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Vorbereitung ist alles - So gelingt das erste Uni-Referat

Kaum hat das Studium begonnen, müssen Anfänger bereits ihr erstes Referat halten. Allein der Gedanke an den vollen Seminarraum treibt manchem Schweißperlen auf die Stirn.
Die Erarbeitung ist der Schlüssel zur guten Präsentation. Es ist deshalb besonders wichtig, dass Erstsemester früh mit der Vorbereitung des ersten Referats anfangen.

Die Erarbeitung ist der Schlüssel zur guten Präsentation. Es ist deshalb besonders wichtig, dass Erstsemester früh mit der Vorbereitung des ersten Referats anfangen.

© Jens Kalaene

Berlin. Oft bedarf es jedoch nur ein paar Hilfsmittel, damit der erste Vortrag gelingt.

Die Kommilitonen blicken einen fragend an, und der Prof. nickt aufmunternd: Jetzt sollten Erstsemester mit ihrem Referat loslegen. Doch statt souverän das Erarbeitete vorzutragen, wird bei manchem die Stimme brüchig, der Kopf läuft rot an, und der Vortrag ist fast vergessen. Doch das muss nicht sein. Wer sich richtig vorbereitet, bekommt auch eine passable Note. Doch wie gelingt das?

Das Problem ist häufig: "Wenn man ein Referat nicht halten will, aus Unsicherheit oder Angst, schiebt man es vor sich her", sagt Reinhard Franke. Er ist Diplom-Psychologe und berät an der Freien Universität Berlin Studenten dazu, wie sie Redeangst erfolgreich bewältigen. Viele beginnen zu spät mit der Erarbeitung des Themas. Die Erarbeitung sei aber der Schlüssel zur guten Präsentation, sagt Martin Dall. Er ist Rhetorik-Trainer und Inhaber des Instituts HPS International. Sind Erstsemester mit dem Stoff vertraut, bringt sie auch ein kurzes Stottern nicht aus dem Konzept.

Damit das erste Referat gelingt, sollten Erstsemester es mindestens einmal zur Probe halten. So bekommen sie Routine. "Dabei ist es egal, ob ich das meinem Hund erzähle oder meinem Lebenspartner", sagt Oliver Vornberger. Er ist Professor für Informatik an der Universität Osnabrück und mehrmals wegen seiner Vorträge ausgezeichnet worden. Wichtig sei nur, sich überhaupt einmal selbst reden zu hören.

Gerade Anfänger fahren außerdem gut, wenn sie sich technischer Hilfsmittel wie PowerPoint, KeyNote und ähnlicher Software bedienen, rät er. Das verhindert, dass die Aufmerksamkeit ausschließlich auf dem Redner liegt und ist für viele angenehmer. Allerdings sollten Erstsemester dabei ein paar Grundregeln beherzigen. "Bei den Folien gilt die Fünf-mal-Fünf-Regel", erklärt Prof. Vornberger. Es sollten maximal fünf Zeilen mit höchstens fünf Worten pro Zeile sein. Grammatikalisch vollständige Sätze sind nicht notwendig.

Bevor Studenten ihr Referat erarbeiten, sollten sie sich außerdem klarmachen, welchen Praxisbezug die Kommilitonen zum Thema haben. "Der Zuhörer soll sich vorstellen können, worüber geredet wird", erläutert Martin Dall. Das gelte gerade für naturwissenschaftliche Vorträge. Die Problematik lasse sich meist in das tägliche Leben übertragen.

Das Referat sollte weiter wenigstens drei Teile haben: Einleitung oder Problemstellung, Hauptteil oder Lösung und einen Ausblick. Zu Beginn sollte der Vortragende einen kurzen Überblick über sein Referat geben. Das Struktur für die Zuhörer, erklärt Dall.

Für alle Referate gilt: Am besten ist es, wenn Studenten frei reden. Doch gerade am Anfang falle das vielen schwer, sagt Psychologe Franke. Wer sehr nervös ist, kann sich mit einem zweigeteilten Skript behelfen. Das ist ein ausformulierter Text auf der einen und eine Ausfertigung mit Stichpunkten auf der anderen Seite. Je nach Bedarf können Erstsemester dann zwischen den beiden Varianten wechseln.

Und wenn es gar nicht anders geht, sollten Erstsemester den Vortrag erst einmal ganz ablesen, sagt Franke. "Lieber gut vorlesen als das Referat schlecht anders halten." Am wichtigsten ist, Routine beim Vortragen zu bekommen, denn Präsentationen sind in vielen Berufen an der Tagesordnung. Es gelte, das Vermeiden zu vermeiden. "So wird man mit jedem Vortrag sicherer und verliert die Angst."

 

Literatur:

 

Martin Dall: Sicher präsentieren - wirksamer vortragen, Redline Verlag München 2014, 39,90 EUR, ISBN 978-3868815344

dpa


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