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Tourismus

Studie: Reiselust nimmt ab

Urlaubsfrust statt Reiselust? In einer Befragung geben vor allem Ältere an, sie verreisten weniger. Ein Hamburger Zukunftsforscher macht sich Sorgen um die Branche. Seine Tourismusanalyse dürfte einigen Reiseveranstaltern aber auch Mut machen.
Die Messe Reisen Hamburg findet vom 17. bis zum 21. Februar 2016 statt.

Die Messe Reisen Hamburg findet vom 17. bis zum 21. Februar 2016 statt.

© Axel Heimken

Hamburg. Terroranschläge und wirtschaftliche Ängste haben die Reiselust der Deutschen einer Studie zufolge sinken lassen. In einer repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts GfK gaben 21 Prozent der Befragten an, in diesem Jahr keine mindestens fünftägige Urlaubsreise zu planen.

Im vergangenen Jahr hatten noch 19 Prozent diese Antwort gegeben. Aus der Tourismusanalyse, die die Stiftung zum Auftakt der Hamburger Reise-Messe vorstellte, geht weiter hervor, dass 42 Prozent der Befragten Urlaubspläne haben. 37 Prozent waren noch unsicher.

Bereits im vergangenen Jahr seien erstmals seit Jahren weniger Menschen in den Urlaub gefahren. 54 Prozent der Befragten gaben an, eine Reise von wenigstens fünf Tagen unternommen zu haben. Im Vorjahr waren es 57 Prozent gewesen. Der Leiter der BAT-Stiftung, Ulrich Reinhardt, erklärte dies mit der Verunsicherung durch Terroranschläge in Tunesien und Ägypten, aber auch in Kopenhagen und Paris. Zudem werde die wirtschaftliche Lage mit Skepsis gesehen. "Als Motto könnte man fast sagen: Urlaubsfrust statt Reiselust."

Reisen ist laut der Studie verstärkt eine Sache der mittleren Generation, die noch arbeitet. Im Vergleich zum Vorjahr stieg 2015 die Zahl der Reisenden unter den 35- bis 54-Jährigen um zwei Prozentpunkte. Bei Jüngeren zwischen 14 und 34 Jahren sank der Wert um vier, bei den Älteren ab 55 Jahre sogar um sechs Prozentpunkte.

Als besorgniserregend bezeichnete der Zukunftsforscher den Rückgang der Reiselust bei der älteren Generation, dem "Motor der vergangenen Jahre". Der Stiftungsleiter erklärte das mit Verunsicherung und Zukunftsangst.

Der Reisemarkt spaltet sich auch nach dem Verdienst. In der Gruppe mit einem Nettoeinkommen von mehr als 3500 Euro im Monat verreisten drei von vier Menschen mehrmals im Jahr. Wer weniger als 1500 Euro im Monat zur Verfügung habe, sei froh, wenn er sich eine Urlaubsreise im Jahr leisten könne. "Diejenigen, die es sich leisten können, sind unterwegs, dagegen die unteren Einkommensschichten sind eher auf Balkonien oder in Bad Meingarten anzutreffen", sagte Reinhardt.

Fast ein Viertel (24 Prozent) der Befragten mit festen Plänen will die schönste Zeit des Jahres im Inland verbringen. "Deutschland bleibt das mit Abstand beliebteste Reiseziel." 38 Prozent planen eine Reise in ein europäisches Land und 9 Prozent eine Fernreise. 29 Prozent hatten sich noch nicht entschieden.

Bei den Zielen im Inland legte im Zehn-Jahres-Vergleich besonders Mecklenburg-Vorpommern zu. Gründe seien unter anderem die neuere Infrastruktur, natürlichen Gegebenheiten und ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis. Im Ausland konnten Italien und die Türkei zulegen, wobei Spanien seine Spitzenstellung kräftig ausbaute.

"Die Türkei ist das ganz große Fragezeichen in dieser Saison", sagte Reinhardt. Er sehe die Lage nach dem Terroranschlag von Istanbul im Januar aber nicht so pessimistisch. Das Tourismusgeschäft werde sich im Laufe des Jahres erholen.

dpa


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