Navigation:
Ticket-Shop Anzeigen- und Abo-Service

Tourismus

Feenkrebse und mehr: Die Wahner Heide bei Köln

Vor den Toren Kölns liegt ein Schatz: die Wahner Heide. Dort leben mehr als 700 bedrohte Tier- und Pflanzenarten. Während auf dem Köln-Bonner Flughafen rund um die Uhr lautstark Jets lärmen, herrscht nebenan in Wald und Heide beschauliche Stille.
Im Geisterbusch in der Wahner Heide dient ein Baustamm als Rastplatz - denn Bänke gibt es in dem Schutzgebiet nicht. Foto: Bernd F. Meier

Im Geisterbusch in der Wahner Heide dient ein Baustamm als Rastplatz - denn Bänke gibt es in dem Schutzgebiet nicht. Foto: Bernd F. Meier

Köln. Wenn Holger Sticht über die Heide spricht, dann fällt ihm direkt der Fußball ein. "Die Wahner Heide spielt in der Champions League der europäischen Naturschutzgebiete mit", sagt der Vorsitzende des Bündnisses Heideterrasse, einem Zusammenschluss von Natur- und Umweltschutzgruppen.

Mehr als 700 Tier- und Pflanzenarten, die auf der Roten Liste verzeichnet sind, leben in der weitläufigen Heide- und Waldlandschaft. Das Schutzgebiet liegt im rheinischen Städtedreieck zwischen Köln, Rösrath und Troisdorf in unmittelbarer Nachbarschaft des Köln-Bonner Flughafens.

Dort hebt alle paar Minuten ein Flieger von der fast vier Kilometer langen Startbahn ab. Donnerndes Grollen schallt über das Land. Dann ist es wieder ganz still - fast. Grillen zirpen, Kohlmeisen und Neuntöter zwitschern, Spechte hämmern in den dichten Waldungen. Natur pur am Rand der Millionenmetropole Köln. Auf zehn markierten Rundwegen entdecken Wanderer die Landschaft zwischen dem Flughafen und der Autobahn Köln-Frankfurt. Sie ist sehr abwechslungsreich. Auf der Geisterbusch-Tour taucht das Heidekraut auf. Die Besenheide verwandelt die Landschaft Ende August in ein violettes Blütenmeer.

"Unter den dicken Hecken", "Wolfsheide", "In den vierzig Morgen" - so heißen einige Flurstücke des Gebietes, das erst seit 2004 ständig für Besucher geöffnet ist. Davor diente es ab 1953 der belgischen Armee vom Camp Altenrath als Panzerübungsgelände. Während dieser Zeit waren Wald und Heide nur an Wochenenden und einigen Feiertagen zugänglich.

Vom Camp ist heute nur die Panzer-Waschstrasse zu sehen, Gestrüpp überwuchert die Militäranlage. "Lebensgefahr. Das gesamte Gelände ist auf Grund seiner historischen Nutzung mit Munition und sonstigen Kampfmitteln belastet" - so warnen überdimensionale Schilder.

Schon ab 1818 machte der preußische Staat die Wahner Heide zum Schießplatz und Manövergebiet, Artilleriesoldaten feuerten im Hühnerbruch ihre Kanonen ab. Von 1913 an baute die Luftwaffe in Köln-Wahn einen Fliegerhorst auf. Nach dem Zweiten Weltkrieg übernahm die britische Royal Air Force die Kasernen und erweiterte den Fliegerhorst, der 1957 für den Zivilverkehr freigegeben wurde.

Das militärische Sperrgebiet war ein Glücksfall für die Natur. So konnten über mehrere Generationen hinweg dort weder Wohn- noch Industriegebiete entstehen – mit der unrühmlichen Ausnahme des Flughafens", meint Naturschützer Sticht.

Trotz Kanonendonner und Panzerlärm haben sich Tier- und Pflanzenwelt in der einsamen Sperrzone prächtig entwickelt. Naturkundler zählen in dem weitläufigen Gebiet 100 Brutvogelarten und 2500 verschiedene Käfer. Als "Juwel" bezeichnet Sticht die Wahner Heide, die erstmals 1931 unter Naturschutz gestellt wurde.

Auch Rothirsche, Rehe und Wildschweine leben im Schutzgebiet. Die Kohlmeise, Wintergoldhähnchen, Gartenbaumläufer, Raubwürger, Ziegenmelker und der seltene Wendehals begeistern die Vogelkundler unter den Besuchern. "Zu den wertvollsten Arten zählt der streng geschützte Sommer-Feenkrebs", erklärt Heidefachmann Sticht.

Rastplätze für Wanderer mit Bänken gibt es in dem Schutzgebiet nicht. Das Heideland soll nach dem Willen der Naturschützer urig bleiben - sozusagen unmöbliert.

Info-Kasten: Die Wahner Heide

Reiseziel: Die Wahner Heide liegt zwischen Köln, Rösrath und Troisdorf. Sie zählt nach dem Siebengebirge und dem Arnsberger Wald zu den größten Naturschutzgebieten in Nordrhein-Westfalen.

Anreise: Mit dem Flugzeug zum Flughafen Köln/Bonn. Von dort mit dem Auto zum Heideportal Turmhof, Kammerbroich 67, 51503 Rösrath. Oder mit der Regionalbahn RB 25 ab Köln-Hauptbahnhof bis Rösrath-Stümpen, von dort ausgeschilderter Fußweg zum Turmhof.

Reisezeit: Ganzjährig. Im Mai blüht der Ginster, im August die Heide.

Informationen: Heideportal Turmhof, Kammerbroich 67, 51503 Rösrath (Tel.: 02205/9477800, E-Mail: info@turmhof.net, www.turmhof.net).

dpa


Nächster Artikel
Nächster Artikel
Vorheriger Artikel
Voriger Artikel

Anzeige




Jubiläum




Wünsche




Terra-Tech




Lokschuppen-Sanierung

Lokschuppen-Sanierung: Sollten Marburger über die Umsetzung eingereichter Projektangebote abstimmen dürfen?

Sport-Tabellen




Spielerkader




zur Galerie

Fußballfotos vom Wochenende

Sonderveröffentlichungen




Spielplatz-Serie




LWL-Shop




Mit der OP durch das Gartenjahr




Blende 2016




Heimatprämie sichern!




Instagram

Meistgelesene Artikel

Schüler lesen die OP




Kommentare




OP kostenlos lesen




Der Online-Shop der OP




Städtewetter
Ihre Stadt/Ihr Ort
Tagestemperatur
°
Tiefsttemperatur
°
Regenprognose
%
Windstärke
km/h
Pollenflug
Ihre Wettervorschau
zur Galerie

Willkommen im Leben:

Die Transfers im Landkreis




Die OP-Serien

Mmmm, wie das duftet! Das Rezept für diesen saftigen Stollen finden Sie unten im Text. Foto: Hartmut Berge Besser Esser

Christstollen: Ein Gebäck fürs ganze Jahr

Als die OP Mike Schmidt in der Backstube besucht, riecht es nach Rosinen und Mandeln. Der 39-Jährige macht das, was seine Vorfahren schon vor rund 180 Jahren in der Vorweihnachtszeit praktizierten: Er backt Stollen. mehrKostenpflichtiger Inhalt

In 12 Schritten zum perfekten ChriststollenGalerie   



90 regionale Rezepte: Das Besser-Esser-Buch


Das Besser Esser Buch mit 70 regionalen Rezepten.

Die Grill-App der Oberhessischen Presse


Rostkost: Rezepte und Grilltechnik




  • Sie befinden sich hier: Tourismus – Feenkrebse und mehr: Die Wahner Heide bei Köln – op-marburg.de