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Alles andere als 08/15: Exotische Studiengänge

BWL-Absolventen gibt es wie Sand am Meer. Wer sich von der grauen Masse abheben will, studiert Sorabistik oder Alte Welt. Diese Orchideenfächer hören sich nicht nur gut an - manchmal sind sie sogar Jobgaranten.
Ober- und Niedersorbisch werden in einigen Gebieten des Spreewaldes und der Lausitz gesprochen. Die Universität Leipzig bietet Sorbisch als Studienfach an.

Ober- und Niedersorbisch werden in einigen Gebieten des Spreewaldes und der Lausitz gesprochen. Die Universität Leipzig bietet Sorbisch als Studienfach an.

© Sorbisches Institut e.V.

Berlin. "Was studierst du?" - Diese Frage wird Studenten permanent gestellt. Häufig lautet dann die Antwort BWL, Jura oder Medizin. Die Klassiker sind zwar beliebt, aber auch ein bisschen langweilig. Wer gegen den Strom schwimmen will, entscheidet sich für ein Orchideenfach. Hier kommen sieben kuriose Studiengänge und was Absolventen damit werden können.

 

Space Master: Auf diesen Titel wäre sogar Darth Vader neidisch. Und das zu Recht. Auf dem Stundenplan stehen nicht nur Planetologie, Robotik und Sensorik, sondern auch Raumschiff-Bau. Der

Studiengang an der Universität Würzburg dauert zwei Jahre. Die rund 50 Studenten verbringen das erste Semester an der Heimat-Uni und reisen für das zweite an den Space Campus ins schwedische Kiruna, erklärt Informatik-Professor Klaus Schilling. Absolventen sollen in der Weltraumforschung, der Raumfahrttechnik oder Automobilindustrie arbeiten können.

 

 

Sorabistik: Die Universität Leipzig ist eine der wenigen Hochschulen der Welt, die das Studienfach

Sorabistik anbietet. "Hier lernen Studenten in sechs Semestern Interessantes über Literatur, Geschichte und Kultur der Sorben", erklärt Prof. Eduard Werner vom Institut für Sorabistik. Vor allem aber gehe es um die Sprachen dieser nationalen Minderheit. Ober- und Niedersorbisch werden in einigen Gebieten des Spreewaldes und der Lausitz gesprochen. "Ob in Schulen oder bei Instituten: Absolventen haben beste Jobaussichten", erklärt Werner.

 

 

Ethnomusikologie: Früher auch vergleichende Musikwissenschaften genannt wird als Masterstudienfach an der

Universität Würzburg angeboten. "Hier setzen sich Studierende während ihres zweijährigen Studiums mit mindestens einer regionalen Musikkultur intensiv auseinander", erklärt Musikprofessor Salah Eddin Maraqa. Ob Pop, Rock oder Elektro: Jeder kann seinen Lieblingsmusikstil zum Untersuchungsobjekt machen. Absolventen haben die Chance, etwa bei Musikverlagen, als Musikkritiker oder bei Festivals zu arbeiten.

 

 

Albanologie: Per Luftlinie liegen zwischen Deutschland und Albanien rund 1340 Kilometer. Trotz dieser geringen Entfernung ist das Land für die meisten fremd. Studenten lernen an der

Ludwig-Maximilians-Universität in München alles über Sprache, Kultur, Geschichte und Literatur des Volkes, erklärt Albanologie-Professor Bardhyl Demiraj. Absolventen sollen im sozialen und politischen Bereich arbeiten können.

 

 

Schmuck: Gegenstand diese Fachs, und das kann in diesem Fall wörtlich genommen werden, ist

Schmuck. Die Kunsthochschule Burg Giebichenstein in Halle bietet dieses akademische Schmuckstück an. Nachdem Studenten im Hörsaal alles über die kunsthistorischen Grundlagen gelernt haben, fertigen sie im Atelier Unikate an. "Die Studenten hangeln sich bei uns nicht von Aufgabe zu Aufgabe, sondern entwickeln eigene Ideen weiter", erklärt Daniel Kruger, Professor für Schmuck. Nach dem Studium sind die Absolventen meist selbstständig und arbeiten in ihrem eigenen Atelier.

 

 

Alte Welt: Wer sich nicht nur auf ein Fach begrenzen will, kann auch eine ganze Welt studieren. Der Bachelor

Alte Welt wird an der Universität Würzburg angeboten - gelehrt werden mehrere altertümliche Wissenschaften. "Die Studenten bekommen einen Einblick in die Archäologie, Philologie und Geschichte der Antike", erläutert Carola Koch, Akademische Rätin des Instituts für Altertumswissenschaften. Absolventen können im Museum oder an der Uni arbeiten.

 

 

Cultural Landscapes: Stupides ankreuzen von Multiple-Choice-Fragen? Nicht im neuen Masterstudiengang

Cultural Landscapes an der Universität Würzburg. Hier heißt es: Raus an die frische Luft. Die Landschaften von Franken, Ohio und der Toscana stehen auf dem Stundenplan. Was sie gemeinsam haben? Den Menschen, erklärt Prof. Helmut Flachenecker vom Institut für Geschichte. Absolventen sollen im Bereich Tourismus arbeiten können.

dpa


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