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Mutiger Schritt - Frauen gründen seltener als Männer

Nürnberg (dpa/tmn) – Der Traum, sich selbstständig zu machen: Ute Hänsler und Andrea Gruß hatte den keineswegs immer. Dass sie ihre eigene Firma gegründet haben, ist ein Stück weit Zufall.
Ihre Unternehmensidee erstand aus Zufall: Andrea Gruß (l) und Ute Hänsler bieten mit ihrer Firma Two4science Wissenschaftscamps für Kinder an. Dabei wird der Nachwuchs spielerisch an die Naturwissenschaften herangeführt. Inzwischen beschäftigen die beiden 20 Festangestellte.

Ihre Unternehmensidee erstand aus Zufall: Andrea Gruß (l) und Ute Hänsler bieten mit ihrer Firma Two4science Wissenschaftscamps für Kinder an. Dabei wird der Nachwuchs spielerisch an die Naturwissenschaften herangeführt. Inzwischen beschäftigen die beiden 20 Festangestellte.

© Two4science

Begonnen hat alles mit einem Wissenschaftscamp für Kinder.

"Das war Ferienbetreuung für Grundschulkinder, um damit Geld in die Kasse des Kindergartens unseres Sohnes zu bekommen", erzählt Hänsler. Die Idee eines Wissenschaftscamps war damals neu und kam bei den Eltern gut an. Mittlerweile bieten Hänsler und Gruß mit ihrer Firma Two4science rund ein Dutzend Wissenschaftscamps zu unterschiedlichen Themen an. Das Konzept: Kinder experimentieren unter fachkundiger Anleitung und lernen spielerisch die Naturwissenschaften kennen.

Als weibliche Existenzgründer sind Hänsler und Gruß heute keine Ausnahme mehr. Doch noch immer sind Gründerinnen seltener als Gründer. Das ist eines der Ergebnisse des Global Entrepreneurship Monitor, den das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) veröffentlicht hat. 2014 lag die Quote der 18- bis 64-jährigen Männer, die in den letzten dreieinhalb Jahren gegründet haben oder aktuell planen, ein Unternehmen zu gründen, bei 6,5 Prozent. Bei den Frauen sind es 4 Prozent.

Männer machen sich häufiger selbstständig, weil sie Ziele wie Unabhängigkeit, Selbstverwirklichung und ein hohes Einkommen verfolgen, sagt Udo Brixy, einer der Autoren der Studie. Frauen gingen nicht selten in die Selbstständigkeit, weil sie keine geeignete Stelle in abhängiger Beschäftigung finden.

Frauen zögern außerdem nicht selten länger, den Schritt zu gehen. "Sie haben mehr familiäre und soziale Verpflichtungen", erklärt Cornelia Klaus. Sie ist Bereichsleiterin von

Gründerinnen-Consult in Hannover. Das ist in Niedersachsen die zentrale Anlaufstelle für gründungsinteressierte Frauen. Durchsetzungskraft und Ehrgeiz gelten immer noch als eher unweibliche Eigenschaften oder werden so empfunden.

 

 

"Es geht bei der Gründung nicht immer nur um eine gute Idee", ergänzt Susanna Selvadurai, die bei der Beratungsfirma

Kompass angehende Selbstständige unterstützt. "Es geht auch um die Persönlichkeit, das Umfeld und die Rahmenbedingungen." Die jungen Firmen, die sie betreut, reichen von der fahrenden Imbissbude über die Physiotherapie-Praxis bis zum Laden für Kinderkleidung. Die Herangehensweise von Frauen und Männern an die Selbstständigkeit sei unterschiedlich. "Frauen haben die Kosten eher im Blick und sind sehr viel detaillierter in der Geschäftsplanung." Außerdem sind sie flexibler in der Entwicklung ihrer Firma. "Wenn nur die Kinderklamotten nicht genug Einnahmen bringen, machen sie halt noch einen kleinen Coffeeshop dazu."

 

Außerdem schlagen sie häufiger als Männer einen Richtungswechsel ein zu einem Beruf, in dem sie zuvor angestellt gearbeitet haben. Und nicht selten sind sie zäher. Und Klaus ergänzt: "Wir erleben Frauen als optimistisch, kunden- und wachstumsorientiert." Sie wollten ihr eigenes Geld verdienen - nur die Höhe des Einkommens sei nicht so relevant wie bei männlichen Gründern.

 

 

Wer sich selbstständig macht, braucht auf jeden Fall eine hohe Motivation und die innere Einstellung, dass es mit dem Erfolg klappt, erläutert Klaus. Außerdem sollte man Ausdauer mitbringen, um die bürokratischen Hürden zu überwinden. Viele Beratungsstellen helfen bei der Erstellung eines funktionierenden Businessplans. Das sollten Gründerinnen annehmen, um Feedback für ihre Ideen zu erhalten.

 

Den beiden Gründerinnen von

Two4science war es anfangs wichtiger, selbstbestimmt zu arbeiten, als ein hohes Einkommen zu erzielen. "Und dann gab es eine Zeit, in der sind wir viel stärker gewachsen als ursprünglich geplant", erinnert sich Ute Hänsler. "Wir mussten Strukturen schaffen, um unsere Aufträge gut bewältigen zu können." Wichtig war ihnen vor allem die gesunde Basis ihres Unternehmens – und bei Bedarf haben sie sich Beratung geholt. Heute haben die beiden Gründerinnen 20 Angestellte und rund ein Dutzend Freiberufler, die für sie arbeiten. Sie bieten nicht mehr nur Science Camps für Kinder an, sondern konzipieren alle Arten von naturwissenschaftlichen Experimentierprogrammen für Kinder - und Erwachsene.

 

dpa


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