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Gesellschaft

Urlaub auf der Insel: Was wir an den Briten lieben

Großbritannien pflegt seine Traditionen, hat exzellente Musik hervorgebracht und steht für feinsinnigen Humor. Aber was ist mit betrunkenen Briten, schlechtem Essen und altem Dünkel? Ein Pro und Kontra aus aktuellem Anlass.
Das Archivbild zeigt die vier «Pilzköpfe» der britischen Popgruppe «The Beatles»(v.l.) Paul McCartney, George Harrison, John Lennon und Ringo Starr.

Das Archivbild zeigt die vier «Pilzköpfe» der britischen Popgruppe «The Beatles»(v.l.) Paul McCartney, George Harrison, John Lennon und Ringo Starr.

© dpa

London. Die Briten machen Festland-Europa gerade reichlich Arbeit und Kummer, daran ist wenig zu rütteln. Aber Brexit hin, Brexit her, manches am Inselvolk ist weiterhin ganz liebenswert. Oder?

Die Royals

Pro: Hübsche Bilder, kaum Skandale, und Prinz George und Prinzessin Charlotte, so süß! Kontinuität für nur 62 Pence pro Brite und Jahr.

Kontra: Monarchie, undemokratischer geht es kaum. Die Royals machen sich auf Steuerzahlerkosten ein schönes Leben.

Die Umgangsformen

Pro: Anstehen ohne Meckern und Drängeln, das ist kein Klischee. Briten entschuldigen sich ständig, nehmen auch in der Rushhour Rücksicht - sehr angenehm.

Kontra: Schon mal betrunkene Briten getroffen? Laut, obszön, oft auch aggressiv - äußerst unangenehm.

Das Essen

Pro: Briten pflegen eine schöne Sonntagsbraten-Tradition. Und Fish and Chips macht vielleicht Sodbrennen, ist aber gut für die Seele.

Kontra: Darüber muss man doch nicht reden: Ungesalzenes, zerkochtes Gemüse, Pfefferminzsoße, frittierter Schokoriegel - reicht das?

Das Bier

Pro: Was seit ein paar Jahren unter Hipstern als Craft Beer gefeiert wird, war hier immer als Real Ale zu haben.

Kontra: Das wusste schon Asterix: Lauwarme Cervisia ist untrinkbar. Ale schmeckt einfach immer abgestanden - und teuer ist es auch noch.

Der Humor

Pro: Briten können sich über sich selbst lustig machen wie kaum eine andere Nation. Das bringt sie jederzeit auf den Teppich. Und die Welt verdankt ihnen Monty Python und Mr. Bean.

Kontra: Kaum einen Tag kann man als Deutscher auf der Insel verbringen, ohne das irgendjemand Sprüche über deutsche Bomber oder Panzer reißt. Was soll daran witzig sein?

Die Musik

Pro: Das ist wohl eindeutig. Beatles, Rolling Stones, David Bowie, Adele, wer's mag auch Spice Girls oder Robbie Williams.

Kontra: Ach ja, und wer hat uns "Last Christmas" eingebrockt? Schönen Dank auch, Wham!.

Die Traditionen

Pro: Unbewegliche Soldaten mit diesen Riesen-Mützen, Parlamentarier, die sich nicht direkt ansprechen dürfen beim Streiten, altehrwürdige Unis... Die Briten pflegen ihre Geschichte.

Kontra: Die Gesellschaft auf der Insel ist völlig verkrustet - Eliten bleiben Eliten, Arbeiter bleiben Arbeiter. Beim Pferderennen in Ascot sitzen die Klassen getrennt, wo gibt's denn sowas noch?

Der Fussball

Pro: Den haben die Engländer erfunden. Und als Zielscheibe für Spott bieten sie sich auch immer an. Ausgeschieden gegen Island!

Kontra: Die Premier League macht mit ihrem Geld den Fußball kaputt. Wo Scheichs und Oligarchen Clubs kaufen, ist der Sport am Ende.

Die Mode

Pro: Burberry, Alexander McQueen, Stella McCartney, Paul Smith, die Namen sprechen ja wohl für sich. Und Kate hat so viel Stil!

Kontra: Briten und Stil? Die Männer überall in kurzer Hose, die Kleider zu kurz und zu eng, das geht doch überhaupt nicht.

Die Insel-Me

ntalität

Pro: Links fahren, in Steinen wiegen, in Füßen messen, das ist doch nett. Ist ja schon alles einheitlich genug heutzutage.

Kontra: Die Briten wollen sich abschotten, das bringt heutzutage keinem was. Jetzt haben wir den Brexit-Salat.

dpa


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