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Feuerwehrmann und Krankenschwester sind angesehenste Berufe

Allen Beamtenwitzen zum Trotz haben die Bürger laut einer Umfrage von ihren Staatsdienern gar kein schlechtes Bild. Feuerwehrleute, Krankenschwestern und Altenpfleger sind die Berufe mit dem höchsten Ansehen - eine Gruppe hat aber an Zuspruch verloren.
Im Ansehen ganz oben: Feuerwehrleute, Krankenschwestern und Altenpfleger stehen an der Spitze der Beliebtheitsskala.

Im Ansehen ganz oben: Feuerwehrleute, Krankenschwestern und Altenpfleger stehen an der Spitze der Beliebtheitsskala.

© Sven Hoppe

Berlin. Kurt Tucholsky war wahrlich kein Freund von Beamten und Amtsstuben. 1930 spottete er über das "deutsche Ideal, hinter einem Schalter zu sitzen". "Deutsches Schicksal" sei es hingegen, "vor einem Schalter zu stehn".

Heute hat dagegen die große Mehrheit der Bundesbürger ein völlig anderes Bild von seinen Staatsdienern und der öffentlichen Verwaltung - folgt man den jährlichen Forsa-Umfragen im Auftrag des Beamtenbundes (dbb). Weit mehr als zwei Drittel der Befragten beschreiben die Beamten als "pflichtbewusst", "zuverlässig", "rechtschaffen", "kompetent", "hilfsbereit" und "unbestechlich". Gleichwohl klagt aber auch fast jeder zweite Bürger bisweilen über Sturheit, fast jeder Dritte über Arroganz.

In Zeiten von Eurokrise und dem Zusammenbrechen von öffentlichen Verwaltungsstrukturen in vielen Staaten wünschten sich die Deutschen "einen starken Staat und verlässliche öffentliche Dienstleistungen", folgert dbb-Chef Klaus Dauderstädt aus der Umfrage. Und auch Forsa-Leiter Manfred Güllner bescheinigt den deutschen Beamten, dass ihnen von den Bürgern heute deutlich häufiger positive Eigenschaften zugeordnet werden als negative - wie zum Teil noch in den vergangenen Jahren.

Und die Klagen über Sturheit erfolgten meist dann, wenn sich die Beamten "ausschließlich an Vorschriften orientierten und nicht flexibel genug reagierten", so Meinungsforscher Güllner.

Seit 2007 läßt der Beamtenbund jährlich das Image von Staatsdienern und auch anderen Angestellten im öffentlichen Dienst erkunden. Befragt werden dafür 2001 repräsentativ ausgewählte Bürger sowie für eine Zusatzauswertung weitere 1000 Beschäftigte in Verwaltungen. Und in der Tat haben die Zufriedenheitswerte seit der ersten Umfrage deutlich zugenommen, die Beschwerden hingegen abgenommen. Das gilt nicht nur für die Beamten - sondern für den öffentlichen Dienst insgesamt, also auch die Angestellten.

In der alljährlichen Beliebtheitsskala der einzelnen Berufe rangieren auch diesmal Feuerwehrleute, Krankenschwestern und Altenpfleger an der Spitze. Dicht dahinter folgen Ärzte und Polizisten - sowie seit neuerem auch Erzieherinnen in Kindergärten und Kitas.

Müllmänner und Lehrer sind die großen Aufsteiger im Ansehensranking, die Verlierer hingegen Manager, Unternehmer und Bankangestellte - letzteres vermutlich eine Folge der Bankenkrise. Aber auch die Studienräte verlieren an Zuspruch. Offenbar hat das Hin und Her um die Schulzeitverkürzung bis zum Abitur (G8/G9) an ihrem Image gekratzt.

Vorbei sind auch die Zeiten, wo nach immer mehr Privatisierung von öffentlichen Dienstleistungen gerufen wird. Nur noch 12 Prozent glauben, dass der Markt es besser richten kann als der Staat. 78 Prozent wünschen hingegen, dass "ein starker Staat die Bürger vor ausufernden Entwicklungen" schützt. Der überwiegende Teil der Befragten befürchtet bei Privatisierung höhere Kosten, vor allem bei kommunalen Wohnungen, bei der Bahn und bei der Briefpost und im öffentlichen Nahverkehr - aber auch bei der Energieversorgung. In Hamburg gab es bereits einen erfolgreichen Volksentscheid über den Rückkauf des privatisierten Energieversorgers.

Die große Mehrheit der Bundesbürger lehnt auch eine Zurückhaltung der Beschäftigten bei Lohnforderungen ab. 79 Prozent stimmten den Rufen von Bundesbank und Europäischer Zentralbank nach angemessenen Tarifabschlüssen in Deutschland zu. Und auch die Staatsdiener sehen die meisten Bundesbürger eher unter- als überzahlt. Jeder Zweite glaubt, dass dort die Gehälter im Vergleich zur Wirtschaft in den vergangenen Jahren zu niedrig gestiegen seien.

dpa


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