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Breakdance-Weltmeister: Vom Tanzen leben können

Der Breakdancer Markus Heldt hatte neulich überraschend die Weltmeisterschaft gewonnen. Jetzt will der aus Unterfranken stammende Tänzer sein Hobby zum Beruf machen.
Markus Heldt hat mit seiner Frau ein Tanzstudio.

Markus Heldt hat mit seiner Frau ein Tanzstudio.

© Daniel Karmann

Wertheim. Wenn Markus Heldt die richtige Musik im Ohr hat, kann er kaum mehr ruhig sitzen. Dann locken ihn die Beats und er hat meist sofort eine Choreographie vor Augen, die sein Körper nachtanzen will.

Diese Leidenschaft umtreibt den 24-Jährigen schon seit mehr als 13 Jahren. Doch Heldt tanzt nicht etwa Standard oder Latein. Der junge Familienvater ist Breakdancer. Und seit wenigen Wochen ist der gebürtige Unterfranke, der jetzt in Wertheim in Baden-Württemberg lebt, sogar Weltmeister.

Im schottischen Glasgow holte der aus Lohr am Main stammende Heldt im September den Titel - mehr so nebenbei. Denn eigentlich war er gemeinsam mit einem Freund als das Duo "Hot Potatoes" in dem Wettbewerb angetreten. Letztlich kam Heldt allein immer weiter; am Ende tanzte er sich an die Spitze. "Es war ein Schock für mich. Ich bin auf der Bühne nicht damit klar gekommen", beschreibt er seine Gefühle direkt nach dem Sieg.

Das Geheimnis seines Erfolges sei die Verbindung von Tanzen, Hip-Hop und Breakdance gewesen: "Ich habe nicht nur die üblichen Posen, Freezes, Hebefiguren und Moves aneinandergehängt, sondern getanzt. Ich habe mich auf die Musik eingelassen", sagt Heldt. Breakdancern werde oft nachgesagt, sie könnten nicht tanzen. Bei ihm sei das anders. "Ich lege mehr Wert auf das Tänzerische als das Akrobatische. Und der Rest kommt durch hartes Training, Fitness und Kreativität."

In der Branche gibt es wie beim Boxen auch mehrere Verbände, die die Weltmeister-Titel ausloben. Bei einem dieser drei wichtigen Verbände, der United Dance Organisation UDO, ist Heldt nun als Weltmeister und das Duo "Hot Potatoes" als amtierende Deutsche und Europameister eingetragen. Im vergangenen Jahr landeten sie außerdem bei der Pro7-Tanzshow "Got2Dance" im Halbfinale. "Das wollen wir auf jeden Fall nochmal machen. Das hat uns sehr viel an Erfahrung gebracht und natürlich auch unseren Bekanntheitsgrad gesteigert", sagt der junge Tänzer.

Denn Siege bei wichtigen Wettbewerben und Auftritte im Fernsehen sind gut für die Geldbörse. Noch können die beiden mit dem Tanzen allein nicht ihren Alltag finanzieren. Sie sind auf Sponsoren, Straßenauftritte und die Einnahmen aus ihren Workshops angewiesen. "Wir haben auch schon Kuchen auf Flohmärkten verkauft, um das Geld für die Reise zu einem Wettbewerb zusammenzubekommen", erinnert sich der 24-Jährige. Nach dem Sieg in Glasgow hat das Interesse nun wieder zugenommen.

Heldt ist Geselle in einem Malerbetrieb und hat gemeinsam mit seiner Frau, die auch Tänzerin ist, eine Tanzschule. Fast jeden Abend geben sie dort Kurse und bringen dem Nachwuchs Hip-Hop und Breakdance bei. Das Paar hat zudem einen einjährigen Sohn. Den beruflichen und familiären Alltag mit seiner Leidenschaft fürs Tanzen unter einen Hut zu bekommen, sei teilweise schon schwierig, gesteht der Blonde mit den markanten Ohrringen ein. "Der Tag geht morgens fünf Uhr los, direkt nach der Arbeit starten dreimal unter der Woche die Trainings in der Tanzschule, danach trainiere ich oft selbst noch und auch am Wochenende stehen oft Workshops oder Trainings an." Trotzdem soll der Sport weiter sein Leben bestimmen. "Ich will mal vom Tanzen leben können", sagt Heldt.

Wenn es nach seinen Schülern geht, könnte das klappen. Die Jugendlichen sind begeistert von ihrem Trainer. "Er ist ein guter Trainer, der uns die Technik in Theorie und Praxis sehr gut vermittelt. Sein Weltmeistertitel spornt uns sogar ein bisschen an", sagt die 15-jährige Michele, die seit einem Jahr von ihm unterrichtet wird. Ansonsten habe der Titel aber nicht viel verändert. "Er ist ja immer noch der gleiche Markus."

dpa


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