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Tourismus

Weiß in grün-brauner Landschaft: Kaum Wintersport möglich

Der Dezember fühlt sich in diesem Jahr an wie ein verspäteter Herbst. Warme Temperaturen machen das Skifahren in Deutschland derzeit so gut wie unmöglich. Und auch in Österreich liegt oft nur "Puderzucker" auf den Bergen. Schneekanonen ermöglichen wenige Pisten.
Nicht mehr als eine Ansammlung von Schneehaufen ist diese Piste bei Kitzbühel von Anfang Dezember. Der Winter in den Alpen geht diese Saison wohl erst so richtig nach Weihnachten los.

Nicht mehr als eine Ansammlung von Schneehaufen ist diese Piste bei Kitzbühel von Anfang Dezember. Der Winter in den Alpen geht diese Saison wohl erst so richtig nach Weihnachten los.

© DAV/Stefan Herbke

München. Der Winter lässt auf sich warten. Das macht das Skifahren in den Alpen in den meisten Skigebieten nicht gerade zu einem Vergnügen. "Weiße Bänder in grün-brauner Landschaft", so beschreibt Thomas Bucher vom Deutschen Alpenverein (DAV) die Lage.

Schnee liege zwar oft auf den Pisten - aber sonst nirgends. "Es ist total grün. Ohne Kunstschnee geht gar nichts." Auch in den österreichischen Skiregionen seien die Berge allenfalls leicht überzuckert. Die Schneelage sei alpenweit unterdurchschnittlich.

Besonders in Deutschland ist Skifahren bis auf ganz wenige Ausnahmen noch nicht möglich. In den Mittelgebirgen ist daran erst recht nicht zu denken. In den Wintersportorten fehle komplett der Schnee, so ein Sprecher der Hochschwarzwald-Tourismus-Gesellschaft. Am Feldberg ruht die Saison. Schnee? Fehlanzeige!

Auch in den bayerischen Alpen liege fast gar kein Schnee, sagt Bucher. Selbst die künstliche Beschneiung, die es gegeben habe, sei meist wieder abgeschmolzen - durch die warmen Temperaturen. "Wir haben seit Wochen sonniges Wetter." In Garmisch liege etwas Schnee auf der Piste, auf der Zugspitze misst der Verband Deutscher Seilbahnen und Schlepplifte (VDS) immerhin 90 Zentimeter.

In den gesamten Alpen liegt die Schneefallgrenze sehr hoch. Die Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) erwartet in Österreich den drittwärmsten Dezember seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1767. Die hohen Temperaturen und geringen Niederschlagsmengen führen zu einem extrem schneearmen Winterbeginn. Zwei Beispiele aus Tirol: In Seefeld (1182 Meter Seehöhe) zeichnet sich der erste schneefreie Dezember seit Messbeginn 1948 ab. In Galtür (1577 Meter Seehöhe) gibt es mit zwei Zentimetern die geringste Neuschneesumme seit Messbeginn 1980.

"Wenn man ein Wintererlebnis haben will, muss man auf die Gletscher fahren", rät DAV-Experte Bucher. Auf dem Stubaier Gletscher in Österreich misst der VDS rund einen Meter Schnee, auf dem Hintertuxer Gletscher sind es etwa 1,10 Meter. Auf dem Pitztaler oder Kaunertaler Gletscher kommen sogar noch etwas mehr zusammen. In den höher gelegenen Schweizer Skigebieten finden Wintersportler ebenfalls offene Pisten und genug Schnee.

"Ein gewisser Teil der Anlagen ist in Betrieb", fasst VDS-Sprecher Hannes Rechenauer die Situation in den Alpen zusammen. Die Verhältnisse auf den Pisten seien zwar durchaus in Ordnung - nur müsse man eben die grüne Landschaft rundherum hinnehmen. Besonders die großen österreichischen Skigebiete hätten die vier, fünf kalten Tage Ende November und Anfang Dezember genutzt, um Pisten zu präparieren. Wer Weihnachten Ski laufen wolle, der könne dies tun.

dpa


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