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Wie werde ich...? Automatenfachkraft

Eine Packung Zigaretten ziehen oder am Bahnsteig ein Ticket kaufen: dank Automaten alles kein Problem. Damit die Technik der Geräte funktioniert, sind Automatenfachleute im Einsatz. Die Ausbildungsordnung wird zum August modernisiert.
Carmen Popov wurde nach ihrer Ausbildung von ihrem Betrieb übernommen. Inzwischen wartet sie Automaten in ganz Nordrhein-Westfalen. Foto: Judith Michaelis

Carmen Popov wurde nach ihrer Ausbildung von ihrem Betrieb übernommen. Inzwischen wartet sie Automaten in ganz Nordrhein-Westfalen. Foto: Judith Michaelis

Mülheim an der Ruhr. Vor zwei Jahren gab es einen neuen 5-Euro-Schein. Für viele wurde er zum Ärgernis. Vom Ticketautomat der Deutschen Bahn bis zum Getränkeautomat erkannten viele Geräte den neuen Schein nicht und spuckten ihn wieder aus.

Es dauerte, bis die Software aller Automaten aktualisiert war und die Geräte die neue Banknote schluckten. Ein Ärgernis nicht nur für die Kunden, sondern auch für die betroffenen Firmen. Dieser Extremfall zeigt: Damit die Automaten der Republik reibungslos funktionieren, braucht es Fachkräfte, die für deren Wartung sorgen.

Seit 2008 gibt es zwei Berufsausbildungen, die auf die Tätigkeit eines Automatenfachmanns vorbereiten. Im August dieses Jahres werden sie im Zuge einer neuen Ausbildungsordnung zu einer zusammengefasst. Künftig können Betriebe

Automatenfachleute nur noch über drei Jahre ausbilden. Bisher hatten Jugendliche die Wahl zwischen zwei und drei Jahren Ausbildungszeit.

Bald können Auszubildende außerdem zwischen den beiden Fachrichtungen Automatenmechatronik und Automatendienstleistung wählen. Wer sich für die Fachrichtung Automatenmechatronik entscheidet, sollte Interesse an Technik und Mathe mitbringen, sagt Brigitte Seyfried. Sie ist zuständig für das Thema beim Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB).

Der Automatenfachfrau Carmen Popov macht Technik Spaß: "Schon früher habe ich lieber mit Vati am Auto herum geschraubt, als Mutti beim Kochen zu helfen", erzählt die 24-Jährige. Nach dem Abitur wollte Popov nicht studieren. "Meine Mutter arbeitete in einer Spielhalle und machte mich auf den Beruf aufmerksam", erzählt sie.

In der Lehre lernen die Auszubildenden, Automaten zu installieren und zu warten. Sie beschäftigen sich mit verschiedenen Diagnose- und Wartungssystemen und wissen, was zu tun ist, wenn der Automat mal klemmt. In der Fachrichtung Automatendienstleistung haben Azubis die Wahl zwischen den Schwerpunkten Kaufmännische Geschäftsprozesse oder Kundenbetreuung.

Egal ob Azubis in ihrem Betrieb ausschließlich mit Spiel-, Getränke- oder Ticketautomaten hantieren: Sie sind später universell einsetzbar. "Die Ausbildung ist generalisiert und nicht an bestimmte Automaten gebunden", erklärt Erwin Koschembar, Ausbildungsbeauftragter bei der Deutschen Automatenwirtschaft.

Nach erfolgreichem Abschluss müssen Automatenfachleute eher selten auf Jobsuche. "In der gesamten Branche gibt es häufig Übernahmegarantien", sagt Koschembar.

Carmen Popov wurde nach dem Abschluss ihrer Ausbildung vor zwei Jahren von ihrem Ausbildungsbetrieb übernommen. Zu tun gibt es genug. Alle sechs Wochen müsse jeder Automat gewartet werden, erzählt sie. Sie selbst darf nicht an den Spielautomaten zocken, die sie repariert und wartet. "Diese Regelung gibt es wegen dem Außeneindruck auf den Kunden", sagt Popov. Die glauben sonst schnell, dass sie und ihre Kollegen wissen, welcher Automat wann Gewinne ausschüttet. Doch wo die Münzen letztlich klimpern, entscheidet eine Zufallssoftware.

dpa


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