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Fasnacht in Staufen - Feuerzauber in der Fauststadt

In Staufen, der Fauststadt im Markgräflerland, endet die Fasnacht besonders spektakulär: Unter großem Geheul wird dort die "Fasnet", eine riesige Strohpuppe, zu Grabe getragen. Die Verbrennung um Mitternacht ist schaurig schön.
Die Staufener Burgruine leuchtet in der Nacht, inmitten einer leicht gezuckerten Winterlandschaft.

Die Staufener Burgruine leuchtet in der Nacht, inmitten einer leicht gezuckerten Winterlandschaft.

© Ferienregion Münstertal Staufen/Erich Spiegelhalter

Staufen. Die Staufener Fastnacht ist nicht nur streng geordnet, sondern wird auch kompakt gefeiert: Am "Schmutzigen Dunschtig" geht es hier im Markgräflerland südlich von Freiburg los, mit der Machtübernahme am historischen Rathaus, das stets eine vortreffliche Kulisse abgibt.

Am Mittag wird das Rathaus gestürmt, mit Hilfe einer langen Leiter, einer List und einem Hammer. Oberschelm Armin Wiesler, Präsident der sogenannten

Schelmenzunft, führt das Wort und lässt nach dem Schauspiel die Narrenfahne hissen. Ab dann liegt das öffentliche Leben lahm, die Stadt ist fest in Narrenhand.

Die Schelmen sind die örtliche Narrenzunft. "Eine lustige, aber streng geführte Ordnung", erklärt Walter Maier, Ehrenzunftmitglied und intimer Kenner der Staufener Fasnacht. Einem Till Eulenspiegel ist die Figur des Schelms nachempfunden: Zipfelkappe, silberne Glöckchen am Kostüm. Der Schelm trägt einen blau-weißen Mantel.

Im Gasthof "Löwen", links vom Rathaus und noch erheblich älter als dieses, soll der historische Faust, Goethes Vorbild, ums Leben gekommen sein: ein Alchemist und Doktor der Magie namens Dr. Faustus. An der Fassade kann man studieren, wie Mephisto dem Doktor das Genick bricht, weshalb

Staufen auch "Fauststadt" genannt wird.

Am Fasnachtsdienstag, dem letzten Tag der Fasnacht, steigt auf dem Marktplatz am Nachmittag das Abschlusstreffen der Schelmenschule. Zuerst klettern etliche erwachsene Schelme auf den hölzernen Ausguck, eine Empore, die über dem Marktbrunnen errichtet wurde. Sie halten dort Wache über die Gassen der Stadt. Dann stürmen die Minis heran, in Reihen geordnet, Bögen schlagend, immer auf ein Zeichen ihres Schulleiters hin. "Freisprechung der Kinderschelmen" heißt das hier.

Noch eine Stunde bis Mitternacht. In der "Zunftscheuer" in der Jägergasse tummeln sich etliche Schnurrewieber, wie die liebenswürdig aussehende weibliche Fastnachtsfigur genannt wird. Das Schnurrwieb ist das Gegenstück zum Mittwocher, dem männlichen Maskenträger. Die zwei Figuren wurden in den 50er Jahren für jeden Bürger Staufens entwickelt, der Lust auf Fasnacht hat - aber nicht in die Zunft eintreten will. Langsam macht sich Unruhe breit, eine Stimmung wie zu Silvester. Endlich schwingt der Präsident sein hölzernes Zepter: Er ruft zur Aufstellung - für den finalen Zug zum Rathaus.

Raus ins Freie. Begleitet von Musik, beleuchtet von Fackeln, ziehen die Schelmen durch die Gassen. Der Marktplatz ist jetzt komplett voll. Alle warten auf den Trauerzug. Eine Showtruppe jongliert: Feuerreifen wirbeln durch die Luft, Fackeln ziehen Schleifen.

Der Zunftpräsident hält seine Rede, auf die liebe gute Fasnet, eine riesige Strohpuppe, die nun schon wieder zu Grabe getragen wird. "Hüh-hüh-hüh" - die Menschen heulen lautstark in die kurzen Pausen hinein. Dann wird die Fasnet angezündet und flammt hell auf. Erst weit nach Mitternacht ist in Staufen die Fasnacht wirklich vorbei.

dpa


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