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Tourismus

Thomas-Cook-Vorstand: Luxusreisen sind mehr gefragt

In der Reisebranche ist viel in Bewegung. Luxusreisen legen zu, Fernreisen werden immer attraktiver. Gleichzeitig macht die Krise in Griechenland manchen Urlaubern Sorgen - und die Gefahr von Anschlägen in Reiseländern wie Tunesien auch.
Mallorca ist nach dem Anschlag in Tunesien eines der möglichen Ausweichziele für Urlauber.

Mallorca ist nach dem Anschlag in Tunesien eines der möglichen Ausweichziele für Urlauber.

© Thomas Cook AG

Fulda. Christoph Debus, Vorstandsvorsitzender der Thomas Cook AG, erklärt, was er für die Trends der nahen Zukunft hält. 

 

Würden Sie selbst jetzt Urlaub in Griechenland machen?

 

 

Christoph Debus: Ja, klar. Griechenland ist für Deutsche auch immer noch eines der beliebtesten Urlaubsländer. Wir hatten jetzt zehn Tage lang eine spürbare Zurückhaltung bei den Buchungszahlen. Aber seit dieser Woche brummt es wieder richtig.

 

 

Macht Ihnen die Krise in Griechenland mehr Sorgen oder der Anschlag in Sousse?

 

 

Debus: Die Sicherheitslage ist das weltweit größere Problem. Aber der Anschlag in Sousse war nach allem, was wir wissen, die Tat eines Einzelnen. Die Buchungszahlen könnten schon bald wieder anziehen. Nach dem Anschlag in Tunis im Frühjahr war das sehr schnell wieder so.

 

 

Frage: Wohin weichen die Urlauber aus, die nicht nach Tunesien wollen?

 

 

Debus: Tunesien ist ein sehr preissensitiver Markt. Ausweichziele sind die Balearen, das spanische Festland, Bulgarien, zum Teil auch Griechenland, zum Teil die Kanaren, aber weniger.

 

 

Warum setzt Thomas Cook so stark auf den Ausbau der eigenen Hotelmarken?

 

 

Debus: Wir wollen touristischer Hotelier werden, weil die Kunden immer mehr nach sehr differenzierten Hotelangeboten verlangen. Die einen wollen ein Hotel für Familien, andere eins ganz ohne Kinder, die nächsten ein Budgethotel. Die Erwartungen werden immer individueller. Und das schaffen wir nur, wenn wir das mit eigenen Marken machen.

 

 

Und wieso legen Luxusreisen eigentlich ständig zu?

 

 

Debus: Wir haben in Deutschland eine Spreizung der Einkommen, aber es gibt eben auch eine größere Spitzengruppe. Es gibt zum Beispiel mehr Doppelverdiener ohne Kinder, die sich solche Reisen leisten können. Und dann der demografische Wandel: Immer mehr Ältere haben das Geld und vor allem auch die Zeit. Das Kundensegment für Luxusreisen wächst.

 

 

Was ist für Urlauber heute Luxus?

 

 

Debus: Das kann zum Beispiel Privatsphäre am Strand sein, Zeit und Raum für sich selbst. Oder für die einen gutes Essen und guter Wein. Andere wollen in einer Lodge in Botsuana ganz in der Natur sein. Auch bei den Luxusreisen differenzieren sich die Wünsche der Kunden stark.

 

 

Wo wollen solche Urlauber im Winter vor allem hin?

 

 

Debus: Im Winter geht man in die Sonne, vor allem Malediven, Seychellen, Mauritius sind gefragt. Aber auch die Vereinigten Arabischen Emirate, die wahnsinnig in Hotels investieren. Und auch die Nachfrage nach Zielen in Asien wie Vietnam oder Japan ist da.

 

 

Und warum gibt es immer mehr Fernreisen?

 

 

Debus: In den vergangenen Jahren war der Dollar extrem günstig, das war gut für die Fernreisen. Aber die Reiselust der Deutschen lässt nicht nach, jetzt, wo das nicht mehr so ist. Die Leute wollen mal was anderes sehen, wenn sie schon zehnmal auf Mallorca waren. Und dann ist das Flugangebot auf der Fernstrecke deutlich gewachsen. Dadurch steigen auch die Gästezahlen. Wir haben auf der Fernstrecke ein klares Wachstum bei den deutschen Gästen, und wir denken auch, dass das anhalten wird.

dpa


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