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Hochschulen

Vorurteile haben ausgedient: Ost-Unis punkten auch im Westen

Zum Studieren in den Osten gehen? Das ist heute für viele westdeutsche Studenten eine Option. Allerdings ist ein Wettbewerbsvorteil der Unis weggefallen: die Studiengebühren.
Gut ausgerüstet: Die Unis in den neuen Bundesländern wie hier in Leipzig punkten bei den Studienanfängern neben ihrer fachlichen Kompetenz auch mit ihrer Ausstattung.

Gut ausgerüstet: Die Unis in den neuen Bundesländern wie hier in Leipzig punkten bei den Studienanfängern neben ihrer fachlichen Kompetenz auch mit ihrer Ausstattung.

© Universität Leipzig/Stefan Straube

Jena. Was für Vorteile bringt ein Studium in Jena, Leipzig oder Greifswald dann?

Mit dem Abizeugnis in der Hand wollte Juliane Noßack an der Uni durchstarten. Germanistik war ihr Wunschfach. Die Brandenburgerin bewarb sich 2010 deutschlandweit. "Mir war es egal, ob ich zum Studieren im Osten bleibe oder in den Westen gehe", erzählt sie. Dass sie schließlich im thüringischen Jena gelandet ist, lag vor allem an den Studiengebühren. Die westdeutschen Unis, die für Noßack infrage kamen, forderten von den Studenten noch bis zu 500 Euro pro Semester.

Heute werden in keinem Bundesland mehr Studiengebühren erhoben. Diesen Wettbewerbsvorteil für die ostdeutschen Unis gebe es also nicht mehr, erklärt Axel Burchardt, Pressesprecher der Universität Jena. Die Studiengebühren seien allerdings nur für einen kleinen Teil der Studenten ausschlaggebend gewesen, nach Jena zu kommen. Laut dem Bundeswirtschaftsministerium hat sich der Anteil der westdeutschen Studienanfänger in den vergangenen Jahren im Osten erhöht: Lag er im Wintersemester 2005/06 noch bei 16 Prozent, ist er im Wintersemester 2012/13 auf 36 Prozent gestiegen.

Doch welche Vorteile bietet ein Studium im Osten eigentlich? Burchardt findet, dass die Unis vor allem mit Qualität punkten könnten. Hartmut Möllring, Minister für Wissenschaft und Wirtschaft des Landes Sachsen-Anhalt, betont: "Die Unis in den neuen Bundesländern sind sowohl fachlich als auch ausstattungstechnisch hervorragend aufgestellt." Das überzeuge die Studienanfänger. Prof. Thomas Hofsäss ist Prorektor für Bildung und Internationales an der Universität Leipzig. Er hebt besonders die Strukturreform hervor, der sich die Unis vor 25 Jahren unterzogen haben. "Ziel war es, studierbare Studiengänge zu schaffen. Das ist geglückt."

In Jena setzt man vor allem auf Mund-zu-Mund-Propaganda, um Erstsemester - aus Ost und West - anzulocken. "Die Studenten sollen ruhig erzählen, wenn es ihnen hier gefällt. Und das tun sie", berichtet Pressesprecher Burchardt. Mit Kampagnen wie

"Studieren in Fernost" rühren die neuen Bundesländer und das Bildungsministerium die Werbetrommel für die Ost-Unis. "Campus Spezialisten" beraten Interessenten und unterstützen die Erstsemester beim Studieneinstieg. Eine von ihnen ist Maike Schneider.

 

Die 25-jährige Masterstudentin kam aus Niedersachsen an die Universität Greifswald in Mecklenburg-Vorpommern. Für sie war es kein Problem, vom Westen in den Osten zu gehen. "Das ist wie beim Horoskop. Wenn man will, bestätigen sich natürlich die klassischen Vorurteile." Juliane Noßack aus Jena findet ebenfalls, dass die altgedienten Stereotype höchstens noch im Elternhaus weiterleben. Im Freundeskreis spiele das keine Rolle. Minister Möllring erklärt: "Die heutigen Studenten haben die Wiedervereinigung allenfalls in den Windeln erlebt. Sie sind in einem vereinten Deutschland aufgewachsen."

In einem Punkt kann der Osten ganz besonders überzeugen: Studenten in Ostdeutschland profitieren in der Regel von geringeren Mieten und niedrigeren Lebenshaltungskosten. "In Magdeburg gibt es Wohnungen für rund fünf Euro pro Quadratmeter. Das ist in Heidelberg oder Hamburg wahrlich schwer zu finden", sagt Möllring. Auch in puncto Lebensqualität stehen viele ostdeutsche Städte ihren westdeutschen Konkurrenten in nichts nach. Juliane Noßack plant inzwischen, in welche Stadt es für ihren Master gehen soll. "Ob Osten oder Westen - das ist mir egal", sagt sie. Die Qualität des Studiums sei entscheidend. Momentan liebäugelt die Studentin mit Berlin: "Da hat man dann ein bisschen von beidem."

dpa


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