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Initiativ bewerben: Gute Recherche und klare Ansagen

Eine Initiativbewerbung kann der richtige Weg zum Traumjob sein. Damit das klappt, müssen Bewerber gründlich recherchieren und klug formulieren. Das kostet Zeit und Mühe. Im besten Fall kommt man so aber auch an Stellen, die es nie auf den freien Markt schaffen.
Traumjob gefunden: Mit einer Initiativbewerbung kommt man im besten Fall auch an Stellen, die gar nicht ausgeschrieben sind. Foto: Monique Wüstenhagen

Traumjob gefunden: Mit einer Initiativbewerbung kommt man im besten Fall auch an Stellen, die gar nicht ausgeschrieben sind. Foto: Monique Wüstenhagen

Berlin. Auf Stellensuche und das passende Angebot ist nicht dabei? Dann kann eine Initiativbewerbung die Lösung sein. Der Vorteil: "Mit einer Initiativbewerbung macht man sich für Stellen sichtbar, die nicht ausgeschrieben sind", erklärt Karriereberaterin Brigitte Scheidt.

Mit einer gelungenen Initiativbewerbung zeigt der Absender außerdem, dass er von sich aus aktiv wird, dass er sich mit den Anforderungen des potenziellen Arbeitgebers auseinandergesetzt hat und dass er weiß, wo eigene Stärken und Neigungen liegen. Auf dem Weg dahin gibt es aber einiges zu beachten.

Besonders wichtig ist die gründliche Recherche, erklärt Karriereberaterin Julia Funke. Bewerber sollten die Größe, Struktur und Heimatregion des Unternehmens kennen und sich mit seiner Philosophie vertraut machen. Im nächsten Schritt gleichen sie diese Informationen mit den eigenen Voraussetzungen ab.

Ratsam ist es, schon vor dem Absenden der Bewerbung die Personalabteilung zu kontaktieren, so Scheidt. So erfahren Jobsuchende, ob Initiativbewerbungen überhaupt erwünscht sind, welche Unternehmensbereiche dafür infrage kommen und wer der richtige Ansprechpartner ist.

Die Formalitäten einer Initiativbewerbung sind laut Funke dieselben wie bei einer regulären Bewerbung. In der Betreffzeile des Anschreibens sollte aber unbedingt stehen, dass es sich um eine Initiativbewerbung handelt. Dort sollten Bewerber auch den Bereich des Unternehmens benennen, in dem sie arbeiten möchten - und zwar so konkret wie möglich.

"Viele Bewerber glauben, dass sie höhere Chancen auf eine Stelle haben, wenn sie nur vage formulieren, wo sie sich selbst im Unternehmen sehen", so Funke. Doch damit setzen sie ein falsches Signal. "Wer keinen konkreten Bereich benennt, vermittelt den Eindruck, er würde jeden Job in dem Unternehmen annehmen."

In der Initiativbewerbung sollten vor allem zwei Punkte deutlich werden, erklärt Lothar Wolf, der Menschen bei der beruflichen Neuorientierung berät: Unbedingt sollten Bewerber erklären, warum sie sich genau für das jeweilige Unternehmen interessieren. "Im Gegensatz zu einer Bewerbung auf eine Stellenausschreibung gibt es keine Kriterien, auf die ich mich beziehen kann", sagt der Experte. Außerdem sollte die Initiativbewerbung deutlich erklären, welchen Wert der Absender mit seinen Qualifikationen für das Unternehmen hat. "Schreibt ein Unternehmen eine Stelle aus, ist klar, dass dort Bedarf besteht", so Wolf. "Bei einer Initiativbewerbung muss ich als Bewerber das Bedürfnis wecken."

"Eine Initiativbewerbung macht man nicht mal eben zwischendurch", warnt Scheidt. Trotzdem warnt sie davor, eine Initiativbewerbung in leicht veränderter Form an mehrere Unternehmen zu schicken. "Aus dem standardisierten Anschreiben lässt sich Beliebigkeit herauslesen, die den Eindruck vermittelt, der Bewerber sei bei der Jobsuche nicht wählerisch."

Wer nach einer Initiativbewerbung vergeblich auf die Antwort des Unternehmens wartet, kann durchaus nachhaken. Kommt vom Unternehmen hingegen der Hinweis, von Nachfragen abzusehen, sollte man sich daran halten. Auch wer eine Absage bekommt, müsse die Entscheidung akzeptieren. Aufgeben dürfe man aber nicht, so Scheidt: "Jede Initiativbewerbung ist eine Übung. Nach ein paar Anläufen wird man schneller und die Bewerbung noch griffiger."

 

dpa


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