Navigation:
Ticket-Shop Anzeigen- und Abo-Service

Tourismus

Reif für den See - Bei den Mayas am Atitlán in Guatemala

Vergöttert und verehrt: Der Lago Atitlán in Guatemala lockt Dichter, Denker und Touristen an. An dem berühmten See werden aus vielen Urlaubern Einwanderer. Guatemala ist eine der größten Attraktionen Lateinamerikas.
Wer aus Deutschland anreist, fliegt am besten nach Guatemala-Stadt. Städte des Landes wie Antigua sind gut mit Bussen zu erreichen.

Wer aus Deutschland anreist, fliegt am besten nach Guatemala-Stadt. Städte des Landes wie Antigua sind gut mit Bussen zu erreichen.

© dpa/tmn

Panajachel. atemala ist eine der größten Attraktionen Lateinamerikas. Seit Jahrhunderten zieht er auch Menschen aus anderen Kontinenten an. Über tausend eingewanderte Ausländer leben hier, darunter einige Dutzend Deutsche. Das Mystische zieht auch Forscher an: Sie erkunden unter Wasser versunkene Dörfer und Pilgerstätten.

 

Das Miteinander zwischen Ureinwohnern und Gringos funktioniert meist. In der "Posada Jaibalito" von Hans Schäfer aus Schwaben passen sogar Tortilla und Spätzle zusammen. Fast alle der zehn Mitarbeiterinnen - Mayas aus dem Dorf - können beides frisch zubereiten. Zwei Fischer teilen sich am langen Holztisch zwischen Kaffeestauden und Mangobäumen ein großes Bier. Eine Auswanderin aus Belgien bestellt Käsespätzle für weniger als drei Euro. Ein Urlauberpaar aus Hamburg probiert Maisfladen mit Käse und Bohnenmus und nickt zufrieden.

Knapp die Hälfte der 15 Millionen Guatemaltecos sind Mayas. Die meisten haben ihre Jahrhunderte alten Traditionen bewahrt. Auch Maria Pecher trägt die vielfarbige, selbst genähte und bestickte Kleidung. Sie zeigt die schlichten, sauberen Zimmer und den üppigen Garten. "Je schöner die Posada und unser Dorf Jaibalito, desto mehr Gäste kommen, und wir haben alle etwas mehr Geld in der Tasche", sagt die 32-jährige Maya.

Auf dem kurzen Weg zum Bootssteg schildert Schäfer, warum er hier glücklich ist: "Die Herzlichkeit und Gelassenheit der Mayas, die Ruhe, die der See ausstrahlt, das Majestätische der Vulkane."

Der 52 Jahre alte Schwabe mit dem Rauschebart winkt, eine kleine Fähre steuert auf den Steg zu. Sie ist fast voll. Dicht an dicht sitzen Einheimische mit Körben voller Zitronen, Avocados und Tomaten, dazwischen ein Ehepaar aus den USA und zwei deutsche Studentinnen mit Rucksäcken. Heute ist Markttag in Panajachel, wo das Boot 20 Minuten später anlegt.

Es ist der Hauptort am See mit vielen Hotels, Restaurants, Bars und Galerien. Auch hier ist es, wie im ganzen Land, aus Sicht von Ausländern preisgünstig - über den Daumen: Deutschland minus 30 Prozent. Von hier steuern die Fähren fast jedes Dorf am See an.

Zu den schönsten gehört San Juan La Laguna. Es litt wie andere in den vergangenen Jahren nicht selten unter verdrecktem Wasser, Unwettern und Überschwemmungen. Kinder sammeln Flaschen. Straßen und Gassen sind hier sauberer, viele Wände mit naiven Malereien verziert. Schilder an einigen schmucken Häusern künden in Spanisch und Englisch von Frauen-, Fischer- und Selbsthilfe-Initiativen. Galerien, Webereien, Restaurants, Pensionen und Anbauer organischen Kaffees werben um Besucher.

Nicht glücklich sind die Dörfler über die häufige Verschmutzung an vielen Ufern, wo ungeklärt dreckige Brühe ins Wasser lauft. Etliche Kläranlagen wurden durch Unwetter zerstört. Auch eine Algenpest an manchen Seeabschnitten bereitete schon Sorgen. Das ärgert auch den Fischer Miguel Toc. "Dann leiden auch die Fische und natürlich unsere Familien." Besonders während der Algenplage kaufen Hotels und Restaurants weniger aus dem See. Zum Glück sei es in den vergangenen zwei Jahren wieder besser geworden, sagt Toc.

Lebhaft geht es in San Pedro Laguna zu: Hier sind vor allem Backpacker und Langzeiturlauber anzutreffen. Zum lockeren Programm zählen Ausreiten, Faulenzen, Mahlzeiten wie Müsli und Grillfisch, Spanisch lernen in einer der kleinen, sehr preiswerten Schulen, Sonnenbaden und Disco-Nächte unterm Sternenzelt - mit oder ohne Joint.

Spektakulär ist der Blick von einer der Villen, die an Hängen und Kliffs gebaut wurden. Clemens Luhmann aus Osnabrück genießt mit seiner Familie das Panorama von einer Terrasse am Berg. "Vom Hobbymaler wurde ich am Atitlán zum Künstler, verkaufe Bilder, habe zahlreiche Ausstellungen. Der See inspiriert mich. Wir sind hier glücklich", sagt der Arzt. Er schaut auf seine Frau Jenny, die aus Nicaragua stammt, seine beiden Söhne, dann auf die mächtigen Vulkane auf der anderen Seite des 18 Kilometer langen Kratersees.

Dort grüßen Tolimán, San Pedro und Atitlán. Auch der Forscher Alexander von Humboldt, später der Revolutionär Che Guevara, Regisseur Werner Herzog und Schauspieler Klaus Kinski haben diesen Blick schon genossen. Der britische Schriftsteller Aldous Huxley schrieb vom "schönsten See der Welt".

Auch nahe der Kolonialstadt Antigua ist ein Vulkan der Höhepunkt. Die Spitze des 3760 Meter hohen Volcán de Agua zeigt sich gerade ohne Wolken, der Himmel strahlt blau. Touristen zücken ihre Kameras. Der breite Santa Catalina Steinbogen über einer Gasse ist der perfekte Bilderrahmen.

Ein gewaltiges Erdbeben zerstörte 1773 die einstige Hauptstadt von Guatemala. Etliche Palast- und Kirchenruinen sind durch schwere Stützbalken gesichert, manche Stadtteile wiederaufgebaut. Einstöckige Kolonialhäuser zieren Holzportale und Schmiedeeisen. In Innenhöfen plätschern Brunnen, gedeihen exotische Blüten. "Ich bin immer tief bewegt, wenn ich durch die Gassen schlendere", sagt Christa Methmann aus Flensburg. Sie ist Geschäftsfrau, gelegentlich Reiseführerin und lebt seit sieben Jahren hier. "Es ist schön. Ich bleibe", sagt sie.

dpa


Nächster Artikel
Nächster Artikel
Vorheriger Artikel
Voriger Artikel

Anzeige




Jubiläum




Wünsche




Terra-Tech




Lokschuppen-Sanierung

Lokschuppen-Sanierung: Sollten Marburger über die Umsetzung eingereichter Projektangebote abstimmen dürfen?

Sport-Tabellen




Spielerkader




zur Galerie

Fußballfotos vom Wochenende

Sonderveröffentlichungen




Spielplatz-Serie




LWL-Shop




Mit der OP durch das Gartenjahr




Blende 2016




Heimatprämie sichern!




Instagram

Meistgelesene Artikel

Schüler lesen die OP




Kommentare




OP kostenlos lesen




Der Online-Shop der OP




Städtewetter
Ihre Stadt/Ihr Ort
Tagestemperatur
°
Tiefsttemperatur
°
Regenprognose
%
Windstärke
km/h
Pollenflug
Ihre Wettervorschau
zur Galerie

Willkommen im Leben:

Die Transfers im Landkreis




Die OP-Serien

Mmmm, wie das duftet! Das Rezept für diesen saftigen Stollen finden Sie unten im Text. Foto: Hartmut Berge Besser Esser

Christstollen: Ein Gebäck fürs ganze Jahr

Als die OP Mike Schmidt in der Backstube besucht, riecht es nach Rosinen und Mandeln. Der 39-Jährige macht das, was seine Vorfahren schon vor rund 180 Jahren in der Vorweihnachtszeit praktizierten: Er backt Stollen. mehrKostenpflichtiger Inhalt

In 12 Schritten zum perfekten ChriststollenGalerie   



90 regionale Rezepte: Das Besser-Esser-Buch


Das Besser Esser Buch mit 70 regionalen Rezepten.

Die Grill-App der Oberhessischen Presse


Rostkost: Rezepte und Grilltechnik




  • Sie befinden sich hier: Tourismus – Reif für den See - Bei den Mayas am Atitlán in Guatemala – op-marburg.de