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Abenteuer Auslandssemester - Mit der Planung früh beginnen

Wann gehe ich? Wohin gehe ich? Und wer hilft mir? Wenn Studenten ins Ausland gehen wollen, müssen sie zunächst eine ganze Menge Fragen klären. Gut beraten ist, wer mit der Organisation nicht auf den letzten Drücker anfängt.
Im Bachelor bietet sich ein Auslandsaufenthalt im dritten, vierten oder fünften Semester an, rät Oliver Sachs von der Technischen Universität Chemnitz. Foto: TU Chemnitz/Philip Knauth

Im Bachelor bietet sich ein Auslandsaufenthalt im dritten, vierten oder fünften Semester an, rät Oliver Sachs von der Technischen Universität Chemnitz. Foto: TU Chemnitz/Philip Knauth

Chemnitz. Ein Auslandssemester ist ein großes Abenteuer, das den eigenen Horizont erweitert und wertvolle Erfahrungen bietet. Damit es auch klappt, braucht es im Vorfeld eine gute Planung. Oliver Sachs, Berater im Internationalen Universitätszentrum der Technischen Universität Chemnitz, beantwortet die wichtigsten Fragen:

 

Wann müssen Studenten mit der Vorbereitung starten?

 

Mindestens zwölf Monate vorher sollte möglichst feststehen, wohin es gehen soll, sagt Sachs. Der Gang ins Ausland ist in der Regel frühestens nach zwei absolvierten Semestern möglich. Bei der Bewerbungsfrist beachten Studenten am besten, dass manche Universitäten nur eine Frist pro akademischem Jahr haben, meist zum Ende des Wintersemesters. "Wer da über den Sommer ins Ausland will, muss sich ein Jahr vorher bewerben." Andere Unis hätten hingegen zwei Fristen. Dann reiche eine Bewerbung mit sechs Monaten Vorlauf.

 

Welches Semester ist für einen Aufenthalt ideal?

 

Bei Bachelorstudenten empfiehlt Sachs das dritte, vierte oder fünfte, bei Masterstudenten hingegen das zweite oder dritte Semester. Dann bleibe noch genügend Zeit für die Abschlussarbeit.

 

Wer hilft Studierenden?

 

Die meisten Fachbereiche haben eigene Koordinatoren für das Auslandssemester. "Die können passende Partnerhochschulen vermitteln und über die Anrechnung von Credit-Points Auskunft geben", erklärt Sachs. Zusätzlich gebe es an den Hochschulen akademische Auslandsämter, die umfassend zum Thema beraten.

 

Partneruniversität oder auf eigene Faust?

 

Viele Unis besitzen Kooperationen mit ausländischen Hochschulen. Der Vorteil bei Partneruniversitäten liegt in der guten Unterstützung bei der Organisation. "Zudem werden die Studiengebühren oft erlassen", ergänzt Sachs. Den Auslandsaufenthalt individuell zu planen, ist mit größerem Aufwand verbunden. Dafür haben Studenten bei der Auswahl ihrer Ziele alle Optionen. Sonst sind sie auf die Länder beschränkt, in denen ihre Hochschule Kooperationen besitzt.

 

Wie gut sollten die Fremdsprachenkenntnisse der Studenten sein?

 

Zunächst muss die Landessprache nicht zwingend auch die Sprache im Unterricht sein. Nicht selten sind die Seminare auf Englisch. Ist das nicht der Fall, sollten sie mindestens auf Level B2 des Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmens für Sprachen (GER) liegen. Das entspricht einem fortgeschrittenen Niveau.

 

Was gibt es für Unterstützungsmöglichkeiten?

 

Es gibt mehrere Mobilitätsprogramme für Studenten. Das Erasmus-Programm bietet Stipendienbeihilfe. Außerdem fallen keine Studiengebühren an. Hier müssen Studenten allerdings eine Partneruni der eigenen Hochschule besuchen, die ein passendes Kursangebot hat. Das Programm Promos ermögliche wiederum Stipendien für selbst organisierte Auslandssemester. "Bewerbungszeiträume für solche Programme regeln die Universitäten individuell."

 

Kann ich mir Leistungen anrechnen lassen?

 

Durch ein Auslandssemester muss kein Zeitverlust für das Studium entstehen. "In den passenden Kursen können die nötigen Credit-Points erlangt werden", erläutert Sachs. Welche Kurse der anderen Uni anrechenbar sind, erfahren Studenten bei den Modulverantwortlichen oder dem Prüfungsausschuss.

 

Brauche ich eine spezielle Krankenversicherung?

 

Studenten sollten vor der Zeit im Ausland in jedem Fall ihren bestehenden Versicherungsschutz überprüfen und gegebenenfalls eine zusätzliche private Auslandskrankenversicherung abschließen, rät Sachs. In vielen Mobilitätsprogrammen gibt es spezielle Angebote: Der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD) bietet eine kombinierte Kranken-, Unfall- und Privathaftpflichtversicherung. Oft können die nicht nur DAAD-Stipendiaten, sondern auch Studenten, die von anderen Organisationen eine Förderung erhalten, in Anspruch nehmen.

dpa


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