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Tourismus

Die Schimpansen sind zurück - Burundis unbekannte Seiten

Wer den dichten Dschungel des Kigwena Forest im Süden Burundis durchstreift, trifft nur selten auf andere Besucher. "Pro Woche kommen vielleicht 10 bis 15 Touristen, wenn überhaupt", sagt Ranger Pascal Niyokinda.
Frisch gefangen am Tanganjika-See: Fisch gehört in Burundi genauso auf die Speisekarte wie belgisch und französisch angehauchte Spezialitäten.

Frisch gefangen am Tanganjika-See: Fisch gehört in Burundi genauso auf die Speisekarte wie belgisch und französisch angehauchte Spezialitäten.

© Burundi National Tourism Office

Bujumbura. Dabei ist der Regenwald des 1954 eingerichteten Naturreservats mit seinen hohen Bäumen, den Affen, bunten Vögeln und Schmetterlingen gerade für Afrika-Fans mit Sinn für Abenteuer genau das Richtige.

"Es gibt hier viele Schlangen, aber die bleiben meist auf den Bäumen, weil die Sonne wegen des Blattwerks kaum den Boden erreicht", erklärt Niyokinda und schlägt mit einem langen Messer den Weg frei. Das 3300 Hektar große Gebiet erstreckt sich bis zum Tanganjika-See, der auch an Tansania, den Kongo und Sambia grenzt.

Unweit von

Kigwena liegt das Schutzgebiet Vyanda Forest mit einer der größten Attraktionen des Landes: Rund 100 Schimpansen bevölkern Schätzungen zufolge den Wald. Anders als in Ruanda und Uganda mit ihren Berggorillas werden die Schimpansen in Burundi aber bislang kaum erforscht. "Die Menschen hatten vergessen, dass es hier Schimpansen gibt. Wir dachten, sie wären während des Bürgerkriegs alle gestorben, aber 2002 wurden sie plötzlich wiederentdeckt", sagt Christophe Ndikunwayo vom Tourismusministerium in der Hauptstadt Bujumbura. "Und sie scheinen sich zu vermehren."

 

Der ethnische Konflikt in der ehemaligen belgischen Kolonie hatte den Tourismus lange zum Erliegen gebracht. Seit den 1970er Jahren war es immer wieder zu Gewalttaten zwischen der Hutu-Mehrheit und der Tutsi-Minderheit gekommen. Hunderttausende wurden getötet, bis im Jahr 2000 ein Friedensvertrag das Morden beendete.

"Die wichtigste Voraussetzung für den Tourismus ist Frieden. Und in

Burundi haben wir jetzt

Sicherheit und Stabilität", betont Ndikunwayo. Tatsächlich scheint Burundi heute wie ein weißes Blatt Papier, auf dem sich Reiseveranstalter und Hoteliers noch austoben können - denn an den meisten Orten fehlt es an allem.

 

Eines aber hat Burundi: Landschaftliche Schönheit. Safari-Touristen können hier noch wirklich auf Entdeckung gehen. Etwa im Nordwesten, im Kibira-Nationalpark mit seiner reichen Flora und Fauna und der Möglichkeit, ein Pygmäen-Dorf (Batwa-Dorf) zu besuchen. Oder im

Ruvubu-Nationalpark im Osten, wo sich Büffel und Antilopen tummeln.

 

Ein paar Hotelanlagen mit weißen Stränden und Palmen - wie das "Blue Bay Resort" am Ufer des Lake Tanganjika - gibt es auch. Wie überall in Burundi werden hier belgisch und französisch angehauchte Spezialitäten aufgetischt. Aber auch lokale Gerichte wie der beliebte Mukeke-Fisch oder frittierte Kochbananen.

Zum Abschluss einer Burundi-Reise sollte ein kurzer Zwischenstopp an einem Felsen in Mugere nicht fehlen. "Livingstone - Stanley - 25-XI-1871" steht darauf. Die Burundier erzählen gerne, dass sich genau an diesem Ort der schottische Afrikaforscher David Livingstone und der Journalist Henry Morton Stanley erstmals trafen und der berühmte Satz "Doktor Livingstone, nehme ich an?" gesprochen wurde. Doch: Die Begegnung fand zwei Wochen früher in Ujiji in Tansania statt. In Mugere verbrachten beide zwei Nächte in einer Hütte des Dorfchefs Mukamba, während sie die Zuflüsse des Tanganjika-Sees erforschten.

dpa


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