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Tourismus

Sonnige Aussichten für die Reisebranche

Niedrige Arbeitslosigkeit, gute Konjunkturaussichten und sinkende Verbraucherpreise: Die Rahmenbedingungen für die Reisebranche könnten kaum besser sein. Die Buchungen für die schönsten Wochen des Jahres laufen auf Hochtouren: Branchenexperten sagen dem Tourismus ein Topjahr voraus.
Die Deutschen packen gerne ihre Koffer und gehen auf Reisen. Dafür gaben sie im vorigen Jahr mehr Geld aus als 2013.

Die Deutschen packen gerne ihre Koffer und gehen auf Reisen. Dafür gaben sie im vorigen Jahr mehr Geld aus als 2013.

© Inga Kjer

Berlin. xperten sagen dem Tourismus ein Topjahr voraus. "Die Aussichten sind so gut, wie wir sie noch nicht hatten", sagte Martin Lohmann von der Forschungsgemeinschaft Urlaub und Reisen (FUR) jüngst. Der FUR zufolge wollen die Deutschen 2015 unterm Strich für mehr Reisen mehr Geld ausgeben. Vieles deute darauf hin, dass die Reiseintensität 2015 das Niveau des Vorjahres übertreffen werde, prognostiziert auch die Stiftung Zukunftsfragen. Ganz ohne Sorgen ist die Branche allerdings nicht.

Schon 2014 war ein gutes Jahr für die Tourismusindustrie. Die Bundesbürger unternahmen nach vorläufigen Daten der FUR 72 Millionen Reisen und gaben mit 66 Milliarden Euro drei Prozent mehr aus als im Jahr zuvor.

Auch europaweit ist von Krisen nichts zu spüren: Die Europäer reisten im vergangenen Tourismusjahr so viel wie nie zuvor. Die Zahl der Auslandstrips stieg um drei Prozent und erreichte damit einen Rekordwert, so der ITB World Travel Trends Report, den IPK International im Auftrag der

Reisemesse ITB (Publikumstage: 7. und 8. März) erstellt.

 

Zwar haben die Buchungen für das wichtige Sommergeschäft 2015 im Januar etwas an Schwung verloren. Unter dem Strich steht nach einer Auswertung der GfK von Daten aus rund 1200 Reisebüros aber ein Umsatzplus von 5,4 Prozent.

Die großen Trends sind unverändert. Auf dem ersten Platz der Hitliste der Bundesbürger liegt Urlaub im eigenen Land, gefolgt von Spanien, Italien, der Türkei und Österreich. Knapp zwei Drittel aller Urlaubsreisen gehen der FUR zufolge jedes Jahr in eines dieser Länder.

Deutlich gestiegen ist die Nachfrage nach Griechenland und inzwischen auch wieder Ägypten trotz der Krisen, wie die Veranstalter Der Touristik und Alltours berichten. "Für Ägypten haben wir Flugkapazitäten nachgeordert", sagt eine Alltours-Sprecherin. Insgesamt laufe das Sommergeschäft gut. "Die Vorzeichen sind schon sehr gut", sagt auch eine Sprecherin von DER Touristik.

Thomas Cook verkaufte bis Mitte Februar 41 Prozent der Sommerreisen und damit etwas mehr als im Vorjahr. Allerdings waren es vor allem die Briten, die eifrig die schönsten Wochen des Jahres planten. "Die Deutschen tendieren dazu, ihre Reisen erst später zu buchen", sagte Thomas-Cook-Chef Peter Fankhauser jüngst.

Branchenprimus Tui spricht von erfreulichen Buchungseingängen für den Sommer mit einem Anstieg der Durchschnittspreise um 2 Prozent.

Profitieren könnte die Branche auch vom Absturz des Ölpreises. "Mit dem derzeit niedrigen Ölpreis sinken die Kosten für Langstreckenflüge, so dass zum Beispiel Thailand und Vietnam stark werden könnten", sagt Ralph Schiller, Geschäftsführer der FTI-Group.

Ganz ungetrübt ist die Stimmung allerdings nicht: Nach wie vor gibt es nach Angaben des Deutschen Reiseverbandes (DRV) keine Bewegung im Streit um die Gewerbesteuer. Die deutschen Veranstalter sollen nach dem Willen der Finanzverwaltung für den Einkauf von Hotelübernachtungen rückwirkend ab 2008 Gewerbesteuer zahlen. Die Branche befürchtet Steuermehraufwendungen in Milliarden-Höhe und hält die Auslegung der Vorschriften durch die Behörden für nicht nachvollziehbar.

dpa


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