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Tourismus

Sonne und Szene: Die Top-Reiseziele für Homosexuelle

Es zählen nicht immer nur Wetter, Hotel oder die Entfernung zum Strand: Urlaubsziele für Homosexuelle zeichnen sich vor allem durch eine lebendige lokale Szene, Toleranz bei der Bevölkerung und eine liberale Gesetzgebung im Land aus. Die besten Reisetipps.
Ein in der Gay-Szene beliebter Ort zum Feiern ist das Ku De Ta in der Nähe des Seminyak-Strands auf Bali.

Ein in der Gay-Szene beliebter Ort zum Feiern ist das Ku De Ta in der Nähe des Seminyak-Strands auf Bali.

© Visit Indonesia Tourist Office/Ku De Ta

Berlin. Was haben Ägypten, Vatikan-Stadt und Jamaika gemeinsam? Sie alle sind interessante Reiseziele, doch bei schwulen und lesbischen Urlaubern nicht ganz so beliebt. Denn wer seine sexuelle Orientierung offen zeigen möchte, erlebt in vielen Ländern immer noch Einschränkungen.

Die Gay-Community hat sich daher schon seit einiger Zeit eigene Hotspots geschaffen, wo sie ohne Angst vor Ablehnung oder sogar Verfolgung feiern, entspannen und entdecken kann.

Beliebt ist alles, wo die Sonne scheint. "Das Wetter spielt eine große Rolle", sagt Briand Bedford, Chefredakteur beim "Spartacus International Gay Guide". Ob eine Destination sich etabliert, hängt aber vor allem von der passenden Infrastruktur ab, also Bars, Clubs oder Hotels, die auf schwule und lesbische Gäste eingestellt sind. Natürlich gilt das nicht für alle homosexuellen Reisenden: "Viele Schwule buchen auch ganz normal", erklärt Joachim Volland von Teddy Travel, einem Reisebüro für Schwule in Köln. Die folgenden Reiseziele sind allerdings besonders beliebt:

Gran Canaria: Die Kanareninsel ist das Gay-Reiseziel in Europa schlechthin. "Spanien ist sehr loyal und frei", erklärt Volland. Rund um Playa del Inglés und Maspalomas hat sich über viele Jahre eine lebendige Schwulenszene entwickelt, die immer noch äußerst gefragt ist. Ähnliches gilt für die Balerareninsel Ibiza, Sitges oder Torremolinos in Andalusien.

Mykonos und Lesbos: Während Spanien gleich mehrere Szeneorte hat, sind es in Griechenland hauptsächlich die Inseln Mykonos und Lesbos. Die Gay-Hotspots befinden sich auf Mykonos vor allem entlang der westlichen und südöstlichen Küstenlinie, wo es einige berühmte Schwulenstrände gibt.

Städteziele: Barcelona, Wien, Berlin, Tel Aviv - diese vier Schwulenmetropolen zeichnen sich vor allem durch eines aus: Sie werben um ihre Gäste und betreiben gezieltes Marketing. "Damit die Leute wissen, dass sie sich nicht verstellen müssen und sich entspannen können", sagt Brian Bedford. Die Städte, alle für ihr ausschweifendes und tolerantes Nachtleben bekannt, bieten außerdem mit dem Gaixample in Barcelona, dem Nollendorfplatz in Berlin oder dem Naschmarkt in Wien Zentren der schwulen Subkultur. Und Tel Aviv hat dazu noch Badestrände.

USA: Immer noch ein Klassiker, wenn auch nicht mehr so gefragt wie zu Hochzeiten. Ob Miami und Fort Lauderdale in Florida, West Hollywood in Los Angeles oder die Metropolen Boston, New York und San Francisco: Wer hierher kommt, weiß, was er bekommt.

Kreuzfahrten:Seereisen speziell für homosexuelle Kunden sind im Kommen. "Gay-Only-Kreuzfahrten sind sehr gefragt", bestätigt Katharina Hanke vom Reiseveranstalter

Dertour, der 2017 mit Royal Caribbean eine deutschsprachige Gay Cruise im Mittelmeer anbietet. Tui Cruises startet ebenfalls 2017 zu einer Rainbow Cruise für Lesben und Schwule. La Demence aus Belgien und Atlantis aus den USA haben sich speziell auf Gay Cruises spezialisiert.

Fernziele: Wer in die Ferne reisen will, ist in Südafrika, Thailand oder Bali gut aufgehoben. Auch die Malediven werden immer wieder angesteuert, obwohl die Akzeptanz von Homosexualität dort nicht besonders hoch ist.

Aufsteiger: Trotz der Dominanz der klassischen Reiseziele für Homosexuelle gibt es etwas Bewegung auf dem Markt. Zumindest was potenzielle neue Ziele angeht. Der

Gay Travel Index listet Nepal, Mosambik und Puerto Rico als Aufsteiger des Jahres 2016. Nepal hat ein Diskriminierungsverbot in seine Verfassung aufgenommen, Puerto Rico führt die Homoehe ein, und Mosambik legalisiert Homosexualität.

dpa


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