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Softeis, Bisons und Dinosaurier: Wandern auf Bornholm

Bornholm bietet mehr als Räucherheringe und Strandkörbe. Die dänische Insel in der südlichen Ostsee lockt Wanderurlauber mit versteinerten Pferden und Dinosaurier-Geschichten.
Götterheim: Gudhjem ist eines beliebtesten Ziele von Wanderern auf Bornholm.

Götterheim: Gudhjem ist eines beliebtesten Ziele von Wanderern auf Bornholm.

© Visit Denmark/Rudy Hemmingsen

Bornholm. Vor Millionen von Jahren stapften Dinosaurier hier am Strand entlang. Heute wandern Eidechsen und Menschen durch den Sand von

Bornholm. Auf der dänischen Ostseeinsel können Urlauber an drei Tagen drei ganz unterschiedliche Landschaften durchstreifen und dabei etlichen Tieren begegnen, ob lebendigen, toten oder solchen aus Stein.

 

Eine Strandwanderung führt auf die Landzunge von Dueodde im Südosten Bornholms. Ortskenner starten die Halbtagestour am Ende des Fyrvejen, der Straße am Kiefernwäldchen vor dem Strand. Dort steht auch ein besonderes Kiosk. Johnny Jensen, weißhaariger Besitzer des Krølle Bølle Kiosken, empfängt die Besucher mit einem Lächeln. "Das ist schon unsere 27. Saison in Dueodde. Bornholmer Softeis schmeckt jedem", sagt er. Dann taucht er den Zipfel aus Sahnevanillemasse in die Lakritzstreusel.

600 000 Urlauber kommen jedes Jahr zwischen Mai und Oktober nach Bornholm. 41 000 Menschen leben auf der 588 Quadratkilometer kleinen Insel, 14 000 davon in Rønne, der Hauptstadt. Wanderer zieht es jedoch zu einer Tagestour in den Norden nach Gudhjem. Dort lockt die Steilküste.

Der Küstenpfad zu den Klippen von Helligdommen beginnt am nordwestlichen Ortsausgang. Der Weg wird bald steiler. Tiefblau leuchtet die Ostsee. Ein paar aufrecht gestellte Felsen bewachen den Wegesrand. Hestestenene heißen sie, Pferdesteine, archäologisch rätselhafte Hinterlassenschaften der Insulaner vor vermutlich zwei Jahrtausenden. Angeblich wurden Pferde über den Rand der Steilküste getrieben, als Kultopfer. Das besagt zumindest die Legende.

Das Ziel der Tour: Die 20 Meter hohen Helligdomsklipperne gelten als schroffste Steilklippen von Dänemark. Auf die Wiese darüber wurde ein

Kunstmuseum gebaut. Die heilige Quelle der Klippen entspringt seit 1993 im Museumsfoyer. Das Rinnsal fließt zwischen Werken von Bornholmer Künstlern Stockwerk für Stockwerk hinunter zum Steinstrand.

 

Am nächsten Morgen geht es in den Wald im Inselinneren, wo sich Abenteuerliches verbirgt: Am langen Zaun mitten im Wald warnen Schilder vor gehörnten Tieren. Das 38 Quadratkilometer große

Forstgebiet um Almindingen bildet den drittgrößten Wald im Königreich Dänemark. 2012 wurden darin sieben Wisente aus einem polnischen Nationalpark angesiedelt.

 

"Man muss den Bisoninstinkt haben! Ich folge meiner Intuition", sagt Jens Kofoed. 2008 fand er am Strand sogar den versteinerten Zahn eines einheimischen Fleischfressers, des Raubsauriers Dromaeosauroides bornholmensis. Aber wo stecken die Waldbewohner mit Hörnern und zotteligem Fell?

Auf den Fichtennadeln am Boden prangt ein Wisentfladen. "Höchstens einen Tag alt, eine frische Spur", meint Kofoed. Irgendwo zwischen den eng stehenden Stämmen nagen die Wisente an den Rinden herum. Sie könnten sich in jeder Schattenzone verbergen. Etwas unheimlich ist das schon. Doch die mächtigen Huftiere bleiben unsichtbar. "Es gibt keine Bisongarantie."

dpa


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