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Arbeit

Warten auf den Anruf: Ständige Erreichbarkeit macht krank

Für viele Arbeitnehmer ist der gelegentliche Blick in die E-Mails nach Feierabend selbstverständlich. Experten warnen jedoch: Wer im Kopf ständig erreichbar ist, schaltet irgendwann gar nicht mehr ab - und muss dann mit ernsten gesundheitlichen Folgen rechnen.
Von wegen Feierabend: Wer abends und am Wochenende ständig Anrufe vom Chef bekommt, geht das Risiko von Schlafstörungen ein.

Von wegen Feierabend: Wer abends und am Wochenende ständig Anrufe vom Chef bekommt, geht das Risiko von Schlafstörungen ein.

© Andrea Warnecke

Dresden. Auch auf dem heimischen Sofa ist das Diensthandy immer griffbereit: Viele Arbeitnehmer sind nach Feierabend weiter für Chef und Kollegen erreichbar.

Doch die ständige Alarmbereitschaft kann krank machen - Betroffenen drohen unter anderem Schlafstörungen und ein Verlust der Erholungsfähigkeit. Das ist das Ergebnis einer

Studie der Initiative Gesundheit und Arbeit (IGA).

In der Regel treten die gesundheitlichen Folgen nicht sofort auf, sondern erst nach ein paar Monaten. "Das ist ein schleichender Prozess", erklärt Hiltraut Paridon vom Dresdener Institut für Arbeit und Gesundheit (IAG) der Deutschen Unfallversicherung, eine der Autorinnen der Studie. Gefährlich sei dabei vor allem Dauerbelastung über einen längeren Zeitraum. "Wenn es mal nur ein paar stressige Wochen gibt, können Menschen das eher wegstecken", sagt sie. "Voraussetzung ist allerdings, dass es danach auch eine Erholungsphase gibt."

Kaum eine Rolle spielt, wie viel Spaß die Arbeit macht. Auch Traumjobs können negative Folgen haben. "Es ist möglich, dass Sie hochmotiviert sind, aber nach ein paar Monaten trotzdem plötzlich schlechter schlafen", erklärt Paridon. Erste Anzeichen für Probleme gibt es möglicherweise am Sonntagabend: "Das äußert sich zum Beispiel darin, dass Sie auch nach einem Wochenende nicht erholt sind, weil Sie im Kopf die ganze Zeit bei der Arbeit waren."

Wer keine gesundheitlichen Schäden riskieren will, sollte daher frühzeitig auf solche Alarmzeichen achten und auf besorgte Nachfragen aus dem Umfeld hören. "Partner oder Freunde können ein gutes Frühwarnsystem für gesundheitliche Langzeitfolgen sein", sagt Paridon. Denn sie bemerken oft früher als der Betroffene selbst, wenn etwas im Argen liegt.

Wichtig ist außerdem, genau zu wissen, was der Arbeitgeber in Sachen Erreichbarkeit erwartet. Denn für Stress sorgt nicht so sehr das Handyklingeln, sondern eher das Warten darauf: "Schon das Wissen, dass jederzeit ein Anruf oder eine Mail kommen kann, ist eine Belastung", erklärt Paridon. Klare Absprachen im Team seien daher besonders wichtig. Viele Führungskräfte erwarten eigentlich keine direkte Antwort, wenn sie am Freitag um 23.00 Uhr noch Nachrichten verschicken. "Das müssen sie dann aber auch in die Mail schreiben, sonst setzt es Mitarbeiter nur unter Druck."

dpa


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