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Tourismus

Sinkende Urlauberzahlen - Schweiz setzt auf All-inclusive

Die Schweiz hat immer noch mit dem teuren Franken zu kämpfen. Aus fast allen Ländern der Euro-Zone kommen deshalb weniger Urlauber. Doch die Touristiker stecken den Kopf nicht in den Sand: "Die Hoffnung stirbt zuletzt."
Jörg Peter Krebs ist Deutschland-Chef von Schweiz Tourismus.

Jörg Peter Krebs ist Deutschland-Chef von Schweiz Tourismus.

© Schweiz Tourismus/ Nathalie Zimmermann

Berlin. Deutschland ist ein Sorgenkind - zumindest aus Sicht der Touristiker in der Schweiz. Denn aus Deutschland kommen weniger Gäste, ebenso aus den Benelux-Ländern, Italien und Frankreich - allesamt Länder, in denen mit dem Euro bezahlt wird.

Der teure Franken bleibt eine Hürde für den Tourismus aus der Eurozone, erklärt der Deutschland-Chef von Schweiz Tourismus, Jörg Peter Krebs, anlässlich der

Reisemesse ITB (noch bis 13. März). Dafür kamen im vergangenen Jahr mehr Gäste aus Übersee. Und: Die Schweizer selbst machen Urlaub in der Schweiz - so viele wie nie. "Das haben wir kaum erwartet." Das Problem ist aber: "Die Eurozone ist immer noch der Kernmarkt", sagt Krebs. Und Deutschland mit Abstand der wichtigste Quellmarkt. Deshalb könne man nicht von einem guten Jahr sprechen.

Aber: Im Vergleich zum Vorjahr ist der Euro wieder etwas stärker geworden. "Die Hoffnung stirbt zuletzt", gibt sich Krebs optimistisch. "Wir hoffen, in der Eurozone den Turnaround zu schaffen." So sind viele Angebote in der Schweiz billiger geworden. Und Veranstalter machen verstärkt All-inclusive-Angebote, bei denen die Mahlzeiten enthalten sind, "dass man nicht immer das Portemonnaie zücken muss", wie Krebs es formuliert.

Die Deutschen fahren nach wie vor gerne in die Berge, die Gäste aus Übersee bevorzugen die Städte, insbesondere Zürich. "Wenn Sie aus Schanghai, Mumbai oder New York kommen, dann ist Zürich like a Mountain Resort", erklärt Krebs. Insgesamt verzeichnen die Städte in der Schweiz ein Plus, die Bergregionen ein Minus. Das liegt auch daran, dass die Städte größere Kapazitäten geschaffen haben. Die Bergregionen leiden darunter, dass sie stärker auf die Eurozone ausgerichtet waren. Deshalb versuche man nun, Gäste aus Übersee für den Alpenraum zu begeistern, sagt Krebs.

Highlights für Urlauber in diesem Jahr sind etwa die Feierlichkeiten zu 100 Jahre Dadaismus in Zürich. Außerdem wird der neue Gotthard-Basistunnel eröffnet. Und der Sport kommt in diesem Jahr in die Schweiz: Zum einen reist die deutsche Fußballnationalmannschaft zum Trainingslager ins Tessin. Außerdem führt die Tour de France in diesem Jahr in die Schweiz.

Die Veranstalter bestätigen Krebs' Einschätzung zum Sorgenkind Deutschland. Bei Dertour zum Beispiel ist die Nachfrage für die Schweiz aufgrund der Währungsproblematik verhalten gestartet, erklärt Produktmanagerin Ellen Marx. "Namhafte Skigebiete, wie Zermatt, Engadin, Adelboden und Jungfrauregion, waren jedoch positiv nachgefragt." Bei Tui hat man für Schweiz-Urlauber zwar eine Art Preisbremse eingeführt, das heißt, es gab nur einen moderaten Preisanstieg etwa durch viele neue Gratisleistungen, aber trotzdem liegen die Gästezahlen hinter dem Vorjahr.

dpa


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