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Almabtrieb in den Alpen - Wenn die Kühe Kronen tragen

Ein unfallfreier Sommer auf einer Alm ist keine Selbstverständlichkeit. Darum schmücken die Bauern ihre Kühe, wenn sie von den Bergen wieder zurück auf die Höfe getrieben werden.
Exakte Choreographie: Erst nach den weißen Ziegen kommen im Appenzeller Land die Kühe ins Tal.

Exakte Choreographie: Erst nach den weißen Ziegen kommen im Appenzeller Land die Kühe ins Tal.

© Appenzellerland Tourismus AI

Berlin. Das Schauspiel gibt es bis heute in Bayern, Österreich und der Schweiz.

Wenn sich am

Königssee der Bergsommer dem Ende neigt, steht ein traditionsreiches Ereignis an. Die Kühe, die den Sommer über auf den Almen des Nationalparks saftiges Gras und aromatische Kräuter gefressen haben, werden wieder ihren Besitzern übergeben. Doch im Berchtesgadener Land ist das kein einfaches Unterfangen - denn die Tiere können nicht auf dem Landweg zurückgebracht werden. Früher ruderten die Bauern sie über den Gebirgssee am Fuße des Watzmanns. Heute treiben Elektromotoren die Landauer, die hölzernen Flachboote, an.

 

Der Aufwand für den Rücktransport der Kühe, die den Sommer auf den Almen verbracht haben, ist groß. Doch die Aufregung für die Tiere hält sich in Grenzen: "Ob die Kühe auf einen Viehtransporter steigen oder aufs Boot, das macht keinen Unterschied", sagt Max Hofreiter. Er ist einer von drei Bauern, die ihre Kühe zur Sommerfrische auf die Alm schicken. Beim Übersetzen sei noch nie etwas passiert, sagt er.

Ganz so ungefährlich ist der Sommeraufenthalt auf den Almen nicht: Eine Kuh kann abstürzen oder ein totes Kalb zur Welt bringen. Wenn ein solches Unglück passiert, werden die Tiere still vom Berg hinuntergebracht. Ist auf der Alm alles gut gegangen, werden sie prächtig geschmückt. Und das ist für die Bauern ein ziemlicher Aufwand, denn sie fangen traditionell erst am 24. August damit an, die "Fuikl" herzustellen. So heißt die Kuh-Krone aus Fichtenbäumchen, deren Zweige gebunden und mit handgearbeiteten Blumen und Rosetten verziert werden. Die Bauern müssen die eine oder andere Nachtschicht schieben, um den Schmuck rechtzeitig fertig zu bekommen. Denn der Almabtrieb findet zwischen Mitte September und Anfang Oktober statt - abhängig vom Wetter und vom Wachstum der Almgräser.

Doch nicht nur in den

bayerischen Alpen werden die Viecher im Herbst von den Bergen getrieben - auch in Österreich und der Schweiz sind die Almabtriebe bunte und fröhliche Ereignisse. Zu den größten in

Tirol gehören jene im Alpbachtal, wo zahlreiche Orte ein eigenes Fest feiern, wenn die Tiere wohlbehalten ins Dorf zurückkehren. Bereits auf den Wiesen erhalten die Alpbachtaler Kühe ihre bunten Blumenkronen. Die Almhirten bringen die Tiere nicht nur ins Tal, sie treiben sie auch durch die Orte und in die heimatlichen Ställe.

 

Auch in der Schweiz finden zahlreiche prächtige Alpabfahrten statt - in Engelberg und am Titlis-Gletscher ebenso wie hoch über dem Genfersee in Saint-Cergue und vielen anderen Regionen der Schweiz. Zu den traditionsreichsten Veranstaltungen aber gehört wohl die im

Appenzeller Land: Hier folgt schon die Alpauffahrt im Frühjahr einer exakten Choreographie, retour ist sie dieselbe.

 

Angeführt werden die Züge von weißen, hornlosen Ziegen, die von Kindern geführt werden. Danach kommen Kühe, Rinder und Kälber, ein Stier und ein Pferd, das die Ledi zieht, den Holzwagen. Darauf sind alle Geräte, die auf der Alp bei der Butter- und Käseherstellung zum Einsatz kommen.

Die wichtigsten Teilnehmer sind die drei Schellenkühe, die von einem Senn in Festtracht angeführt werden. Die Glocken, die die Kühe um den Hals tragen, sind im sechsten, siebten und achten Oberton aufeinander abgestimmt - so geben die drei Damen ein unverwechselbares, tierisches Orchester ab.

dpa


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