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Arbeit

Hirn-Doping funktioniert auf lange Sicht nicht

Knapp drei Millionen Beschäftigte haben sich schon einmal mit Medikamenten aufgeputscht, um den Leistungsdruck im Beruf besser auszuhalten. Das zeigt eine Studie der Krankenkasse DAK.
Mit Hirn-Doping die Leistung zu steigern, mag kurzfristig funktionieren. Auf längere Sicht hat das jedoch häufig gravierende Folgen.

Mit Hirn-Doping die Leistung zu steigern, mag kurzfristig funktionieren. Auf längere Sicht hat das jedoch häufig gravierende Folgen.

© Franziska Gabbert

Berlin. Hirn-Doping soll die eigene Leistung ankurbeln - auf längere Sicht geht diese Rechnung aber nicht auf. Denn die Folgen sind für Berufstätige häufig dramatisch. "Auf Dauer können Mitarbeiter krank werden und fallen im Job im schlimmsten Fall ganz aus", sagt Anette Wahl-Wachendorf, Vizepräsidentin des Verbands der Betriebs- und Werksärzte. Statt überdurchschnittlich leistungsfähig zu sein, erreichen Arbeitnehmer dann unterm Strich genau das Gegenteil. Doch andere Strategien zum Stressabbau zu entwickeln, ist nicht leicht. Und wer bereits zu Hirn-Doping greift, kommt allein oft schwer davon los. Betroffene sollten sich daher nicht scheuen, sich Hilfe etwa von einem Arzt zu holen.

Gut ist, wenn der Partner und die Familie sensibilisiert für das Thema sind. Sie bemerken es häufig als Erste, dass etwas nicht stimmt, sagt Wahl-Wachendorf. Ein Warnzeichen ist etwa, dass jemand auf einmal nervöser oder verschlossener ist als früher. Statt zu schweigen, sollte man sich ein Herz fassen und den Partner darauf ansprechen - etwa so: "Ich beobachte an Dir in letzter Zeit, dass Du so nervös bist. Was ist denn los?" In vielen Fällen sei jedoch genau das Gegenteil der Fall. Die Familie geht dem Gespräch häufig lange aus dem Weg und kehrt das Thema unter den Teppich. Das Ignorieren führt im Ergebnis jedoch nur dazu, dass das Hirn-Doping für den Betroffenen ohne Konsequenzen bleibt und die Sucht sich verstärkt.

Welche Personen bei großem Job-Stress besonders gefährdet sind, zu Hirn-Doping zu greifen, lässt sich pauschal nicht sagen. "Ein Faktor ist auf jeden Fall, ob jemand in der Familie Medikamentenmissbrauch vorgelebt bekommen hat", sagt Wahl-Wachendorf. Ist das der Fall, besteht die Gefahr, das Verhalten der Eltern zu imitieren. Auch ein geringeres Selbstbewusstsein kann ein Auslöser sein.

Vorbeugend sollten Arbeitnehmer sich mit Stressabbau-Strategien beschäftigen. Egal, ob Beschäftigte den Druck im Job beim Sport oder bei Treffen mit Freunden loswerden - diese Strategien seien auf jeden Fall nachhaltiger, um mit den Anforderungen im Job umzugehen.

dpa


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