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DIHK empfiehlt Meister oder Fachwirt

Fachwirt oder Bachelor? Die Wirtschaft braucht derzeit mehr Meister. Der DIHK stellt die "Kostenloskultur" des Hochschulstudiums infrage. Laut einer Studie bekleiden Nicht-Akademiker oft bessere Positionen als ihre Kollegen mit Hochschulabschluss.
Wer in einem technischen Beruf einen Meister gemacht hat, kommt oft an bessere Posten als Akademiker-Kollegen.

Wer in einem technischen Beruf einen Meister gemacht hat, kommt oft an bessere Posten als Akademiker-Kollegen.

© Sebastian Kahnert

Berlin. Die deutsche Wirtschaft wirbt händeringend um mehr Auszubildende in technischen Berufen. Absolventen einer Ausbildung und einer anschließenden beruflichen Aufstiegsfortbildung wie Meister oder Fachwirt bewegten sich auf gleichem Niveau wie Arbeitnehmer mit Bachelor- oder Master-Abschluss.

Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) stellte jüngst eine Studie des Instituts der Deutschen Wirtschaft vor. Für eine Beschäftigung mit Führungsverantwortung sei demnach ein Hochschulabschluss keinesfalls Pflicht.

Im Gegenteil: Berufliche Fortbildung oder höhere Berufsbildung führe häufiger in direkte Personalverantwortung. 47 Prozent der Fortbildungs-, aber 39 Prozent der Hochschulabsolventen bekleideten eine solche Position im Beruf, so die Studie. Ebenso seien Meister oder Techniker (80 Prozent) gegenüber Kollegen öfter fachlich weisungsbefugt als Akademiker (69 Prozent).

Auch die Gehälter sind laut Studie überdurchschnittlich. Mehr als 60 Prozent der Unternehmen zahlten an Fortbildungsabsolventen kaufmännischer Fachrichtungen und an Bachelorabsolventen wirtschaftswissenschaftlicher Disziplinen vergleichbare Gehälter - und manchmal sogar mehr. "Hier reden wir im Schnitt von Jahresgehältern in Höhe von rund 60 000 Euro", teilte der DIHK mit.

Die Studienergebnisse zeigten, dass sich junge Leute bei der Wahl ihres Berufsweges alle Möglichkeiten vor Augen führen und nicht ausschließlich ein Studium in Betracht ziehen sollten. "Generell brauchen wir in Deutschland ein klares Bekenntnis aller verantwortlichen Akteure zur beruflichen Bildung, einschließlich der höheren Berufsbildung. Dazu gehöre auch, die Gleichwertigkeit der akademischen und beruflichen Bildung deutlich herauszustellen, teilte der DIHK weiter mit.

Das "Meister-Bafög" sei ein erster Schritt. Bei einer ausgewogenen und fairen Bildungsfinanzierung dürfe es aber auch kein Tabu sein, die "Kostenloskultur" des Hochschulstudiums generell zu hinterfragen - und den hohen Investitionen der Unternehmen sowie des Einzelnen in berufliche Aus- und Weiterbildung kritisch gegenüberzustellen.

Die stellvertretende DGB-Vorsitzende Elke Hannack erklärte: "Es ist ein Irrweg, die duale Ausbildung stärken zu wollen, indem man junge Menschen durch Studiengebühren von der Hochschule fernhalten will." Bei der Entscheidung für oder gegen ein Studium oder eine berufliche Ausbildung "geben persönliche Interessen, die Qualität des Studiums oder der Ausbildung sowie Karriereperspektiven den Ausschlag. Die Arbeitgeber haben es selbst in der Hand, die berufliche Bildung wieder attraktiver zu machen."

dpa


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