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Gleiches Wissen für alle - Unternehmen setzen auf Firmen-Wikis

Wikipedia für Firmen? Was merkwürdig klingt, sehen einige Unternehmen inzwischen als Wirtschaftsfaktor - und nutzen das Wissen ihrer Leute auf firmenumspannenden Datenbanken.
Über «Bosch Connect» kommunizieren die Mitarbeiter des Technikkonzerns.

Über «Bosch Connect» kommunizieren die Mitarbeiter des Technikkonzerns.

© Inga Kjer

Stuttgart. Unumstritten sind die Firmen-Wikis allerdings nicht.

Wer sich von seinem Chef auf den neusten Stand bringen lassen will, muss ihn beim Softwarekonzern SAP nicht persönlich treffen. Bill McDermott veröffentlicht auf der Unternehmensplattform "Jam" regelmäßig Botschaften zur strategischen Ausrichtung. Auch wer sich weniger für den Vorgesetzten interessiert, wird dort fündig: Der Konzern bringt dort auch verschiedene Projektgruppen zusammen oder organisiert E-Learning. SAP ist damit ein Beispiel für Unternehmen, die auf Firmen-Wikis setzen - und das Wissen ihrer Leute in einer Datenbank bündeln.

Verschiedene Mitarbeiter können dort wie bei Wikipedia ihre Expertise zu einzelnen Themen veröffentlichen. Häufig teilen auch Arbeitsgruppen auf solchen Plattformen ihre Ergebnisse und dokumentieren den Fortschritt eines Projekts. Bisweilen werden die Wikis daher auch als Facebook für Firmen bezeichnet.

Die Vorteile für Arbeitgeber liegen auf der Hand: "Durch die Arbeit über die Plattform wird das gesamte Wissen des Unternehmens transparent", sagt Frank Bock, der beim Technikkonzern Bosch Projektleiter für die gemeinsame Plattform "Bosch Connect" ist. "Wir schaffen es, durch das Netzwerk direkter und effizienter zu kommunizieren. Dadurch steigt auch die Produktivität."

Auch der Technologieriese IBM, der auf verschiedene Projekt-Wikis setzt, sieht das gebündelte Wissen als Wirtschaftsfaktor. "Die Potenziale des gemeinsamen Wissens im Unternehmen zu heben, vermeidet beachtliche Duplizitätskosten", erklärt man dort. Grund sei die bessere Organisation von Teamarbeit und eine bessere Planung.

In der Informations- und Kommunikationstechnologie setzt inzwischen mehr als jedes dritte Unternehmen verstärkt auf unternehmensinterne Wikis, wie aus dem Monitoring-Report Digitale Wirtschaft 2013 hervorgeht, den das Bundeswirtschaftsministerium in Auftrag gegeben hat. 44 Prozent gaben immerhin an, sie vereinzelt zu nutzen.

Davon profitieren auch die Mitarbeiter - vor allem dann, wenn sie nicht da sind. "Wenn Sie in einer Projektgruppe arbeiten, in der alles nur über E-Mails läuft, ist Ihr Postfach nach dem Urlaub überfüllt", sagt der SAP-Sprecher. "Wenn es für die Gruppe aber eine Plattform gibt, schauen Sie nach dem Urlaub rein und müssen nicht 1000 E-Mails lesen."

Bei Bosch sieht man dabei auch während der Dienstzeit Vorteile: "Wir wollen damit die E-Mails in Summe reduzieren", sagt Bock. Anders als beim Mail-Postfach hätten Nutzer der Plattform Kontrolle über ihre Inbox. "Durch Filter- oder Empfehlungsfunktionen haben sie die Möglichkeit, nur die Informationen zu erhalten, die wirklich relevant sind."

Den persönlichen Austausch mit Kollegen und Vorgesetzen könnten die Wikis aber nicht ersetzen, sagt Jörg Michel, Experte für Wissensmanagement bei der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin. "Dafür ist es nur ein Einstieg." Auch E-Learning funktioniere am besten, wenn es mit der realen Welt verknüpft werde. "Es ist aber ein gutes Medium, um alle auf den gleichen Stand zu bringen."

Die Frage ist nur: zu welchen Themen? "Die Gefahr, erstmal alles in die Welt zu setzen, wenn man ein großes Publikum erreicht, wird damit nicht kleiner", sagt Michel und warnt: "Bitte nicht die Fotos vom letzten Betriebsurlaub oder die Speisekarte der Kantine hochladen."

Andere sehen Firmennetzwerke noch kritischer. "Das ist ein verheerender Schritt, ein Zwang zur Irrelevanz, weil längst nicht alles für alle gleich wichtig ist", warnt Arbeitsschutzexperte Walter Eichendorf von der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung. Arbeitnehmer müssten vor unwichtigen Informationen geschützt werden. "Aber die Informationen, die Arbeitnehmer für ihre Arbeit zwingend benötigen, müssen ihnen aktiv gegeben werden."

Also doch wieder volle E-Mail-Konten? "Unmittelbare Dinge erfahren Sie natürlich über E-Mails", sagt auch der SAP-Sprecher. "Da werden Sie keine Informationen missen."

dpa


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