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Nette Scherze statt Spott: Wie Chefs mit Humor punkten

Mit abschätzigen Scherzen über Mitarbeiter tun sich Chefs keinen Gefallen. Der richtige Witz aber kann Führungskräften viel bringen. Freundlicher Humor verbessert die Beziehung zwischen Chefs und ihren Mitarbeitern.
Humor im Job kann viel Gutes bewirken - er kann aber auch böse nach hinten losgehen. Mit abfälligen Scherzen über ihre Mitarbeiter tun sich Chefs jedenfalls keinen Gefallen.

Humor im Job kann viel Gutes bewirken - er kann aber auch böse nach hinten losgehen. Mit abfälligen Scherzen über ihre Mitarbeiter tun sich Chefs jedenfalls keinen Gefallen.

© Britta Pedersen

Mannheim. "Vorgesetzte sollten mit anderen lachen, nicht über andere", erklärt der Psychologe Alexander Pundt. Gemeinsam mit seiner Kollegin Felicia Herrmann von der Universität Mannheim hat er in einer Studie herausgefunden, dass positiver Humor das gegenseitige Vertrauen stärkt. Empathie, Unterstützung, Verständnis, Loyalität - all das kann wachsen.

Die Voraussetzung dafür: Der einzelne Mitarbeiter muss spüren, dass der Chef eine ungezwungene Stimmung schafft und es ihm um das Wohlbefinden seiner Leute geht. Witze gelingen den Psychologen zufolge dann besser, wenn Chefs ihren Mitarbeitern dabei auf Augenhöhe begegnen, also Gemeinsamkeiten hervorheben. "Dann denken die Leute: Das ist jemand von uns."

Dahinter steckt, wie Pundt und Herrmann in ihrem wissenschaftlichen Artikel zum Thema schreiben, ein bestimmter psychologischer Mechanismus. Die Mitarbeiter identifizieren sich mit ihrem Vorgesetzten, wenn er freundliche, wohlwollende Witze macht. Und die Identifikation verbessert dann die individuelle Beziehung zwischen dem Mitarbeiter und seinem Chef.

Dieser Mechanismus wirkt der Studie nach allerdings nicht, wenn aggressiver Humor im Spiel ist. Abfällige Scherze sind Gift für das Klima zwischen Chef und Mitarbeiter, das Vertrauen nimmt ab, die Empathie wird weniger. "Aber die Beziehung verschlechtert sich unseren Erkenntnissen nach eher nicht deshalb, weil sich die Mitarbeiter weniger identifizieren mit dem Chef", sagt Pundt. "Es könnte auch das Gefühl der Grund sein: dass sich die Leute ärgern."

Die Ergebnisse der beiden Psychologen basieren auf einer Online-Umfrage unter 152 Menschen zwischen 21 und 64 Jahren, die in unterschiedlichen Branchen in Deutschland arbeiten. Ihre Antworten zeigen auch: Wer als Chef seine Mitarbeiter für sich gewinnen will, sollte bösen Humor vermeiden.

Das geht, indem man bei Witzen nicht die Hierarchie und die Unterschiede herausstellt: "Wer Witze über andere statt mit anderen macht, erhebt sich über sie", sagt Pundt. Aggressiven Humor erkennt man etwa daran, dass Vorgesetzte sich lustig machen über jemanden, der Fehler gemacht hat.

Spott, Sarkasmus und unangebrachte Scherze können böse Folgen haben. Wenn Führungskräfte Witze reißen, ohne sich um die Gefühle anderer zu kümmern, wird das von den Mitarbeitern oft als belastend empfunden. "Vor allem, wenn sich die bösen Witze gegen einzelne richten statt gegen das gesamte Team", erklärt Pundt.

dpa


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