Navigation:
Ticket-Shop Anzeigen- und Abo-Service

Tourismus

Tauchen im Großen Stechlinsee

Tauchen im See? Langweilig! Dieses Vorurteil hält sich. Dabei birgt der Wassersport auch in Binnengewässern spannende Momente. Und im Vergleich zu exotischen Unterwasserzielen ist es zum nächsten Spot oft nicht weit.
Bereit zum Abtauchen: Die Sportler kontrollieren noch einmal ihre Ausrüstung. Foto: Stefan Weißenborn

Bereit zum Abtauchen: Die Sportler kontrollieren noch einmal ihre Ausrüstung. Foto: Stefan Weißenborn

Neuglobsow. Die Verabredung zum Tauchen ist um 11.00, nun ist es 11.00 Uhr. "Gaaanz entspannt", sagt Ralf. Ralf ist Ralf Zichert, Geschäftsführer der Tauchbasis am Großen Stechlinsee im Norden Brandenburgs. Man duzt sich in der Szene. Und hat einen relativen Zeitbegriff.

Denn Eile kostet Atem, und Atem ist bare Zeit. Jedes Bar in der Flasche zählt. "Lass uns in einer halben Stunde treffen", sagt Ralf. Währenddessen macht sich eine Gruppe von Tauchern in aller Gemächlichkeit bereit. Ein Mann verdreht seinen Oberkörper wie eine Schlingpflanze, bis seine Arme endlich den Weg in den Neopren-Anzug finden. Nach und nach präparieren sich weitere Hobbytaucher für den Besuch bei Barsch, Hecht, Rotfeder, Schleie oder Plötze, den am häufigsten anzutreffenden Fischen.

Dann kriecht auch Ralf in seinen Trockenanzug. Er reibt die Manschetten mit Talkum ein und schlendert durch das Stück Buchenwald, das den See umgibt. Das Gewässer und die Gegend stehen unter Naturschutz, nur innerhalb eines Korridors dürfen die Froschmänner ihrem Hobby nachgehen.

Tauchen in Binnengewässern folgt eigenen Regeln. Zum einen gibt es weniger Auftrieb als im salzigen Meerwasser. Zum anderen taucht man quasi immer unter winterlichen Bedingungen. "Nahezu alle Binnengewässer in Deutschland sind Kaltwassertauchgebiete, auch im Sommer", erläutert Frank Ostheimer vom Verband Deutscher Sporttaucher (VDST). Vom Kaltwassertauchen spricht man, wenn die Wassertemperatur zehn Grad Celsius unterschreitet. Das ist in üblichen Tauchtiefen oft das ganze Jahr so.

Von Wasser umgeben, zeigt sich ein weiterer Unterschied zum Tauchen im offenen Meer. Seen haben einen Jahreszyklus, und der Stechlin, einer der klarsten Seen in Deutschland, ist gerade dabei sich umzuschichten. Anstelle der acht oder gar zehn Meter erhofften Sicht, ist das Wasser so trübe, dass die Taucher durch ihre Maske nur anderthalb bis zwei Meter weit spähen können. Ein paar Wochen später wären sie besser dran gewesen.

Unter Wasser knacken die Ohren, der Druck steigt. Grün glimmt mal auf, wenn die Sonne aufs Wasser trifft, der mit Seegräsern bewachsene Boden ist sandig. Sediment wirbelt umher. Jetzt ist Konzentration gefragt. "Zwei, drei Flossenschläge genügen, und man verliert sich", stellt Ralf fest, als es einmal soweit ist, und alle auftauchen müssen, weil man sich verloren hat.

Ein kleiner Schwarm Rotfedern zischt beim nächsten Abtauchen vorbei. Viel mehr soll es an diesem Tag nicht sein - bis auf eine Begegnung kurz bevor es wieder hoch geht, das Finimeter zeigt nur noch 30 bar. Unverhofft schiebt sich ein Kaventsmann von Hecht am Grund entlang, der scheinbar unbeteiligt in die Gegend glotzt. Der Hecht tritt im Trüben so unerwartet auf die Bildfläche, dass sogar eine kleine Schrecksekunde im Spiel ist.

"Wir haben natürlich ein bisschen Pech gehabt", sagt Ralf später, als alle wieder im Trockenen sind. Zu seinen Glücksmomenten zählt er die Begegnung mit einem Schwarm von rund 30 großen Barschen.

Info-Kasten: Großer Stechlinsee

Anfahrt: Der Große Stechlinsee liegt rund 80 Autokilometer vom Berliner Stadtzentrum entfernt im Norden Brandenburgs. Mit der Bahn reist man bis Fürstenberg (Havel) und steigt dort in den Bus um.

Tauchen: Ein Tauchgang inklusive Flaschenfüllung und Ausrüstung kostet bei der Tauchbasis Stechlin 27,50 Euro, hinzu kommt eine Basisgebühr von 5 Euro. Es gibt auch günstigere Paketpreise (www.tauchbasis-stechlinsee.de).

Unterkunft und Gastronomie: Im Ort Neuglobsow gibt es mehrere Fremdenzimmer und Pensionen. Auch in der Tauchbasis kann man übernachten, ab 17 Euro pro Person. Am See betreibt die Fischerfamilie Böttcher eine Fischgaststätte.

Internet: www.ruppiner-reiseland.de , www.stechlin.de , www.vdst.de/umwelt/projekte/tauchseen-portal.html

dpa


Vorheriger Artikel
Voriger Artikel

150 Jahre OP




Geburtstagsgewinnspiel




Jubiläumsangebot




Sport-Tabellen




Spielerkader




Wanderserie 2016




zur Galerie

Fußballfotos vom Wochenende

Sonderveröffentlichungen




Spielplatz-Serie




LWL-Shop




Mit der OP durch das Gartenjahr




Blende 2016




Heimatprämie sichern!




Instagram

Meistgelesene Artikel

Schüler lesen die OP




Kommentare




OP kostenlos lesen




Der Online-Shop der OP




Städtewetter
Ihre Stadt/Ihr Ort
Tagestemperatur
°
Tiefsttemperatur
°
Regenprognose
%
Windstärke
km/h
Pollenflug
Ihre Wettervorschau
zur Galerie

Willkommen im Leben:

Die Transfers im Landkreis




Die OP-Serien

Radieschen haben 94 Prozent Wassergehalt und strotzen vor Vitalstoffen, unter anderem Vitamine A, B1, B2 und C sowie den Mineralstoffen Eisen, Calcium und Kalium. Foto: Inga Kjer/dpa Saisongarten

Vitamine satt bis in den frühen Winter

Die Beete in den Gärten sind weitgehend abgeerntet. Nun wird es Zeit, für den Herbst und Winter vorzusorgen. Den freien Platz kann man zur Neueinsaat nutzen. mehrKostenpflichtiger Inhalt



90 regionale Rezepte: Das Besser-Esser-Buch


Das Besser Esser Buch mit 70 regionalen Rezepten.

Die Grill-App der Oberhessischen Presse


Rostkost: Rezepte und Grilltechnik




  • Sie befinden sich hier: Tourismus – Tauchen im Großen Stechlinsee – op-marburg.de