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Womit Frauen auf dem Weg nach oben kämpfen

Doktorarbeit beschäftigt. Für ihre Promotion ist sie nun für den Studienpreis der Körber-Stiftung nominiert. Im Interview erklärt sie, was sie herausgefunden hat.
Noch immer gibt es deutlich weniger Frauen als Männer in Führungspositionen.

Noch immer gibt es deutlich weniger Frauen als Männer in Führungspositionen.

© Franziska Gabbert

Frankfurt/Main. hre Promotion ist sie nun für den Studienpreis der Körber-Stiftung nominiert. Im Interview erklärt sie, was sie herausgefunden hat.

 

 

Frauen bekleiden seltener Führungspositionen als Männer, und das, obwohl sie genauso häufig erwerbstätig sind und häufig sogar bessere Bildungsabschlüsse haben. Haben Frauen keine Lust zu führen?

 

Alina Hernandez-Bark: Jein. Wenn man sich Studien anschaut, haben Frauen im Schnitt in allen westlichen Ländern weniger Machtstreben. Sie verlangen weniger nach Autorität und Status. Ich bin allerdings der festen Überzeugung, dass das mit der Konnotation von Macht zusammenhängt. Das ist nicht passend zu der Geschlechtsrolle der Frau. Frauen sollen lieb, nett und unterstützend sein, aber nicht dominant und auf den Tisch hauen und sagen, ich will nach oben.

 

Das Frauenbild hat sich doch gewandelt. Zeigen sich keine Veränderungen im Machtstreben?

 

Hernandez-Bark: Jein. Es gibt Veränderungen, die heute im Frauenbild toleriert werden. Ehemals männliche Eigenschaften, wie zum Beispiel unabhängig zu sein, werden heutzutage für Frauen eher toleriert und sind deshalb für viele auch erstrebenswert. Eine Frau sollte trotzdem definitiv kein ausschließlich dominantes Verhalten zeigen, wenn sie Karriere machen will. Denn sie wird dafür immer noch abgestraft. Sie wird weniger häufig eingestellt, weniger gemocht und häufiger gemobbt.

 

Sie sagen, Frauen geraten auf dem Weg nach oben in ein Labyrinth aus Hindernissen. Welche sind das?

 

Hernandez-Bark: Um in eine Führungsposition zu kommen, braucht man Fähigkeit, Motivation und Möglichkeiten. Was die Fähigkeit angeht, zeigen Studien, dass Frauen durchaus führen können und teilweise sogar effektiver führen als Männer. Was die Motivation angeht, schneiden die Männer stärker ab, aber aufgrund der eben erklärten Geschlechterrollen. Bei den Möglichkeiten sind Frauen gegenüber Männern benachteiligt.

 

Wieso?

 

Hernandez-Bark: Frauen haben dadurch einen Nachteil, dass ihre Geschlechterrolle trotz leichter Veränderungen nicht den Vorstellungen von Führung entspricht. Das führt dazu, dass sie unbewusst weniger das Potenzial für Führungsaufgaben zugeschrieben bekommen. Wenn sie eine Führungsposition innehaben, müssen sie einen Spagat hinbekommen zwischen männlich und weiblich konnotierten Eigenschaften. Das bedeutet, sie müssen ihren Mitarbeitern gegenüber unterstützend sein. Gleichzeitig müssen sie kompetitiv und durchsetzungsstark gegenüber anderen Abteilungen sein. Bei der Auswahl von Führungspersonal ist das aber nicht unbedingt ein bewusster Prozess von Vorgesetzten und Personalern. Das ist das Schwierige daran.

 

Wenn das ein unbewusster Prozess ist, wie können Personaler oder Firmen dagegen ansteuern, damit Frauen die gleichen Chancen haben?

 

Hernandez-Bark: Unbewusste Prozesse und Stereotype lassen sich durch weibliche Rollenvorbilder ändern. Das bedeutet ganz konkret: Wie wird im Intranet über erfolgreiche Frauen im Unternehmen berichtet? Sind die präsent? Das nächste ist geschlechtergerechte Sprache? Sucht man einen Geschäftsführer oder auch eine Geschäftsführerin? Unbewusst fühlen sich Frauen von der männlichen Form weniger angesprochen.

 

Will eine Frau nach oben, welches Verhalten sollte sie an den Tag legen?

 

Hernandez-Bark: Sie sollte freundlich sein, um das weibliche Stereotyp zu erfüllen, aber auch eine gewisse Zielstrebigkeit an den Tag legen. Sie sollte ihr Ziel kennen und das konsequent verfolgen, aber das nicht nach außen sehr dominant und fordernd kommunizieren.

dpa


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