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Tourismus

Strandleben im Norden - Von Burgenbauern und Muschelsündern

Mein Strand, mein Korb, meine Burg - nach diesem Motto breitet sich so mancher Tourist gerne aus. Zu Konflikten mit anderen Urlaubern kommt es dabei eher selten.
Dicht gedrängt stehen Strandkörbe am Ostsee-Strand in Timmendorf. Die werden abends oft von Jgendlichen besetzt.

Dicht gedrängt stehen Strandkörbe am Ostsee-Strand in Timmendorf. Die werden abends oft von Jgendlichen besetzt.

© Markus Scholz

Westerland. Auf Sylt aber sorgen jugendliche Korbbesetzer für Ärger.

Sommer, Sonne, Sand und Streit - das kann schon mal passieren, wenn in der Hochsaison im Urlaubsland die Massen am Strand zusammenkommen. Ob nun eine Sandburg, die um einige Zentimeter die Vorschriften für die Burggrabentiefe verfehlt, oder die genau vor dem Strandkorb aufgebaute Strandmuschel, die den Blick auf die Nordsee versperrt - die Anlässe für kleinere Scharmützel sind vielfältig.

Auf Sylt etwa ist es ein Generationenkonflikt, der für Ärger sorgt. Am frühen Abend strömen oftmals Jugendliche an den Strand und besetzen dann die von älteren Gästen gemieteten Strandkörbe, berichtet Karl-Heinrich Andresen, verantwortlich für die Strandkorbvermietung in Westerland und Rantum. "Das hat zugenommen. Die Jugendlichen lassen sich nichts mehr sagen."

Früher sei zudem mehr nachts gefeiert worden, heutzutage geht es Andresen zufolge schon um 16 Uhr los. Der Wachdienst aber fängt erst um 20 Uhr an, am Wochenende um 15 Uhr. Um das Problem besser in den Griff zu bekommen, müsste man viel Geld in die Hand nehmen. "Das kann man nur mit viel Personal machen."

Es bleibe abzuwarten, wie sich die Lage in diesem Sommer noch entwickelt, meint Andresen. Gegebenenfalls müsste über andere Maßnahmen nachgedacht werden. "Es ist ein Problem. Aber wir wollen keine Gitter haben." Handgreiflich sei noch niemand geworden.

Die Urlauber, die sich an diesem Sommertag am frühen Nachmittag am Westerländer Strand sonnen, sehen die Lage entspannt. "Die einzigen, die angreifen, sind die Möwen", sagt eine Urlauberin aus Sonneberg in Thüringen, die mit ihrer Enkelin im Strandkorb sitzt. Die kleinen muschelförmigen Zelte stören sie nicht: "Es ist doch genug Platz."

Auch ein Ehepaar aus Berlin findet die Atmosphäre "ziemlich friedlich". Das Paar hat einen Korb gemietet, und wenn der besetzt ist, "dann sagt man das eben". Auch eine Strandmuschel direkt vor ihrem Korb haben die beiden schon verständnisvoll ertragen, schließlich hätten die Muschelurlauber gar nicht anders gekonnt. "Davor war alles nass von der Flut." "Sehr nett", findet es auf Sylt eine Muschelbesitzerin aus Bonn. Wegen etwaiger Sichtbehinderungen hat sie noch niemand angesprochen.

Auch in Kampen ist es "sehr friedlich", berichtet Greg Baber, Abteilungsleiter Strand. Die Zahl der Strandkörbe ist etwas reduziert worden, so dass mehr Platz ist. Die etwa 1300 Körbe seien seit langem "ausverkauft". Baber und seine Mitarbeiter haben eine Auge auf Strandmuscheln, die zwischen den Körben stehen. "Wir sagen dann höflich, das geht nicht." Die Lage in Kampen sei aber sehr ruhig.

Für viele Urlauber gehört am Strand auch noch der Bau einer Sandburg dazu. Manche sind ganz schlicht, andere sind mit kunstvollen Bildern aus Muscheln oder Seetang geschmückt. Doch nicht überall sind die Burgen gern gesehen. An einigen Stränden auf der Ostseeinsel Fehmarn zum Beispiel oder überall auf Sylt ist das Burgenbauen verboten. Sicherheitsgründe wie etwa das Freihalten von Wegen für Rettungswagen sind der Grund.

In anderen Gemeinden wie Timmendorfer Strand oder Scharbeutz werden Sandburgen am Strand immerhin toleriert. In Travemünde dagegen sind Burgen am Strand gern gesehen. "Sie sollten nur nicht zu groß sein und abends wieder beseitigt werden, damit in der Dunkelheit niemand stolpert", sagte der Kurdirektor von Travemünde, Uwe Kirchhoff.

In anderen Orten nehmen Sandburgenbauer besser einen Zollstock mit an den Strand. In Sierksdorf und Neustadt dürfen Burgen bis zu vier Meter Durchmesser haben, in Kellenhusen, Großenbrode und am Südstrand aus Fehmarn ist bei einem Durchmesser von drei Metern Schluss. Überall gilt: die Bauwerke dürfen nicht tiefer als 50 Zentimeter sein und der Abstand zur Nachbarburg muss so breit sein, dass andere Strandgäste ungehindert daran vorbeilaufen können.

dpa


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