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Tourismus

Vom Mangrovenwald zum Touristenmekka: 100 Jahre Miami Beach

Vor einer Kulisse aus Palmen, Strand und Meer schwärmen schöne Menschen über den Ocean Drive in Miami Beach. Luxuswagen bahnen sich ihren Weg über die berühmte Strandpromenade.
Der Ocean Drive ist die bekannteste und populärste Straße in Miami Beach.

Der Ocean Drive ist die bekannteste und populärste Straße in Miami Beach.

© Thomas Eisenhuth

Miami Beach. Die rund elf Kilometer lange Insel im US-Bundesstaat Florida ist ein Urlaubsparadies mit einer ereignisreichen Geschichte. In nur 100 Jahren mauserte sich die

mangrovenbewachsene Sandbank zum angesagten Zufluchtsort für Sonnenhungrige, Nachtschwärmer und Prominente.

 

"Es ist die unglaublichste Entstehungsgeschichte einer Stadt in den Vereinigten Staaten", sagt der Historiker Seth Bramson. Am 26. März 1915 gründeten einige Visionäre und Unternehmer die Stadt Miami Beach mit dem Ziel, die Insel zur Touristenattraktion zu machen.

Ihre Vision sollte sich erfüllen: Inzwischen wurde Miami Beach sogar um einige kleinere Inseln künstlich erweitert. Zahlreiche Prominente haben dort ein Anwesen - zum Beispiel die exilkubanische Sängerin Gloria Estefan sowie der Basketballstar Shaquille O'Neal. Auch der Mafioso Al Capone war einst in Miami Beach zu Hause.

"Es ist eine der buntesten Geschichten, die eine Stadt haben kann", sagt Bürgermeister Philip Levine. Selbst die Weltwirtschaftskrise in den 1930er Jahren konnte der Stadt kaum etwas anhaben: Hotels sprossen aus dem Boden und schafften Arbeitsplätze.

Während des Zweiten Weltkrieges prägten statt der Sommerurlauber Soldaten das Stadtbild. Der Touristenort wurde zum Übungsplatz für US-Truppen. Mehr als 60 Prozent der Kampfflieger hätten in Miami Beach trainiert, sagt Bramson. Die pastellfarbenen Hotels im Art déco-Stil, einst von renommierten Architekten gebaut, wurden in jener Zeit zu Kasernen umfunktioniert.

"Es war eine Geschichte mit Höhen und Tiefen", sagt Bürgermeister Levine über Miami Beach. Die 1950er, 60er und 70er Jahre zählen zu den glanzvollen Zeiten der Stadt, als Frank Sinatra und Elvis Presley im Luxushotel Fontainebleau auf der Bühne standen. Auch der spätere Weltmeister im Schwergewicht Muhammad Ali verlieh der Insel Ruhm. Noch unter bürgerlichen Namen, als Cassius Clay, trainierte er in der bekannten Boxschule "Fifth Street Gym".

Doch in den 70er und 80er Jahren begann in großen Mengen Kokain aus Südamerika nach Florida zu fließen, die Mordrate verdreifachte sich. Die geografische Lage des südlichen Floridas sei ideal für die Drogenrouten, erklärt Jorge Zamanillo vom Museum HistoryMiami. Das Touristenparadies wurde zur Drogenmetropole. Schnell formten sich Gangs, Gewalt war die Folge. Die Zeitschrift "Time" schrieb auf ihrem Titelblatt sogar vom "Verlorenen Paradies". Die Drogenkriminalität der 70er und 80er porträtierte auch der Dokumentarfilmer Billy Corben in "Cocaine Cowboys" (2006).

Damals entstanden auf dem Festland die ersten Wolkenkratzer, auf der Insel wurden im Touristenzentrum South Beach die Art déco-Gebäude mit öffentlichen und privaten Mitteln restauriert. Doch: Das Geld für viele dieser Bauvorhaben stammte aus dem Drogenhandel, sagt Zamanillo. Dies sei auch ein Grund dafür gewesen, dass dieser teilweise toleriert worden sei. Als Unschuldige Opfer der Drogengewalt wurden, seien die Behörden schließlich eingeschritten.

Auch in der TV-Serie "Miami Vice" (1984-89) ermittelten die Agenten Crockett (Don Johnson) und sein Kollege Tubbs (Philip Michael Thomas) verdeckt gegen Drogenbosse, Waffenschieber und Zuhälter. Die Serie wurde zum Hit und schaffte es sogar, den Ruf der Region wieder aufzupolieren: "Plötzlich hatte Miami ein neues, anziehendes Image - sexy und gefährlich", erinnert sich Zamanillo. "Jeder wollte auf einmal dieses Leben mit den Autos, den Hotels, den Frauen, dem Strand und dem tropischen Lebensstil."

Seit den 90er Jahren gilt Miami Beach wieder als angesagtes Urlaubsziel. Der Tourismus ist die größte Einnahmequelle. Noch immer ist es ein Ziel für die Reichen und Schönen. Doch zahlreiche Museen und namhafte Messen wie die

Art Basel zeigen, dass Miami Beach mehr zu bieten hat als Partys und Körperkult.

dpa


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