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Tourismus

Österreich-Urlauber wollen betreute Bergabenteuer

Reisemesse ITB (4. bis 8. März). Außerdem erklärt er die Bedeutung des Sommertourismus und was sich hinter dem Prinzip "Keine Entspannung ohne Anspannung" verbirgt.
Keine Entspannung ohne Anspannung: Wandern liegt in Österreich im Trend.

Keine Entspannung ohne Anspannung: Wandern liegt in Österreich im Trend.

© Philipp Laage

Berlin. interegger, im Interview auf der

Reisemesse ITB (4. bis 8. März). Außerdem erklärt er die Bedeutung des Sommertourismus und was sich hinter dem Prinzip "Keine Entspannung ohne Anspannung" verbirgt. 

 

 

Zuletzt wurde viel über die Schneesicherheit in den Alpen diskutiert. Wie beurteilen Sie langfristig die Aussichten für den Wintersport in Österreich?

 

Hinteregger: In absehbarer Zeit bekommen wir keine Probleme. Unsere Gäste haben da eine andere Zeitrechnung. Die Urlauber planen maximal ein bis zwei Winterurlaube voraus. Aber natürlich setzen wir uns langfristig mit dem Thema auseinander.

 

Ist es notwendig, langfristig den Sommertourismus zu stärken?

 

Hinteregger: Wenn wir den Städteurlaub rausrechnen, zeigt der Winter stärkeres Wachstum. Aktuell ist der Anteil 50:50. Die Investitionen in die Infrastruktur im Sommer werden forciert. Das macht schon deshalb Sinn, weil der Sommer mehr Monate hat. Aber wir wollen im Sommer und im Winter weiter wachsen.

 

Was können Sie Urlaubern im Sommer bieten?

 

Hinteregger: Weitwanderwege sind aktuell ein großes Thema. Im Bregenzerwald gibt es zwölf neue Themenwege. Oder entlang des Salzalpensteigs geht es vom Chiemsee nach Obertraun in 18 Tagesetappen. Im Kurzreisebereich werden zum Beispiel Alpenüberquerungen in vier Tagen mit Wanderführer als Komplettpaket stark nachgefragt. Es gibt diese Tendenz: keine Entspannung ohne Anspannung. Der Urlaub wird ein Stück weit aktiver. Zum einen entdecken die Jüngeren den klassischen Alpinismus neu. Zum anderen bewegen sich die Urlauber ab 50 häufiger an der frischen Luft.

 

Welche Outdoor-Trends beobachten Sie?

 

Hinteregger: Das Erlebnis steht heute noch mehr im Vordergrund. Dazu gibt es maßgeschneiderte Betreuungsleistungen. Man sagt also nicht mehr: Da ist der Berg, und jetzt hab' Spaß! Erlebnisse wollen heute arrangiert und betreut sein, aber trotzdem individuell. Nehmen Sie die im Moment stark nachgefragten Schneeschuhwanderungen: Es passiert selten, dass jemand so etwas alleine macht. Solche Touren werden mit Bergführern gemacht. Die Leute suchen Profis, die sie begleiten und ihnen die Bergwelt näherbringen. Es gibt eine Renaissance des Schneesportlehrers.

 

Woher kommt das Bedürfnis nach solchen speziellen Ausflügen?

 

Hinteregger: Ich erkläre mir das mit der Reiseerfahrung der Urlauber. Der ist heute auf der ganzen Welt unterwegs, macht kaum eine Sache zweimal. Wenn er etwas tut, dann anständig und effizient. Es wird mehr Zeit für die Vorbereitung eingeräumt. Das hat von der Wertigkeit mächtig zugenommen.

 

Was können die einzelnen Regionen Urlaubern bieten?

 

Hinteregger: Das große Thema ist Regionalität in all seinen Ausprägungen. Im Pitztal gibt es zum Beispiel einen neuen Zirbenpark. Die Zirbe ist ein Baum, aus dem Cremes und Öl gemacht werden. Regionalität lässt sich nicht mehr auf die Kulinarik reduzieren. Es geht um mehr als Essen und Trinken, der Gast möchte im Urlaub möglichst viele lokale Ressourcen kennenlernen.

 

Merken Sie eigentlich schon den teuren Schweizer Franken?

 

Hinteregger: Wir merken das natürlich, die Buchungsanfragen in Österreich steigen. Die deutschen Gäste sind sehr preisbewusst.

dpa


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