzüge der Hauptstadt genau. Schließlich ist sie Berlinerin. Trotzdem: "Wir müssen immer wieder neue Anlässe bieten, in die Stadt zu kommen."

Während der klassische Tourismuskaufmann Menschen in den Urlaub schickt, ist es das Ziel des

Kaufmanns für Tourismus und Freizeit, Besucher an einen Ort zu holen. In diesem Job dreht sich entsprechend viel um Marketing, Marktanalyse und Produktentwicklung.

Von Berlin geht es nach Aachen. Die Stadt im Dreiländereck Deutschland, Niederlande und Belgien ist bekannt für ihren prachtvollen Dom, der zum Unesco-Welterbe gehört.

Mehr verbindet der durchschnittliche Bürger aber nicht mit Aachen. Dass sich ein Besuch dennoch lohnen kann, versucht das städtische Tourismusbüro Aachen Tourist Service zu vermitteln. Da sind Kreativität und analytisches Denken gefragt.

Weil Aachen eine Studentenstadt ist, haben Auszubildende des Tourismusbüros zum Beispiel eine Pauschale für die Eltern der Studenten entwickelt, erzählt Gabriele Philipp.

Sie ist beim Aachen Tourist Service Ausbildungsverantwortliche. Das Paket soll Eltern für einen Besuch beim Nachwuchs begeistern. Die Pauschale bietet neben der Hotelübernachtung ein Frühstück im Studentenviertel.

Die Aachener Studentenpauschale ist ein typisches Beispiel für Produkte, die Kaufleute für Tourismus und Freizeit entwickeln. "Sie bewerben die Destination und schauen: Was ist vor Ort vorhanden und wie erstellt man daraus attraktive Pakete", erklärt Robin Bentz von der Industrie- und Handelskammer (IHK) in Köln. Dafür ist Kommunikationsstärke gefragt. "Schüchterne Menschen sind bei dieser Ausbildung nicht richtig", sagt Bentz.

Gute Englisch-Kenntnisse sind eine Mindestvoraussetzung, um in Ausbildung und späterem Berufsleben bestehen zu können. "Fremdsprachen sind Pflicht", sagt Philipp. Bei ihr im Aachen Tourist Service sind wegen der geografischen Lage vor allem noch Niederländisch und Französisch gefragt.

Wenn man die Zahl der

Auszubildenden als Maßstab nimmt, führt die Ausbildung zum Kaufmann für Tourismus und Freizeit im Vergleich zu den Tourismuskaufleuten eher ein Nischendasein. Der Grund dafür liegt in der Zahl der Ausbildungsbetriebe, sagt Philipp.

"Den Beruf bilden Freizeiteinrichtungen, Tourismusbüros und mitunter noch Campingplätze aus." Demgegenüber stehen viele Reisebüros und Reiseveranstaltern, die eher klassische Tourismuskaufleute ausbilden.

Ein großer Vorteil der Ausbildung sind die vielseitigen Einsatzmöglichkeiten danach. Man ist nicht auf den Tourismus-Sektor festgelegt. Janina Vogel hat über ein Jahr ihrer Ausbildung hinter sich, fast zwei stehen ihr noch bevor.

Sie möchte danach weiter im Tourismus und bei Visit Berlin arbeiten. "Was gibt es Besseres, als die eigene Stadt zu vermarkten?", fragt sie.

dpa


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