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Tourismus

Privatbad statt Plumpsklo: Luxuscamping liegt im Trend

Camping war früher etwas für Leute mit eher schmalem Geldbeutel. Heute kann man auch auf Vier- oder Fünf-Sterne-Zeltplätzen Komforturlaub machen. Die Aufwertung hat allerdings ihren Preis.
Dieses Luxuszelt mit Badewanne und Himmelbett zum Mieten gab es auf der Reisemesse CMT zu sehen. Von «Glamping» ist heute die Rede - es steht für «Glamorous Camping».

Dieses Luxuszelt mit Badewanne und Himmelbett zum Mieten gab es auf der Reisemesse CMT zu sehen. Von «Glamping» ist heute die Rede - es steht für «Glamorous Camping».

© Jan-Philipp-Strobel/Archiv

Werder/Berlin. Dreckige Toiletten, Ungeziefer in der Dusche: Campingplätze waren früher vielerorts etwas für Hartgesottene. "Es gab oft nur Plumpsklos", erinnert sich Fanny Kinkel. Und vor den stinkenden Toiletten standen die Urlauber mit eigener Klopapierrolle Schlange, weil es in den Sanitäranlagen kein Papier gab.

Kinkel muss schmunzeln, wenn sie an diese alten Zeiten denkt. Die Havelländerin ist Chefin beim "Blütencamping Riegelspitze", ein Vier-Sterne-Camping-Platz in Werder an der Havel. Auf der Anlage am Glindowsee kann man ganz gut sehen, was sich in den vergangenen Jahren geändert hat auf Deutschlands Campingplätzen.

Auf dem Platz in Werder sind die Sanitäranlagen nämlich edel gefliest. Der Fußboden wird geheizt, aus Lautsprechern kommt Loungemusik. Für sieben Euro pro Tag können sich Gäste ihr Privatbad mieten. "Dan kann man kann sein Handtuch einfach liegenlassen", erläutert Kinkel. Weitere Annehmlichkeiten auf dem Platz: Friseur, Nagelstudio, kabelloses Internet und Ferienhäuser bis hin zur Edel-Lodge mit Seeblick.

Der Service kommt offenbar gut an: Mannheim, Wesel, Holzminden - die Urlauber kommen von weither. Viele schätzen die Nähe zu Potsdam und Berlin - und dass man trotzdem Natur um sich hat. In diesem Jahr holte Kinkel mit ihrem Team den "Camping Info Award 2014", den Preis eines großen Bewertungsportals. Man sei jetzt unter den 100 Besten in ganz Europa, sagt Fanny Kinkel. "Da haben wir uns gefreut."

Modernes, komfortables Camping sei bundesweit im Trend, erklärt Franziska Köglmeier, Geschäftsführerin beim Bundesverband Deutsche Campingwirtschaft. Die Bedürfnisse der Gäste seien gestiegen, sie verlangten immer mehr Komfort. Die Campingplätze möchten die Wünsche natürlich erfüllen - also ließen sich immer mehr Anlagen über den Dachverband klassifizieren, sagt Köglmeier. Von "Glamping" ist mittlerweile die Rede, das steht für "Glamorous Camping": Zelten mit Pomp.

26 Millionen Übernachtungen wurden 2013 auf deutschen Campingplätzen gezählt, laut Statistischem Bundesamt über eine Million mehr als 2011. Die meisten der knapp 3000 Campingplätze liegen in Bayern, gefolgt von Niedersachsen und Baden-Württemberg. Brandenburg ist vor allem wegen seiner vielen Seen beliebt: 97 Prozent der Campingplätze lägen an Seen und anderen Gewässern, sagt Katrin Waitek vom Verband für Camping- und Wohnmobiltourismus Land Brandenburg.

Aber auch beim Komfort habe sich viel getan, auf den Plätzen in der Mark sei nach der Wende enorm viel investiert worden, sagt Waitek. Camping sei längst kein Arme-Leute-Urlaub mehr, unter den Gästen seien heute auch gestresste, wohlhabende Manager, die Erholung im Grünen suchten.

Mit der Anzahl an Sternen und dem Komfort steigt allerdings auch der Preis. Die Übernachtung in einer Komfort-Ferienwohnung bis vier Personen kostet auf dem Platz in Werder/Havel so viel wie in einem Mittelklasse-Hotel. Aber es geht auch klassisch: Einen Wohnwagen-Stellplatz gibt es ab 9,50 Euro, einen Zeltplatz ab 5 Euro pro Nacht.

Doch Zelte sind in Werder fast keine zu sehen. Die meisten Urlauber wohnen im Caravan oder in einem Ferienhaus. Hat der ganze Luxus all die Leute mit Zwei-Mann-Zelt vertrieben, die sich morgens vor dem Zelt noch ihren Kaffee mit der Gaskartusche aufkochen?

Ein bisschen piefig scheint die Atmosphäre am Glindowsee schon. Gerade hätten sich zwei Urlauber über die Nachbarn beschwert, weil diese ihren Wohnwagen nicht regelmäßig putzten, berichtet eine Camperin. Der dreckige Wohnwagen passe wohl nicht ganz ins saubere Gesamtbild. Vor allem die Dauercamper, Durchschnittsalter um die 70 Jahre, beobachteten Neuankömmlinge mitunter argwöhnisch, weiß auch Platzchefin Fanny Kinkel. Fehlen also nur noch die Gartenzwerge: Modernes Campen kann auch ziemlich anstrengend sein.

dpa


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