Navigation:
Ticket-Shop Anzeigen- und Abo-Service

Tourismus

Reisen in autoritäre Staaten: Hilfreich oder skrupellos?

Ob China, Kuba oder der Iran: Viele spannende Reiseländer werden von einem autoritären Regime geführt. Reisemesse ITB in Berlin diskutiert (4. bis 8. März).
Maschinenpistolen sieht man als Tourist in autokratischen Staaten häufiger. Die Sicherheit der Urlauber ist in der Regel aber nicht gefährdet.

Maschinenpistolen sieht man als Tourist in autokratischen Staaten häufiger. Die Sicherheit der Urlauber ist in der Regel aber nicht gefährdet.

© Philipp Laage

Berlin. urstätten unweit von Gefängnissen liegen, in denen Oppositionelle eingesperrt werden? Diese Frage wurde auf der

Reisemesse ITB in Berlin diskutiert (4. bis 8. März).

 

"Tourismus macht Begegnungen möglich und kann dabei helfen, dass Länder sich öffnen", sagte Wolf-Dieter Zumpfort auf dem Podium. "Ein Richtig oder Falsch gibt es da unserer Meinung nach nicht", stellte der stellvertretende Vorsitzende der Friedrich-Naumann-Stiftung fest. Es lohnt sich, genau hinzuschauen. Denn längst nicht jede Reise in eine Diktatur ist verantwortungslos. Im besten Fall kann sie viel Positives bewirken.

"Durch den Tourismus haben die Menschen vor Ort ein kleines Fenster zur Welt", so formuliert es Peter-Mario Kubsch, Geschäftsführer von Studiosus. Austausch, Begegnung, Information und Öffentlichkeit: All das kann langfristig zu einer positiven Veränderung der Menschenrechtssituation beitragen. Prof. Hartmut Rein von der Hochschule für nachhaltige Entwicklung (HNE) Eberswalde bestätigt diese Einschätzung: "Viele Systeme haben sich durch den Kontakt mit ausländischen Besuchern verändert. Die Möglichkeit der Begegnung ist eine gute Sache."

Wichtig ist der Hinweis, dass sich viele autoritäre Staaten kaum miteinander vergleichen lassen. Nordkorea ist ein stalinistisches Folterregime, China ein hierarchischer Ein-Parteien-Staat und Myanmar eine Post-Militärdiktatur im demokratischen Frühling. "Die Frage ist, was man unter einem autoritär regierten Staat versteht", sagt Ury Steinweg, Geschäftsführer von Gebeco. Der Reiseveranstalter hat zum Beispiel China, Vietnam, die Emirate, Marokko, Kuba, Iran und Myanmar im Programm - alles Staaten, die dem westlichen Demokratieverständnis nicht entsprechen.

Nach Ansicht von Prof. Rein geht es in allen Fällen um eine entscheidende Frage: Wen unterstützt der Tourist mit seiner Reise - eher das Regime oder die lokale Bevölkerung? Wer dem System nicht finanziell in die Hände spielen will, sollte keine touristische Infrastruktur nutzen, die sich im Besitz des Staates befindet, erklärt Kubsch. Wichtig sei es, die Begegnung mit Einheimischen zu ermöglichen und nicht nur Sehenswürdigkeiten abzuhaken.

Trotzdem gibt es für die Touristen natürlich Grenzen. Die freie Meinungsäußerung in der Öffentlichkeit ist eingeschränkt, was man bei Diskussionen über Politik berücksichtigen sollte. Die Reiseleiter geben in der Regel Ratschläge, was erlaubt ist und was nicht. "Touristen, die sich nicht offenherzig politisch oder religiös in der Öffentlichkeit betätigen, werden keine Einschränkungen bemerken", sagt Steinweg. Auf dem Marktplatz lauthals den Rücktritt des Herrschers zu fordern - auf diese Idee kommen wohl ohnehin nur die wenigsten Reisenden. 

Kann man also ohne moralische Bedenken in autoritäre Staaten oder sogar knallharte Diktaturen reisen? "Diktaturen sind nicht die richtigen Zielgebiete, um in der Sonne zu liegen. Aber verantwortungsvoller Tourismus bietet dem Land große Möglichkeiten" - das ist das Fazit von Petra Thomas vom Verband Forum Anders Reisen. Der Urlauber muss sich bei seinem Veranstalter genau über die Organisation der Reise erkundigen. So erfährt er im besten Fall, wer von seinem Urlaub profitiert.

dpa


Nächster Artikel
Nächster Artikel
Vorheriger Artikel
Voriger Artikel

Anzeige




Jubiläum




Wünsche




Terra-Tech




Lokschuppen-Sanierung

Lokschuppen-Sanierung: Sollten Marburger über die Umsetzung eingereichter Projektangebote abstimmen dürfen?

Sport-Tabellen




Spielerkader




zur Galerie

Fußballfotos vom Wochenende

Sonderveröffentlichungen




Spielplatz-Serie




LWL-Shop




Mit der OP durch das Gartenjahr




Blende 2016




Heimatprämie sichern!




Instagram

Meistgelesene Artikel

Schüler lesen die OP




Kommentare




OP kostenlos lesen




Der Online-Shop der OP




Städtewetter
Ihre Stadt/Ihr Ort
Tagestemperatur
°
Tiefsttemperatur
°
Regenprognose
%
Windstärke
km/h
Pollenflug
Ihre Wettervorschau
zur Galerie

Willkommen im Leben:

Die Transfers im Landkreis




Die OP-Serien

Mmmm, wie das duftet! Das Rezept für diesen saftigen Stollen finden Sie unten im Text. Foto: Hartmut Berge Besser Esser

Christstollen: Ein Gebäck fürs ganze Jahr

Als die OP Mike Schmidt in der Backstube besucht, riecht es nach Rosinen und Mandeln. Der 39-Jährige macht das, was seine Vorfahren schon vor rund 180 Jahren in der Vorweihnachtszeit praktizierten: Er backt Stollen. mehrKostenpflichtiger Inhalt

In 12 Schritten zum perfekten ChriststollenGalerie   



90 regionale Rezepte: Das Besser-Esser-Buch


Das Besser Esser Buch mit 70 regionalen Rezepten.

Die Grill-App der Oberhessischen Presse


Rostkost: Rezepte und Grilltechnik




  • Sie befinden sich hier: Tourismus – Reisen in autoritäre Staaten: Hilfreich oder skrupellos? – op-marburg.de